Moritz

Moritz, born 1986, the son

Left home at the age of 17, on his first ride, a 125 cc scooter. Managed to turn his love for computers in a respected profession (programmer) and is happy to be able to work where his bike is. Tested speed driving on a Honda Hornet bike, then turned to the offroad section of the motorcycling world. Having spent a volunteer year in Laos, Asia became his second home. Besides the love for traveling he keeps an interest in all kinds of electronics for travel documentation.
Bangkok, Thailand

The traveler sees what he sees, the tourist sees what he has come to see.

 Gilbert K. Chesterton

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Day 108 - 16000 km - KKH Part Two

by Moritz 21. July 2012 06:54

Wie im letzten Post erwähnt, ging es nun darum, den Attabad Lake zu überqueren. 
Dieser See ist erst knapp 2 Jahre alt und das Ergebnis eines massiven Erdrutsches in 2010.
Der Hunza River, der hierdurch verschüttet wurde hat einen bis zu 100m tiefen See entstehen lassen und mehrere Dörfer komplett unter Wasser getaucht.
Jegliche Versuche diesen natürlichen "Damm" zu beseitigen sind fehlgeschlagen, es wurden lediglich Teilerfolge erzielt, bei denen der Wasserpegel etwas gesenkt werden konnte. Jetzt überlegt man tatsächlich, einen 6km langen Tunnel zu bauen. Verrückt...

Das Teilstück des KKH, das jetzt nicht mehr existiert, war ca. 20km lang, jeglicher Verkehr, der von China nach Pakistan geht (und umgekehrt) wird jetzt über Boote bewerkstelligt. Das logistische Chaos, die Güter großer Trucks auf kleine Boote umzuladen und auf der anderen Seite wieder aufzuladen kann man sich denke ich vorstellen.

Hier also ein Blick auf den Attabad Lake von der südlichen Seite.

Approaching the Attabad Lake (Hunza Lake), 9km North of Karimabad, Northern Pakistan

Zuerst wollte man mein Motorrad diesen winzigen extrem steilen Abhang hinunterschieben. Da es aber eine viel einfachere Alternative gab (die wegen Erdrutschgefahr und laufenden Bauarbeiten gesperrt war),  konnte ich mit ein wenig Überzeugungskunst die Erlaubnis von Armee und Polizei bekommen.

This is the path they wanted to bring the bike down, Attabad Lake, northern Pakistan

Und hier mal wieder ein Video,
dank Zoheb, einem Pakistani mit MacBookPro konnte ich diesmal etwas an dem Video herumschneiden:

Hier nochmal ein Blick auf die Stelle, wo das Bike ursprünglich aufgeladen werden sollte. Kommt auf dem Foto nicht so gut raus, aber das war wirklich haaresträubend.

Leaving the passanger landing dock, Attabad Lake, Northern Pakistan
Here we go
The Passu Cathedral, that's how some call these spectacular mountains, Attabad Lake, Northern Pakistan


Wenn man sich folgendes Foto anschaut, sieht man, dass es manche Leute noch etwas schwerer, oder zumindest abenteuerlicher haben als ich. Ganz speziell aufgrund der Tatsache, dass bereits 10 Autos auf dem Bodes des Sees schlummern.

...even cars are transported over the lake, 10 of them didn't make it... 
perfect roads and the Passu Cathedral on the other side of the lake

2 Nächte habe ich dann im Glacier Breece Restaurant in Passu, auf der anderen Seite des Sees verbracht. Eine sehr entspannte Zeit.

view from Glacier Breece Restaurant, Passu, Northern Pakistan

Und dann war es auch schon so weit, am 17.07 war mein Termin für China und ich machte mich nach fast 2 Monaten in Pakistan auf Richtung China.
Ich könnte jetzt einen langen Abschlussbericht über Pakistan schreiben, aber ich hoffe mit meinen vorigen Posts schon genug Eindrücke geliefert zu haben. Die Menschen in ganz Pakistan waren unmenschlich nett, er war möglich ernsthafte Konversationen zu führen, da Englisch eine offizielle Landessprache ist. Landschaften im Norden sind atemberaubend, der Süden war für mich eine schwierige und aber doch (rückblickend) interessante Zeit. Es war durchweg traurig mitzuerleben, wie eine Regierung ein Land mit so vielen Resourcen und potentiellem Tourismus so herunterwirtschaften kann. Korruption als gängige Praxis mit einem Präsidenten, der zu den reichsten Politikern der Welt zählt...  ...Aber Pakistan war eine einzigartige Erfahrung und ich würde jederzeit wiederkommen.

