Moritz

Moritz, born 1986, the son

Left home at the age of 17, on his first ride, a 125 cc scooter. Managed to turn his love for computers in a respected profession (programmer) and is happy to be able to work where his bike is. Tested speed driving on a Honda Hornet bike, then turned to the offroad section of the motorcycling world. Having spent a volunteer year in Laos, Asia became his second home. Besides the love for traveling he keeps an interest in all kinds of electronics for travel documentation.
Bangkok, Thailand

The traveler sees what he sees, the tourist sees what he has come to see.

 Gilbert K. Chesterton

Tag cloud


current distance: 8817km

8 Carson City to Green River - Strassen, Strassen, Strassen.

by Rainer 25. May 2012 23:55

Nach dem Verkehrsaufkommen um San Francisco hatte ich eine grosse Sehnsucht nach leeren Strassen und wählte deshalb eine Route Richtung Osten über die "einsamste Strasse der Welt" und weiteren "scenic drives", Übernachtungen waren in Ely, NV und Beaver, UT, bevor ich schliesslich in Green River, UT, gelandet bin, wo ich ein paar Tage bleiben will, unter anderem, um einen Ausflug nach Moab mit den beiden Nationalparks Canyonlands (der mit dem Schuh) und Arches (der mit den Naturbrücken) zu machen. Erstmal aber kämpfe ich mit den Elementen, dann nach einer Sturmwarnung pfeift es hier heftig, ich habe noch Glück, dass ich in einer geschützten Ecke mein Zelt aufgeschlagen habe, und das Motorrad muss wie immer Windschutz spielen. Also los auf die einsamste Strasse, die gar nicht so einsam war, pro Stunde bin ich mindestens 2 Autos, 1 Motorradfahrer und einem Fahrradfahrer begegnet.

Ungefähr so gings dann los, und es war einfach nur herrlich, weite Sicht und meistens geradeaus.

Manchmal führte die Strasse durch halbe Salzseen oder Sandwüsten, kein Mensch kann das alles in Fotos abbilden, ein Rausch (jedenfalls für mich).

Unterwegs im nirgendwo dann eine nette Kneipe, in der ich einen Standard Hamburger für 3.99 $ gegessen habe, ausnahmsweise, nur war der Hamburger schon ein bisschen dicker als bei McDonalds, jedenfalls habe ich den Mund nicht weit genug aufgekriegt, um reinzubeissen, also immer nur Teile. Vielleicht liegts ja an dem geschlossenen Mund beim Fahren. Woran erkennt man den freundlichen Motorradfahrer? An den Fliegen zwischen den Zähnen. Natürlich waren auch wieder ein paar Harleys da, ich habe aber meine Maschine tatsächlich schon 3mal gesehen.

Im Innern sah es ein bisschen wüst aus, aber das gehört zur Show, Die von der Decke hängenden Lappen sind übrigens Dollarscheine. Und wieder auf den Highway, den ich jetzt mal kommentarlos vorüberziehen lasse.

Und dann, am Übernachtungsort Ely, den ich gar nicht geplant hatte, habe bloss vorher nix passendes gefunden, hab ich mal versucht, einen Vogel zu fotografieren, aber näher als zu sehen liess er mich nicht herankommen. Diese Vögel gibts hier überall, weiss aber nicht wie er heisst. Sein Zwitschern kann ich aber schon gut erkennen. Was folgte, war wieder ein grossartiger Tag, von Ely, NV nach Beaver, UT. Und das wäre wohl eher was für Moritz. Bin ich froh, dass ich immer gute Teerstraßen unter den Rädern habe. Überhaupt sind die Strassen in eiunem guten Zustand, Kalifornien mal ausgenommen, aber die waren zuletzt ja ziemlich pleite. Da ist gerade ein Porschefahrer an mir vorbeigefahren, erlaubt sind hier 70 Meilen gleich 112 km/h, es gibt auch Strassen mit 75 und neuerdings mit 80 Meilen, ungefähr 130 km/h. Früher war nicht alles schöner, aber die allgemeine Geschwindigkeitsbegrenzung von 55 Meilen, 89 km/h, würde mir besser gefallen, ich fahr nämlich nicht gern schneller. Aber alle anderen, und so bin ich immer schnell der Schlangenkopf, was aber auf den einsamen Strecken nicht weiter stört. Wo keine Autos, da keine Schlange. In Beaver, UT, habe ich dann eher zufällig ein nettes Camp gefunden, und es hat auch nur 12 Dollar gekostet, leider eine Ausnahme in diesen Tagen. Ein State Camp in der Nähe wollte sage und schreibe 18 Dollar, und das mit Plumpsklo und ohne Duschen. Wermutstropfen bei meinem Camp: kein WiFi. Aber selten keins auf privaten Campingplätzen. Ich frage ja immer unter Hinweis auf mein Alter nach Tisch und Bank (gibts wirklich fast überall, ist schon sehr kommod). Dieser Mann fragte mich wie alt ich bin und sagte dann, dass er 84 ist. Seither lass ich den Spruch. Der Mann hat dann noch den Rasen auf meinem Platz gemäht, angenehmer Untergrund.

