Moritz

Moritz, born 1986, the son

Left home at the age of 17, on his first ride, a 125 cc scooter. Managed to turn his love for computers in a respected profession (programmer) and is happy to be able to work where his bike is. Tested speed driving on a Honda Hornet bike, then turned to the offroad section of the motorcycling world. Having spent a volunteer year in Laos, Asia became his second home. Besides the love for traveling he keeps an interest in all kinds of electronics for travel documentation.
Bangkok, Thailand

The traveler sees what he sees, the tourist sees what he has come to see.

 Gilbert K. Chesterton

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15 Im südlichen Idaho

by Rainer 4. July 2012 23:32

Hallo. Heute mal ein Bericht aus dem südlichen Idaho, das man ja nicht so kennt. Ich habe mich mehr oder weniger dahin geflüchtet, weil ich die Wetterunbilden in Oregon und Washington satt hatte und mal wieder vernünftige Temperaturen erleben wollte. Heute, am 4. Juli, Nationalfeiertag, sitze ich auf einem schönen Campground bei der Stadt Salmon (deutsch: Lachs) am gleichnamigen Fluss und lasse es mir gutgehen. Heute ist ein Feuerwerk angekündigt und am Freitag eine Parade, aber davon im nächsten post. Es ging durch grüne Landschaften, mal hohe. mal niedrige Begleitberge, sehr pittoresk. Im nächsten Foto wird wieder meine Vorliebe für Verfall deutlich, aber solche aufgelassenen Stadel gibts ja in Bayern auch. Hier ist halt so viel Platz, niemand kümmerts, ob irgendwo was verfällt, ist in den Orten auch so. Aber diese gelbe Wiese! Dann gings mal wieder flach dahin, eher langweilig. Das schöne an Amerika ist, du brauchst bloss weiterfahren, es kommt garantiert wieder was herzerwärmendes. Damit meine ich nicht diese Einrichtung für Hunde. Die Anlage dient allen Ernstes dazu, dass sich Hunde austoben dürfen, unter anderem auch bellen. Ob die Hunde das "Hundehaus" auch so lustig finden, weiss ich nicht. Hunde in Amerika wäre einen eigenen post wert. Jeder hat einen oder zwei. Selbst mir als ausgewiesenem Haustiergegner tun sie fast ein bisschen leid. Auf den Camps müssen sie immer an der Leine gehen, überall gibt es ausgewiesene pet areas, wo sie sich erleichtern dürfen. Jeden Morgen, wenn ich vor allen anderen zum Duschen gehen will, sind die Hunde samt Besitzern schon da, und so manche Fäkalie wird im Beutel triumphal zum dumpster = Abfalltonne getragen. Die Pet areas kenne ich in- und auswendig, da die meisten camps die Zeltbereiche dorthin gelegt haben (zur Abschreckung?). Einmal war ich auf einer rest area ohne Hunderegeln, da sah es vielleicht aus. In Kneipen dürfen sie auch nicht, und auch sonst fast nirgends rein. Man könnte sagen, ein Hundeleben. Da lob ich mir die die Wildtiere, habe aber erst zwei Rehe am Wegesrand gesehen, eines konnte ich noch gut "derbremsen", bevor es auf die Fahrbahn lief. Aber weiter die Strassen entlang, Idaho ist richtig schön. Hier die Schlange vor einer einspurigen Streckenführung wg. Baustelle, die sind mir immer besonders lieb, man kommt ins Gespräch, und vor allem lange Wartezeiten. Das hat den Vorteil, dass ich nach Passieren der Engstelle immer den Verkehr vorbeilasse, und dann kann es sein, dass lange Zeit kein Auto mehr von hinten kommt. Aber ich habe jetzt auch schon wieder Abschnitte befahren, wo mir in der Stunde 3 Fahrzeuge entgegenkommen. Sehr beliebt hier ist das Bötchenfahren, gibt unendlich viele Möglichkeiten. Und nichts ist wirklich überlaufen. Manchmal steht da ein Schild "Achtung Staugefahr", und dann ist es da so voll wie der Parkplatz von Aldi morgens um 5. Dieses leider missratene Bild zeigt einen Campingplatz, den ich irgendwo am Wegesrand in 2.200 m Höhe angesteuert habe, sehr nett, kein dog walk in der Nähe, und ein Dach!! Sowas hab ich noch nie gesehen, wäre aber eine Wohltat für Zelter. Habe mich vorsorglich darunter gestellt, aber geregnet hats nicht, dafür war es mal wieder eine Nacht um den Gefrierpunkt. Zitter, fröstel. An diesem Tag beschloss ein giftgeladenes Insekt, Selbstmord in der Form zu begehen, dass es in einer Kamikazeaktion einen deutschen Motorradfahrer eine bleibende Erinnerung mitgab. Es schlug knapp unterhalb des Visiers im Unterkiefer ein, tat einen Moment lang höllisch weh, dann schnell wieder vergessen. Später schwoll der Kiefer dann ganz gewaltig an. Nach ein paar Tagen wars wieder weg, hat auch gar nicht weh getan. Sowas aber auch. Wie ich bei MacDonalds sitzend per skype mein Leid geklagt habe, wurde mir empfohlen, mir Joghurt geben zu lassen und draufzuschmieren, bei McDonalds!! Vielleicht hätte ich es ja versuchen sollen, aber war ja nicht nötig. Weiter auf der Reise gabs dann noch einen kleinen Flohmarkt, das Zeug ist durchwegs anders als bei uns, wenn auch nicht schöner. Natürlich gabs auch die wüstesten Waffen zu kaufen, diese Messer sind noch das harmloseste. Von Boise, Hauptstadt von Idaho, gings dann wieder nordwärts auf einer Route, die sich lyrisch "Peaks to Craters", also "von Bergspitzen zu Kratern" nannte, und da habe ich im Craters of the moon Nationalpark ein paar Aufnahmen gemacht, nicht wirklich gelungen, zu schwarz alles hier. Aber das find ich ganz schön.

Am nächsten Tag dann eine sagenhafte Fahrt bis zu einem kleinen Canyon.

Und da wars wieder so einsam, dass ich mich unbedingt mal auf die Strasse legen musste, aber ich habe ja eine Warnweste an.

Und überall auf dem weiteren Weg auch vulkanische Element wie dieser Steinhaufen. Dann wieder einmalige Ausblicke. Und hier noch ein Panorama, Fluss, Strasse, Berge Schliesslich bin ich auf einem schönen Camp gelandet, und zum erstenmal auf dieser Reise hatte ich das Gefühl, hier mal ein paar Tage verweilen zu können. Schöner schattiger Rasenplatz (mit WiFi und Steckdose!), 20% Rabatt, also dann noch günstig. Der Besitzer hat auch gleich die deutsche Fahne aufgehängt, habe aus Höflichkeitsgründen so getan, als freue ich mich, habs ja nicht so mit Flaggen und Hymnen. Und dann gibts noch eine schöne Plattform am Fluss, da hat das Bier geschmeckt. So, das solls für heute gewesen sein, im nächsten post erfahrt ihr was über das Städtchen Salmon und die Festivitäten zum Nationalfeiertag. Bis dann.

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Rainer | USA 2012

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Rainer

Rainer, born 1948, the father

Being a professional road engineer and traffic and transport planner, Rainer keeps an eye on road details and safety issues. Paradoxically, he loves riding straight road sections more than curved ones, and horsepower of his ride doesn’t mean anything to him, but rather fuel consumption. Presently he happily rides an 11 hp scooter at home. His favourite travel destination remains Southwest USA. Low budget travel, especially for the elderly, is dear to his heart.
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