Moritz

Moritz, born 1986, the son

Left home at the age of 17, on his first ride, a 125 cc scooter. Managed to turn his love for computers in a respected profession (programmer) and is happy to be able to work where his bike is. Tested speed driving on a Honda Hornet bike, then turned to the offroad section of the motorcycling world. Having spent a volunteer year in Laos, Asia became his second home. Besides the love for traveling he keeps an interest in all kinds of electronics for travel documentation.
Bangkok, Thailand

The traveler sees what he sees, the tourist sees what he has come to see.

 Gilbert K. Chesterton

Tag cloud


current distance: 8817km

Day 63 - 13100 km - Second chance for Pakistan

by Moritz 6. June 2012 10:33

...da bin ich wieder. 
Der letzte Post ist ja schon eine Weile her, das liegt vor allem daran, dass die letzten Wochen nicht so ganz ohne waren.

Zurueck zum Iran, dort habe ich noch ein paar Tage das Land genossen, ohne weitere Probleme mit der Polizei. Nur nochmal kurz zur Klarstellung, nach dem ersten unschoenen Erlebnis, ueber welches ich ja gebloggt habe, bin ich nach Yazd, was am suedlichen Ende der Wueste liegt. Dort hat mich am 2ten Tag die Tourism Police besucht und wieder all meine Sachen beschlagnahmt, mit der Begruendung, ich waere durch die Wuste gefahren und es ist nicht erlaubt dort Bilder zu machen. Die 2 Polizisten waren freundlich, aber es hat mich natuerlich ziemlich genervt, besonders weil ich nicht wusste was das diesmal wird. Aber gut, am naechsten Tag konnte ich meine Sachen wieder abholen und man hat sich bei mir entschuldigt. Sie haben behauptet 5 Bilder geloescht zu haben, vermisse aber keine? Dummerweise wurden alle meine Speichermedien, SD-Karten, USB-Sticks mit fiesen Viren verseucht, sicher nicht mit Absicht, die haben nur ihre Computer nicht im Griff...
Ich hatte meinen Blogpost ueber die Wueste gerade gepostet als sie kamen, daher hielt ich es fuers beste ihn erstmal wieder offline zu nehmen. Lesen, falls ihr nicht wisst worum es hier geht :)

Ab Shiraz war ich sehr mit Vorbereitungen fuer die Strecke durch Baluchistan beschaeftigt. Sie gilt als die haerteste auf dem Landweg nach Indien. Zudem als die gefaehrlichste, da es in Baluchistan mind. 4 laufende Konflikte gibt zwischen verschiedenen Gruppen, Shiiten/Sunniten Government/Seperatisten Taliban/Rest... (schwierig das alles zu verstehen wer dort wen umbringt)  
Ab Bam, wo ich die letzte Nacht in Iran verbrachte, ging es 700km nach Dalbandin, Pakistan. Eigentlich haette ich auf dem groessten Teil dieser Strecke eskortiert werden sollen, die einzigen Eskorten, die ich hatte, waren aber die letzten 10km vor und die ersten 10km nach der Grenze. Allerdings wurde ich an jedem Checkpoint gefrag,t wo mein Guard sei, nach einem Schulterzucken meinerseits gings aber dann immer weiter. Bis hier war alles okay, der Grenzuebertritt war easy, da meine Eskorte alles fuer mich erledigt hat.
In Dalbandin habe ich dann auch mein erstes Bier nach Wochen getrunken. Es ist hier zwar auch nicht das legalste, aber lange nicht so schlimm wie in Iran. Und die Tatsache, dass es mir von der Polizei gereicht wurde, hat die Sache auch etwas entschaerft :)
Noch viel legaler als Bier ist hier Hashisch, diese Jungs habe ich 6 Uhr morgens auf dem Parkplatz meines Hotels gesehen: 

Dalbandin, Baluchistan Province, Pakistan

Ab Dalbandin gings dann mit Eskorte weiter, das muss man sich so vorstellen, dass ein SUV/Auto/Motorrad/sonstiges Fahrzeug mit 1-5 schwer bewaffneten Polizisten und Geschwindigkeiten zwischen 30 und 120km vor oder nach einem herfaehrt. alle paar Kilometer aendert sich die Zustaendigkeit und somit bekommt man auch laufend neue Eskorten, manchmal im fliegenden Wechsel, manchmal muss man einige Zeit an Checkpoints warten. Obwohl alle Polizisten ueberaus freundlich waren, ist es eine sehr nervige Geschichte. Man muss fuer Strecken locker die doppelte Zeit einplanen.