Eigentlich fürchte ich mich auf dieser Reise immer nur vor zwei Sachen: Eine Panne am bike oder ein Loch im Luftbett. Zu meinem Glück, sollte ich sagen, war es nur das Luftbett, was mich am Abend im Stich liess. Zu spät, noch irgendwo hinzufahren und eins zu kaufen. Ich stand also vor der Wahl, jede Stunde Luft nachzupumpen oder auf dem harten Boden zu schlafen und habe mich dann aus Faulheit für letzteres entschieden. Hätte der bloß den Rasen nicht gemäht, aber zu meiner Überraschung habe ich dennoch einigermaßen geschlafen. Am nächsten Tag hatte ich deshalb 100 km extra nach Cedar City zu fahren, wo ich in einem Walmart zwei (ja, richtig gehört, zwei) Luftbetten erstand. ich bin jetzt wahrscheinlich der einzige Reisende weltweit, der ein Ersatzluftbett spazieren fährt (endlich ein Alleinstellungsmerkmal!). Die Lebensdauer dieser Betten ist 4 bis 6 Wochen, aber sie sind ja auch sehr billig. Noch zu anderen Reisenden: Praktisch kaum einer fährt so wie ich, aber Fahrradfahrer gibt es eine ganze Menge, hat ja schon Moritz berichtet. Vielleicht machen sich ja mal alle Chinesen auf eine Weltreise. Den Wegweiser habe ich nicht gebraucht, aber war mal ganz interessant. Die nächste Etappe führte dann am Bryce Canyon vorbei über die Grand Staircase Escalante, mit Übernachtung in Escalante. Landschaftlich ganz ungeheuer, und irgendwann wurde es dann rot.

Aber dann auch wieder zurück auf die großen weiträumigen Landschaften, da steh ich drauf. Konnte mich hier nicht entscheiden, welches Bild ich nehmen sollte, also beide. Manchmal gings auch aufregend in Kurven rauf und runter, und ich habe als lausiger Kurvenfahrer meinen neuesten Trick angewandt, wenn die Kurve scheinbar zu eng wird und man sich nicht mehr weiter runterwinkeln traut (obwohl es immer noch geht). Also Knie raus und schon ist die Kurve dein Freund. Unter den ganzen Lebenshilfen, die einem heute so angeboten werden, würd ich vielleicht am ehesten einen Kurvenfahrkurs machen. Jetzt weiss ich auch, warum ich so bin, wie ich bin, ich habe Alexithymie!!!! Heisst Gefühlsblindheit und wurde im Zusammenhang mit Thilo Sarrazin genannt. Frag mich ja schon seit Jahrzehnten, warum mir Zahlen und Fakten mehr bedeuten als Angela Merkel. Aber das nur am Rande.

Noch ein paar Impressionen, unter anderem von einem Strassenstück, wo es links und rechts sehr weit runter geht, und auch die Asiaten haben ihre Freude. Felix A. wird sich vielleicht noch erinnern, jedenfalls fährt man an einer solchen Stelle sehr, sehr, diszipliniert.

