Moritz

Moritz, born 1986, the son

Left home at the age of 17, on his first ride, a 125 cc scooter. Managed to turn his love for computers in a respected profession (programmer) and is happy to be able to work where his bike is. Tested speed driving on a Honda Hornet bike, then turned to the offroad section of the motorcycling world. Having spent a volunteer year in Laos, Asia became his second home. Besides the love for traveling he keeps an interest in all kinds of electronics for travel documentation.
Bangkok, Thailand

The traveler sees what he sees, the tourist sees what he has come to see.

 Gilbert K. Chesterton

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19 Rund um den Yellowstone Nationalpark

by Rainer 28. July 2012 23:47

Der Yellowstone NP liegt ja ein wenig abseits der bekannten Highlights des Südwestens im Norden von Wyoming und ist sehr groß. In Salmon hätte ich ja die Reifen gewechselt bekommen sollen, das hat aber nicht geklappt, also musste ich eine größere Werkstatt ansteuern, die ich dann südlich in Rexburg auch gefunden habe. Dort wurde es problemlos gemacht, vorne etwas schmaler und hinten etwas fetter. Auf der Fahrt dorthin wurden die Biker langsam mehr.

Schließlich erreichte ich ein Kaff mitten im Nirgendwo, und so verlassen habe ich es noch nirgends erlebt. Wirklich sehr einsam, und heiss natürlich. Und dann gings immer weiter durch einen sehr öden Landstrich, der mir mit zunehmender Fahrt aber immer besser gefiel, so schön grade, und weniger Autos habe ich noch auf keinem Streckenabschnitt gesehen.

Aber wie so oft, dann gehts um eine Ecke, und in der Ferne grüßen die Bergspitzen des Grand Teton Park, der auf der Anfahrt von Süden vor dem Yellowstone liegt.

In dem Touristenort Jackson war nichts vernünftiges zu finden, also habe ich mal ganz gegen meine Gewohnheit ein Camp mitten im Nationalpark angesteuert. Diese Eindrücke waren ganz nett, aber am meisten Eindruck hat doch das Schild auf meinem Tisch gemacht.

Da steht, was man alles nicht ins Zelt nehmen darf, nämlich alles, nicht mal eine Wasserflasche. Also habe ich brav alles im Topcase deponiert, auch die Zahnpasta wie angeraten, und doch noch gut geschlafen, kein Bär zu sehen. Sehr nett waren auch die Hinweise, sich doch bitte so zu verhalten, dass keine Bären in Gefahr geraten. Und was ist mit mir? Seis drum, am nächsten Tag ging es dann erstmal in den Grand Teton NP, und die Bergspitzen eines vorigen Photos sieht man jetzt von der anderen Seite.

Ein paar Eindrücke von der Landschaft dort, schon im Yellowstone.

Schliesslich wandern dann alle zum Old Faithful Geisir, der so alle Stunde ungefähr "ausbricht". Das Village und die Größe der Parkplätze waren erstaunlich für ein Loch in der Erde, aus dem ab und zu heisses Wasser austritt.

Und dann warten auf den nächsten Ausbruch.

Und warten. Da sass ein dicker Mann vor mir.

An dieser Stelle soll jetzt ein Video kommen, ich versuchs mal, wie Moritz mir das erklärt hat.

 

 

Nach dem Ausbruch gab es einen weiteren Ausbruch von Autos von den Parkplätzen, was zu gewissen Stauerscheinungen geführt hat.

Überall im Yellowstone sieht man die vulkanische Aktivität, und das treibt manchmal ganz seltsame Blüten. Hier zum Beispiel einige Heisswasserseen, deren Überläufe sehr farbenprächtig waren. Noch einige Bilder, konnte mich nicht entschliessen, eins nicht zu verwenden.

Alles sehr schön. Auf der weiteren Fahrt habe ich dann zum erstenmal einen Bison zu Gesicht bekommen. Natürlich wieder das falsche Objektiv, wenn man genau hinschaut, kann man was sehen.