Eskort somewhere in Baluchistan Region, Pakistan

Das Ziel war an diesem Tag Quetta, die Hauptstadt von Baluchistan. Zur Info an Motorradfahrer, die Strecke von Dalbandin nach Quetta ist schlecht, uebersaet von Schlagloechern, Sandduenen auf der Fahrbahn und vorallem unsichtbaren Speedbreakern (Wer mal einen mit 80km/h genommen hat weiss was ich meine). Kurz vor Quetta musste ich laenger an einem Polizeicheckpoint verbringen, da es gerade eine Schiesserei auf dem Weg in die Stadt gegeben hatte. Nachdem 2 Panzerwaegen mit geschaetzten 10Mann an Bord angekommen waren, konnte ich zusammen mit einem Reisebus voller Iraner eskortiert weiterfahren. Am Hotel Bloomstar angekommen, traf ich zu meiner Ueberraschung einen deutschen Touristen (hatte schon sehr lange keine mehr gesehen), der sich laengst haette melden sollen (Heiner??). Nach einer wohltuenden Dusche wollten wir uns ein Restaurant zum Abendessen suchen. Aber schon nach ein paar Metern ausserhalb des Hotels wurde es auffaellig laut, Sirenen, ueberall. Einen Moment spaeter fuhren ploetzlich jede Menge Krankenwagen/Polizeiautos/Sonstiges mit blutueberstroemten Leuten auf der Ladeflaeche vorbei. Zuerst dachte ich nur "huch, das muss aber ein grosser Unfall gewesen sein", aber wie wir sogleich von herumstehenden Leuten aufgeklaert wurden gab es wohl einen "Blast" 500m weiter. Das kannte ich bisher nur aus Berichterstattungen und hat mir etwas klarer gemacht das dies ein etwas anderer Fleck auf Erden ist. Fuer die Leute in Quetta ist das Alltag, alle paar Wochen gibt es Anschlaege, wer dabei wen vernichten will, konnte ich aber bis heute nicht sicher rausfinden. Viele behaupten es ginge um Destabilisierung mit dem Ziel, die pakistanische Regierung unter Druck zu setzen. Am naechsten Tag konnte ich dann in der Zeitung lesen was wirklich passiert war, Unbekannte haben 2 Raketen in die Stadt gefeuert. Abschussort unbekannt. 
Ausgenommen die Sicherheitssituation hat mir Quetta gut gefallen, alles ist sehr sehr schmutzig, lebendig, busy, so wie ich es aus Bangkok kenne und liebe. Ich musste, damit ich weiter durch Baluchistan fahren darf, ein sogenanntes NOC beantragen, welches nur an Wochentagen ging, daher habe ich ganze 4 Tage dort verbracht.

...jetzt ist es wieder an der Zeit etwas Detail zu ignorieren, sonst koennte ich hier noch Stunden tippen.
Die 5 Tage nach Quetta waren fuer mich der absolute Albtraum, da ich am ersten dieser Tage gezwungen wurde 13 Stunden zu fahren, bei teilweise ueber 50 Grad. Obwohl ich 3 Liter Wasser mit mir hatte (welches ich teilweise nicht mehr trinken konnte, da es so heiss war das ich mir die Zunge verbrannt haette) musste ich ab und an auf das Wasser aus staubigen Tonkruegen in den Checkpoints zurueckgreifen. Ende der Geschichte ist, dass ich dehydriert und mit explosivem Durchfall weitere 5 Tage bis nach Lahore gefahren bin, bei weiterhin ueber 50Grad. Teilweise war es so heiss, dass sogar meine Transalp versagt hat (im Stau auf der Suche nach einem Hotel). 
Ich merke gerade das es keine gute Idee ist 17 aktionsreiche Tage in einem Blog zusammenzufassen, also hier mal zur Abwechslung ein paar Bilder:


Nicely painted Trucks in Pakistan

 

Sufi Night, Lahore, Pakistan

 

Like in Germany, just a bit different

 

One of the only non-real guns around, Lahore, Pakistan

 

Kids of Pakistan

 

Biggest Mosq in Lahore, Pakistan


Die letzten 4 Tage habe ich in Lahore nahe der indischen Grenze verbracht, tagsueber 47 Grad im Schatten, keine Aircon, 50% der Zeit kein Strom, konnte es nicht geniessen und meine Magenprobleme bin ich auch noch nicht ganz losgeworden.

An dieser Stelle sollte ich mal erwaehnen dass meine urspruenglich geplante Route,
naemlich Pakistan -> Indien -> Nepal -> Indien -> Pakistan -> KKH -> CHINA -> ... -> Mongolei -> Japan -> Malaysia nicht mehr hinhaut, da ich zu lange mit dem China Papierkram gewartet habe und ich mir sehr unsicher bin ueber das 2te Pakistan Visa, das ich braeuchte. Somit brauche ich jetzt einen neuen Plan, momentan denke ich ueber Luftfracht in Kathmandu nach, entweder direkt nach Suedostasien oder aber nach Russland hoch, um doch noch Mongolei machen zu koennen.

Aber jetzt bin ich erstmal fuer 1-x Wochen in den noerdlichen Regionen Pakistans, um den KKH, unterwegs. Fuer viele die unglaublichsten Landschaften, die sie je gesehen haben. Pakistan, das ist deine Chance mir deine schoenen Seiten zu zeigen! Morgen gehts vermutlich los, werde wohl eher selten Internet in diesen Regionen finden. Aber beim naechsten Post habe ich dann hoffentlich weniger zu erzaehlen und mehr Fotos! 

Moritz aus Islamabad, Ende!

30.206, 67.015

Tags:

Moritz | To Asia

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Rainer

Rainer, born 1948, the father

Being a professional road engineer and traffic and transport planner, Rainer keeps an eye on road details and safety issues. Paradoxically, he loves riding straight road sections more than curved ones, and horsepower of his ride doesn’t mean anything to him, but rather fuel consumption. Presently he happily rides an 11 hp scooter at home. His favourite travel destination remains Southwest USA. Low budget travel, especially for the elderly, is dear to his heart.
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