Dann wieder auf normalen Strassen bis zu einer netten urigen Tankstelle. Hier sass ein bärtiger Mann, leider kein Foto, und wir kamen ins Gespräch. Ich fragte ihn, ob er in dem Airstreamer wohnt und vielleicht Jack Palance heisst. da gibt es doch diesen Film "Out of Rosenheim", da gabs so eine Situation. Er kannte den Film nicht und verstand dementsprechend meine Frage nicht, aber es stellte sich heraus, dass er nur für einen Tag von Salt Lake City hierher in die Berge gefahren war. Witzigerweise ist er Ingenieur für Lichtsignalanlagen, also quasi Kollege. Ich habe mich dann noch mit einem Paar aus Aichach unterhalten, die sich über das Dachauer Nummernschild wunderten, aber nach 3 Minuten waren wir in der deutschen Politik und bei der Rente, konnten dann aber herzlich drüber lachen, als ob es dort nix interessanteres gäbe.

Dann gings über einen fast 3.000 m hohen Pass, und die Temperatur fiel bis auf 5 Grad, habe aber meine fingerlosen Handschuhe nicht gewechselt, aus Trotz, dachte mir, solange es noch weh tut, sind sie nicht erfroren. Beim Runterfahren läßt dann auch immer der Schmerz so schön nach. Apropos Fingerkuppen. Die haben ja schon so einiges mitgemacht, Fingerabdrücke könnte ich keine mehr abgeben, dafür fühlen sie sich jetzt an wie die Hakenseite eines Klettverschlusses, kann fast damit Kleidungsstücke aufheben. Man rät mir es mit Creme zu versuchen, aber warum denn? Jetzt noch was Rotes aus der Gegend des Capitol Reef Nationalparks. Und zum Schluss noch ein paar Impressionen überall, weiss gar nicht mehr wo das im einzelnen war.

Und Ganz zum Schluss noch ein Selbstauslöserfoto, wo man sieht, dass man schon richtig autofokussieren muss. Aber immerhin sieht man, dass die Strassenbeläge meistens eher rauh sind.

Jetzt geh ich noch in die etwas heruntergekommene Main Street von Green River, UT, und mach mal eine Serie über den Verfall der Städtchen entlang der Autobahnen. Das Thema hatten wir schon mal, in Alamogordo, NM, aber ich möchte das noch ein wenig vertiefen. Morgen dann, wenns der Wind zuläßt, die Runde um Moab, dann Bike waschen und am Montag weiter Richtung Salt Lake City. Bis dann.

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Rainer | USA 2012

Von Pismo Beach über San Francisco nach Carson City - Wer ist hier wetterwendisch?

by Rainer 20. May 2012 02:44

Da bin ich wieder, sitze nach dem für Bayern verlorenen Championsleague Endspiel in der Abendsonne und bereite mich innerlich auf die einsamste Straße der Welt vor, die 50, immer nach Osten durch Nevada und später nach Utah. Warum ich hier bin und nicht in San Francisco und dann die Küste hoch, davon berichtet dieser post. Also los gings in Pismo Beach erstmal frohgemut auf die berühmte Küstenstrasse. Natürlich habe ich auch wieder da angehalten, wo die Seelöwen sich tummeln, Felix A. wird sich erinnern. Liegen immer noch so faul rum, beschmeissen sich mit Sand und ertragen die Touristen.

Ein paar Blumen

Und in den folgenden Bildern sieht man schon den berüchtigten Nebel, der von jetzt auf nachher reinzieht und die Temperaturen abstürzen lässt.

Dabei könnte doch alles so schön sein, so wie hier. Geht schon wieder los, muss wieder die warmen Handschuhe auspacken. Noch ein paar Eindrücke von der Strecke. Es war nicht nur kalt, sondern auch sehr böig, man musste stellenweise ganz schön aufpassen. So, das war ja alles sehr interessant, In Richtung San Francisco nach Übernachtung in Monterey wurde dann das Wetter besser, leider nahm aber auch der Verkehr gewaltig zu. Habs also mühsam auf die Golden Gate Bridge geschafft und vom drüberliegenden Aussichtspunkt ein paar schöne Fotos der Brücke und von San Francisco gemacht, gutes Licht, wie man es sich wünscht.