Das waren noch mal eindrucksvolle Stellen, dazwischen immer schöne Strassen in eindrucksvollen Landschaften. Zwar war recht viel los, aber wegen der vielen Wildwechsel war ich nicht unfroh, dass ich Autos vor mir hatte. Bei dem Krach, meine ich, kommt eh kein Tier an den Strassenrand, was sich noch als Irrtum herausstellen sollte. Am Abend bin ich dann noch 100 km aus dem Yellowstone herausgefahren, um ein Camp zu finden. Am nächsten Tag dann wieder in der Gegenrichtung wieder zum nördlichen Einlass. Und es zeigte sich wieder einmal: Man kann eine Strasse in beiden Richtungen befahren, es wirkt wie zwei verschiedene Strassen. Vielleicht könnte ich die ganze Reise nochmal umgekehrt machen?

Wieder im Park. In den gelben Autos werden Touristen rumgefahren. Verbranntes Land dann. Wasserfälle gabs auch. So schöne Landschaften. Und dann waren sie da, die Bisons, liefen auf der Strasse rum, und waren relativ entspannt. Als Motorradfahrer sieht man das nicht ganz so gelassen, wenn die Biester nur noch ein paar Meter weg sind. Noch ein paar Schnappschüsse, wo es richtig nah war, hab ich mich nicht mehr getraut, die Kamera zur Hand zu nehmen. Wegen der vielen Bisons hat der Gegenverkehr angefangen, immer stehenzubleiben, was in der Folge zu einem Megastau von ca. 10 km geführt hat, aber nicht in meiner Richtung, zum Glück. Dann noch ein interessantes blubberndes Lehmloch, der Durchmesser betrug ungeführ 10m. Und noch so ein Blubbersee, blubber, blubber. Dann durch schöne Landschaften an einem grossen See vorbei, alles übrigens in ca. 2.500 m Höhe. Ach ja, ehe ich es vergesse, wie ich den Park verliess, sind diese beiden wieder reumütig zurückgekehrt.

So bin ich schliesslich in Cody gelandet, angeblich eine Westernstadt, aber eher langweilig, ne Main Street halt, lebt von der Legende um Buffalo Bill.

Wegen des Gewitters habe ich früh die Koje aufgesucht, aber das Camp war schön, richtige Zeltwiese, kein Hundeauslauf weit und breit, schöner Raum mit Strom für den laptop, usw. Nächste Tankstelle (Bier) leider weit weg, also muss ich heute abend mal in die Stadt saufen gehen.

Auch auf dem Motorrad mit 3 Rädern soll man es sich an nichts fehlen lassen.

Und das ist sie, die Main Street von Cody. Und noch ein paar Blumen.

Damit ist dieser sehr aufregende Teil der Reise vorbei, und endlich habe ich in meinem Zeltnachbarn Jeff mal wieder einen interessanten Gesprächspartner gefunden.

Jeff ist Vietnamkriegsveteran, war auch an anderen Brennpunkten einschliesslich Afghanistan, war 3mal verheiratet und lebt in einem alten Wohnmobil südlich von Denver, Colorado. Er lebt von seiner Militärrente und verbringt viel Zeit damit, auf seiner über 4o Jahre alten Harley Davidson rumzufahren. Daran sind auch seine Ehen gescheitert. Er ist wie ich auf dem Weg nach Sturgis. Mit Bikern, die ihre Motorräder im Trailer nach Sturgis fahren, spricht er nicht. Sein Bike repariert er selber, und er ist ein Fan von alten BMW-Boxern. Sein Motorrad erzählt eine Geschichte für sich.

Und zum Schluss noch der Motor, und man kann sehen, warum er shovelhead (Schaufelkopf) genannt wird, wers nicht versteht, von Helmut erklären lassen.

Je mehr Sturgis näher rückt, um so mehr biker sind unterwegs, und die Spannung steigt. Ab morgen werde ich mich mal vorsichtig annähern, in der Woche vor dem eigentlichen Event soll es ja auch überall schon heiss hergehen. Also gaaanz vorsichtig.

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Rainer | USA 2012

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Rainer

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Being a professional road engineer and traffic and transport planner, Rainer keeps an eye on road details and safety issues. Paradoxically, he loves riding straight road sections more than curved ones, and horsepower of his ride doesn’t mean anything to him, but rather fuel consumption. Presently he happily rides an 11 hp scooter at home. His favourite travel destination remains Southwest USA. Low budget travel, especially for the elderly, is dear to his heart.
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