on my way to the 4700m high Kunjerab Pass, the border between Pakistan and China

Ich behaupte mal, dass die Grenze genau da ist, wo der Asphalt anfängt, ein sehr lustiger Anblick für mich. Interessant war auch das in China ja wieder auf der rechten Fahrbahnseite gefahren wird, es war aber nicht ganz klar ab welchem Zeitpunkt, also musste man für ein paar Kilometer immer genau schauen wo einem jemand entgegenkommt :)
Mein Motorrad hat schon bei 3000m Höhe angefangen an Leistung zu verlieren, bei den 4700m dachte ich, dass ich jeden Moment zu schieben anfangen muss. Da wünscht man sich dann doch etwas modernere Technik, Einspritzung... 

entering China! 4700m altitude at Kunjerab Pass, Pakistan/China

Der Grenzübertritt war mühsam, zuerst musste ich auf 4700m Höhe komplette Bodychecks und die detaillierteste Inspektion bisher über mich ergehen lassen. Das Motorrad/Gepäck wurde wirklich bis aufs kleinste durchsucht, sogar mein geheimes Dollar Versteck wurde gefunden. 4 Soldaten waren knapp 15 Minuten beschäftigt, mich nach jedem Pulver... zu fragen. Wie ich nachher erfahren habe, wurden vor ein paar Wochen erfolgreich 250kg Heroin über diese Grenze geschmuggelt und dann gab es wohl massiven Ärger, daher sind die alle etwas nervös da oben. Insgesamt musste ich ca. 3 Stunden auf dieser Höhe verbringen, die Luft war merkbar dünn, habe schon nach kurzer Zeit Kopfweh bekommen und atmen war beängstigend. Für ältere Menschen gibt es hier sogar Sauerstoffkissen. 
Nach dem Checkpoint, ca. 100km weiter war dann erst die wirkliche Grenze, wo Dokumente für Bike und mich nötig waren und ich auch meinen Guide Adil getroffen habe.

arriving at the immigration for China, Tashuryan

Weil die Customs Abteilung bereits zuhause war musste mein geliebtes Motorrad eine Nacht im Zollgelände verbringen. Am nächsten Tag konnte ich das Bike dann aber relativ problemlos zurückbekommen. Ich musste nur 30 Minuten darauf warten, dass jemand eine Kamera gebracht hat, um Fotos von dem Motorrad zu machen... ...so dachte ich zumindest. Es stellte sich heraus, dass die Kamera nur für ein Gruppenfoto mit mir herhalten sollte :)

Die Strecke nach Kashgar, wo der KKH sein Ende findet, war wieder mal spektakulär. Und dazu auf perfektem Asphalt! Wenn ich schon einen Babysitter für China brauchte, dachte ich mir, kann er auch etwas für mich arbeiten, also ein paar Fotos schießen. Leider hat er das mit dem Winkel nie wirklich hinbekommen, daher sind die meisten Müll, aber ein paar kann ich doch zeigen:

 
just a picture of me while riding
i'm used to such views now, but the perfect tarmac made it even better, road to Kashgar, China 
sand mountains along the way to Kashgar, China
along the KKH to Kashgar, China
along the KKH to Kashgar, China

Leider habe ich von Kashgar keine Fotos gemacht, war so damit beschäftigt, Bier zu trinken, gutes Essen zu suchen und mein 4Sterne Hotel zu genießen. Aber damit man sieht, dass es sich hier um China handelt, ein Photo aus einem Streetstall auf dem Weg nach Kashgar:

street stall near Kashgar, China

 

Und schon war ich in Kyrgyzstan, aber dazu mehr in einem anderen Post.
Zum Abschluss noch ein Foto von meinen ersten Kilometern in diesem schönen Land. 

what a welcome, Kyrgyzstan

36.84, 75.41

Tags:

Moritz | To Asia

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Rainer

Rainer, born 1948, the father

Being a professional road engineer and traffic and transport planner, Rainer keeps an eye on road details and safety issues. Paradoxically, he loves riding straight road sections more than curved ones, and horsepower of his ride doesn’t mean anything to him, but rather fuel consumption. Presently he happily rides an 11 hp scooter at home. His favourite travel destination remains Southwest USA. Low budget travel, especially for the elderly, is dear to his heart.
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