Jetzt werden sich vielleicht einige fragen, warum ich diese Fotos nicht poste, wenn sie denn schon so schön sein sollen. Einfache Antwort: Hab die Speicherkarte nach dem Runterladen vom Vortag im Computer vergessen, also wars nix. Habe mir dann sofort eine altersgerechte Lösung ausgedacht, weil ich ja zwei Speicherkarten dabei habe. Eine bleibt immer im Rechner, und eine immer in der Kamera, so kann nix mehr passieren. Ich habe ja noch so ein paar pfiffige Lösungen mir ausgedacht, die z.B. verhindern, dass ich was vergesse usw.

Ich bin dann schliesslich in Napa gelandet, Weingegend, und hab einen vergleichsweise günstigen Übernachtungsplatz gefunden. Hier habe ich zum ersten Mal einen Menschen mit seinem Auto zur Dusche fahren sehen, bei laufendem Motor duschen und dann wieder zurückfahren. jetzt sind ja einige Camps in USA recht weitläufig, aber das war schon extrem.

Apropos vergessen. Ich tanke ja immer für ein paar Dollar und verlasse mich auf das Anzeigelicht der Reserve, dann kann ich immer noch gut 50 km weiterfahren. Wegen SF und dem Scheisswetter habe ich mir überlegt, dass es noch zu früh für die Küste ist, also nix wie zurück Richtung Lake Tahoe und Nevada, wo immer die Sonne scheint. Richtung Osten auf der Autobahn dahingedonnert, grelles Licht und dann ging der Motor aus, hab das Licht wohl übersehen oder es ist kaputt. Stand also auf dem Randstreifen der 8-spurigen Autobahn und bedachte mein Schicksal. 1 km entfernt war eine Ausfahrt, da konnte ich wohl hinschieben. Habs dann nochmal mit dem Starter versucht und, siehe da, mein treues Bike hat irgendwo in der Einspritzanlage noch Sprit gefunden und mich 2 km zur nächsten Tankstelle gebracht. Soviel Benzin hat noch nie reingepasst. Deshalb kriegt diese Tankstelle auch einen Platz in meinem post. Dann gings weiter, und mit dem Ende der Autobahn gings auch wieder in die Sierra, mit ein paar ausgesucht schönen Strecken, hier nur ein paar Eindrücke, an den besten Stellen konnte man wie immer nicht halten.

Ich dachte, nach den langen Erzählungen sind ein paar Fotos auch wieder schön. Ausserdem als extra Service für meinen Bruder, der die einfachen Geschichten liebt, hier also eine Fotoserie von der Zubereitung eines einfachen Abendessens. Auf dem Speiseplan steht Nudelsuppe mit Gurke.

Alles hergerichtet, von links: Wasserflasche, Spork und Taschenmesser, Gurke, Trockensuppe, Kocherset.

Jetzt ausgepackt, Topf, Kocher und Kartusche liegen frei.

Wasser in den Kochtopf.

Während das Wasser erhitzt wird, ist Zeit, die Gurke (engl. cucumber) zu schälen.

Jetzt Wasser auf die Nudeln giessen und paar Minuten warten, dabei umrühren.

Essen ist fertig, lecker, lecker. Das Heissmachen von Wasser hat den Vorteil, dass man nix spülen muss.

In Carson City bin ich einen Tag geblieben, um mir über die weitere Route Gedanken zu machen und ein wenig auszuruhen. Netter kleiner Ort, wo man überall die schneebedeckten Gipfel der Sierra Nevada sieht. Ein paar Eindrücke: Die Kneipen sind hier wirklich urig, so was gibts bei uns nicht, also mal wieder einen Kaffee getrunken im urigsten. Der Indianer schaut auch zu und vergisst weiterzulesen. So, das solls dann gewesen sein für heute. Bin gespannt, was die "einsamste Strecke der Welt" zu bieten hat, ist ja auch nur ein Marketingtrick. Und raus aus der Kneipe und auf den Highway, nicht ohne einen eggmacmuffin bei McDonalds verdrückt zu haben, ist lecker und wird so was wie mein Standardfrühstück. Vielleicht berichte ich ja mal über ein Frühstück bei McD, damit es auch mein Bruder richtig begreift. Bis dann.

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Rainer | USA 2012

6 - Las Vegas to Pismo Beach - Die Höhen und die Tiefen

by Rainer 16. May 2012 00:28

So, jetzt kanns nach ein paar technischen Problemen endlich lkosgehen, dass ich die letzten Tage mal aufarbeite. Es war wahnsinnig viel fahren dabei, von den tiefsten Tiefen (-100m) zu den höchsten Höhen (über 3000 m) dazu noch etliche Kurvenstrecken ganz exquisiter Art. Deshalb ruhe ich mich heute in Pismo Beach ein wenig aus und versuche, bei greller Sonne, kaltem Wind den post zu schreiben, während der Pazifik (10 Grad) hinter mir Krach macht, die Surfer freuts. Also Abschied von Las Vegas.

Dann nordwärts Richtung Death Valley, das ich erst am nächsten Morgen früh in Angriff nehmen wollte, aber dann hats mich wieder gepackt.

Da waren es erst 35 Grad, so um die Mittagszeit, aber dann gings ja noch weiter runter. Bin die ganze Strecke in einem Rutsch durchgefahren, durchschnittlich 40 Grad, aber mein wassergekühltes Bike hat alles klaglos ertragen, und wer fragt schon den Fahrer? Noch ein paar Impressionen. Nachdem ich das Tal durchquert hatte, fand sich auch noch ein Übernachtungsplatz in der Gegend von Bishop und am nächsten Tag wollte ich je nach Temperaturen nach Norden oder nach Süden fahren. Es wurde dann immer kälter, so daß ich bei Lee Vining beschloss, wieder umzukehren und mein Glück weiter südlich zu probieren. Aber dann habe ich meine dicken Handschuhe angezogen, weil mich das Schild Tioga Pass magisch angezogen hat. Es ist Zufall, dass ziemlich genau vor 25 jahren, auch im Mai, das frischvermählte Ehepaar Dangl und Alexy mit dem fast 1- jährigen Sohn Moritz (ja, genau der!) in dieser Gegend unterwegs war, mit einem gemieteten Wohnmobil. Die Fahrt über den Tioga Pass war dabei mit das aufregendst, weil sehr kurvenreich und eng und Schneereste. Zwischenzeitlich hat man die Strasse aber besser ausgebaut, war also mit dem Motorrad sowieso kein Problem. Ein paar Impressionen vom Weg, die Postkartenfotos hab ich nicht gemacht, war ein bisschen voll schon im Tal. Hier noch ein Eindruck von der Anfahrt zum Pass. Nach Süden schloss sich dann an den Park eine sehr schöne kurvenreiche Strecke an, selbst ich chronischer Geradeausfahrer konnte dem etwas abgewinnen. Ein Camp habe ich dann in Visalia, Nähe Fresno gefunden, wo ich für 2 Nächte blieb und am nächsten tag die Schleife durch den Sequoia Nationalpark gedreht habe, das ist der mit den dicken Bäumen. Auch von hier ein paar Impressionen, habe mich nirgends lange aufgehalten, war doch noch eine ziemliche Strecke und die Wäsche war auch noch fällig. Eigentlich wollte ich Mittags durch sein, aber einige üble Baustellen an der Zufahrt haben Zeit und Energie gekostet. Und hier noch ein schönes Bild. Da sieht mein Motorrad wirklich winzig aus, ungefähr wie es unter den vielen fetten Harleys wirkt.  Von Visalia nach Pismo Beach sollte dann eigentlich nur eine Art Zwischenetappe werden, habe mir nicht allzuviel davon erwartet. Die Strecke hat sich dann aber in einigen Bereichen als richtig schön, stellenweise irre herausgestellt. Ein Streckenabschnitt bestand aus lauter kurzen Kurven mit gewaltigen Überhöhungen, Achterbahn ist gar nix dagegen, kann man im Foto nicht wiklich darstellen. Also wieder nur ein paar Impressionen. Und dann habe ich an einer grossen Raststelle wieder jemand getroffen. An der weiter oben abgebildeten Kreuzung hats übrigens James Dean erwischt.

Das ist John, 78 Jahre alt, Familie sind ungarische Juden, Teile davon im dritten Reich ausgerottet. Fuhr für die Kriegsmarine und dann 30 Jahre alt für die Handelsmarine durch die Welt. Hat sich jetzt zum Ruhestand in Pismo Beach niedergelassen. Beaufsichtigt geistig Behinderte bei ihrer Putzarbeit (sowas gibt es hier häufiger) und kriegt dafür 10 $ die Stunde. Haben uns sehr nett über Blue Highways, Jack Kerouac und die Beatgeneration unterhalten. Hat mir Lokale in San Francisco empfohlen, wo der Geist von Alan Ginsberg, Neil Cassady, Jack Kerouac und wie sie alle heissen, noch präsent sein soll.. Wunderte sich, dass Deutschland Beethoven , Bach etc. hervorbringen konnte, aber auch das 3. Reich. John war blebenslang Gewerkschafter, und als solcher unterstützt er auch Obama. Ein wirklich belesener, intelligenter Mensch. Eine sehr erfreuliche Begegnung.

Und nun ein kleines Zwischenspiel: Zeltaufbauen auf dem Campingplatz in Pismo Beach, kein Rasen, dafür Bretterwand. Wegen angedrohten Winden hab ich mich in ein Eck versteckt. Jetzt gehts also los. Zuerst die Unterlage. Dann das Innenzelt auslegen und Gestänge vorbereiten.

Gestänge aufbauen, Innenzelt einhaken. An diesem Punkt wird der Zeltaufbau für das Einräumen unterbrochen, weil es wegen der großen Zugänge viel besser geht, in meinem Alter denkt man sich solche Sachen aus. Das wichtigste Utensil: 12 Volt Luftpumpe für mein Luxusbett. Das Bett ist fertig und passt tatsächlich ins Zelt, 1x2 m, hab ich nicht mal zu Hause. Jetzt den Schlafsack und weitere Utensilien einräumen. Und so ist alles bereit für eine angenehme Nachtruhe. Weiter gehts mit dem Überzelt. Erst Zelt drüberwerfen. Dann am Gestänge befestigen. Fast fertig. An den Ecken werden einfach Haken eingehängt, sehr bequem. Und so schauts dann fertig aus, hingeschmiegt an das bisschen Grün auf dem Platz. Zu guter Letzt noch ein paar Eindrücke von Pismo Beach. Was irgendjemand bewogen hat, an dieser Stelle ein Kraftwerk zu errichten, bleibt unerklärlich. Ausbesserungsarbeiten für die neue Saison. Und hier noch was für Moritz, würde sich auch gut als Motto für unseren Blog eignen. Haie an Land. Und hier noch was für Felix, Ford Mustang neuestes Modell. Kontrastprogramm wäre dann noch dieser hier. Besonders interessant war der Anhänger mit einem Überzug aus feinstem Leder. Meine Güte. Und da fährt er hin. Jetzt noch ein paar Eindrücke. So, das solls dann für heute gewesen sein, das nächste Mal zeig ich euch dann, wie ich das Zelt wieder abbaue (nein, Scherz). Morgen gehts Richtung Norden, in zwei Tagen nach San Francisco, und da muss ich dann die Kneipen suchen.

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Rainer | USA 2012

Woche 4 - Rund um Las Vegas

by Rainer 9. May 2012 19:11

Hallo, da bin ich wieder. Ich sitze bei einem Hondahändler in LV, der gerade eine grosse Inspektion durchführt, das wird teuer. So teuer, dass ich es nicht in der laufenden Kostenverfolgung (würde glatt die Skalierung sprengen) unterbringe, sondern eine eigene Seite anlegen werde, in der ich alle sonstigen Kosten aufzeige, z.B. auch Fahrzeugabschreibung und dergleichen. Am Schluss der Reise kann man dann analysieren, was die Gesamtreise wirklich gekostet hat, natürlich unter Berücksichtigung der Tatsache, dass ich zu Hause ja auch nicht ganz kostenlos rumlaufe bzw. -fahre. Also, wen es interessiert,das kommt bald unter "PAGES", dann auf Englisch, weil ich die Infos dann später auch an horizons unlimited weitergeben möchte. Genug der Vorrede, wieder auf die Strasse. Nach der schönen Fahrt von Laughlin, NV nach Las Vegas, NV, habe ich einen Hondahändler gefunden und den Inspektionstermin klargemacht. Dann waren noch ein paar Tage Zeit, in denen ich wieder nach Osten Richtung Monument Valley fahren wollte. Zunächst Richtung Hurricane, UT, immer auf der Autobahn lang. Nach der Übernachtung habe ich dann die 89alt nach Page eingeschlagen. Traumhafte Fahrt. Die typische Zwischenstation an einer größeren Kreuzung, hier Kaibab. Dann habe ich mich für den südlicheren Weg Richtung Page, AZ, entschieden, weil ich ja eigentlich zum North Rim, Grand Canyon, fahren wollte. Schöne Fahrt durch die Wälder, aber die Zufahrtsstrasse zum Grand Canyon war noch gesperrt, seis drum, man muss ja nicht alles haben. Und hier deutet sich schon ein besonders schöner Streckenabschnitt an.

Die folgenden Bilder sind von der Strasse, die bis zum Colorado runterführt. Auf dem Rückweg habe ich noch ein paar dicke Steine auf fragilen Stützen fotografiert, wirklich lustig. Hier ein weiterer Ausblick auf den Colorado. In Page habe ich dann einen sehr interessanten Campingplatz gefunden,

Mit Mauern abgegrenzt, Sand wie am Strand, viel Schatten, sowas hab ich noch nicht gesehen. Sonst gibts ja meistens nur eine Restwiese. Dieser Platz war am Freitagabend schon überfüllt. Eigentlich wollte ich am nächsten Tag eine Runde über das Monument Valley drehen, habe aber nach der anstrengenden Fahrt vom Vortag vorgezogen, einen Ruhetag einzulegen und mir den Big Bend anzuschauen, den wahrscheinlich jeder von Fotos kennt. Ist wirklich sehr eindrucksvoll, wenn ich mich näher an den Abgrund getraut hätte,

Aber eins ist mir dann doch noch einigermassen gelungen. Die Pflanzenwelt ist derzeit auch noch ganz schön, auch wenn ich nix davon verstehe, aber ab und zu knips ich mal was, der Kenner wirds schon erkennen. Am nächsten Tag gings dann wieder Richtung Las Vegas, mit Übernachtung in St. George, und dabei durchquert man den Zion Nationalpark. Das Wetter war wunderbar, ein Traum vom biken. So, das wars dann mal wieder. Am frühen Morgen beim Händler siehts so aus, später steht dann alles mit bikes voll, und ich warte in meiner Besucherecke darauf, dass das bike fertig wird. Hat aber bisher alles gut funktioniert. Diemal ist Öl und Zündkerzen und noch ein paar Sachen fällig. Weiter solls dann wieder Richtung Westen gehen, morgen vielleicht durchs Death Valley, falls ich früh genug wegkomme. Falls jemand Fotos aus Las Vegas vermisst, es sieht eigentlich immer gleich aus. Gerade spricht mich Emily an und kommt deshalb auch noch in diesen Post, neben fast meiner Shadow. So, dann bis zum nächsten Mal.

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Rainer | USA 2012

Rainer

Rainer, born 1948, the father

Being a professional road engineer and traffic and transport planner, Rainer keeps an eye on road details and safety issues. Paradoxically, he loves riding straight road sections more than curved ones, and horsepower of his ride doesn’t mean anything to him, but rather fuel consumption. Presently he happily rides an 11 hp scooter at home. His favourite travel destination remains Southwest USA. Low budget travel, especially for the elderly, is dear to his heart.
Petershausen, Germany

Done with indoor complaints,
libraries and querulous criticisms,
strong and content
I travel the open road.

 Walt Whitman