Moritz

Moritz, born 1986, the son

Left home at the age of 17, on his first ride, a 125 cc scooter. Managed to turn his love for computers in a respected profession (programmer) and is happy to be able to work where his bike is. Tested speed driving on a Honda Hornet bike, then turned to the offroad section of the motorcycling world. Having spent a volunteer year in Laos, Asia became his second home. Besides the love for traveling he keeps an interest in all kinds of electronics for travel documentation.
Bangkok, Thailand

The traveler sees what he sees, the tourist sees what he has come to see.

 Gilbert K. Chesterton

Tag cloud


current distance: 8817km

23 Durch Colorado

by Rainer 17. August 2012 19:36

Sturgis is over, und der Highway ruft. Zunächst einfach Richtung Süden nach Nebraska, und überall sind noch versprengte Gruppen von Bikern anzutreffen. Zu Sturgis wäre noch zu sagen, dass alles nicht so wild war, weil sich die Menge doch in einem grossen Umkreis ausbreitet, man kann auch immer noch ein Campingplätzchen finden. Aber nun weiter. Hier in einer Geisterstadt, sehr beliebt bei Bikern. Und an der folgenden Tankstelle hatte ich noch Glück, bevor ganze Horden einfielen, und das wars dann aber auch mit den Nachwehen von Sturgis.

Nebraska ist nicht aufregend, lange Meilen mit gar keiner Landschaft. Aber dann gings nach Colorado, und da ist es richtig hoch. Hier sind tatsächlich einmal 4 Hondafahrer zusammengetroffen, eine Seltenheit in Harleyland. Noch ein paar Eindrücke den hohen Pass hinauf.

Und wers nicht glaubt, hier ein Blick auf das Navi, die höchste Stelle war dann über 3.700 m.

Im Grunde bin ich den ganzen Tag in Höhen zwischen 3000 und 3700 m gefahren. Dann auf die Autobahn, auch über 3.000 m hoch. In der Gegenrichtung nach Denver hatte sich an diesem Sonntagabend ein Megastau von 30 km gebildet.

Ein See auf der weiteren Strecke, alles ganz hübsch, nach amerikanischen Maßstäben schon recht dichter Tourismus.

Dann angekommen in einem kleinen Ort namens Leadville, wo ich ein Camp in 3088 m bezog. Ein paar Eindrücke aus diesem Ort sollen nicht fehlen.

Sehr selten in Amerika, ein Kirchturm fast in Ortsmitte. Und auf einem Foto sieht man auch ganz schön, wie sich das Wellblechdach hinter der schönen Fassade versteckt. Der Spaziergang hatte mich durstig gemacht, und ein Bier schien die Lösung. Was lag da näher, als der Anpreisung zu folgen.

Das kleine Heineken kostete 4 Dollar, und ich fühlte mich schon wie in Kazachstan. Also habe ich es bei dem einen Bier belassen, solche Ausgaben sind nicht vorgesehen, wenn ich doch bei der Tankstelle ein 2/3 ltr Kaltgetränk (Bud Light, die nennen das hier auch Bier) für 1.29 Dollar bekommen kann.

Am nächsten Tag nach kühler Nacht dann weiter, und wieder ein aufgelassenes Motel mit stehengelassenen Strassenkreuzern.

Ouray ist ein hübshes kleines Städtchen mit einem Biergarten (?)

Von oben sieht die Stadt dann so aus.

Weiterhin dramatische Landschaften, eher hochalpin. Und schliesslich bin ich zwischen Durango und Cortez auf ein Camp gefahren. Von hier ist es nicht mehr weit bis Arizona. Im Augenblick bin ich wieder mitten im Südwesten, und nach Colorado ist mir zum ersten Mal der Gedanke gekommen, doch etwas früher heimzukehren, mir gehen die Ziele aus. Aber erstmal mache ich noch eine grosse Runde durch den Südwesten, der natürlich das absolute Highlight bleibt, und wenn ich dann in Taos, New Mexiko, bin, werde ich mal meine Heimreise in Angriff nehmen. Bis zum nächsten Mal, es grüsst der Indianer.

37.353, -108.585

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Rainer | USA 2012

22 Sturgis

by Rainer 6. August 2012 18:20

Nach einer Woche Sturgis bin ich jetzt ein wenig erschöpft und plane meine Abreise in 2 Tagen. Es ist nach kurzem Kälteeinbruch wieder sehr heiss geworden, aber mein Zelt steht im Schatten und mit einem leichten Wind gelingt sogar die mittägliche Siesta. Nichtsdestoweniger wächst die Lust auf einsame Strassen, ich muss also wieder auf die Piste. Alles hier ist laut, schrill, manchmal teuer, aber natürlich ein Erlebnis. Machen wir doch einfach mal einen kleinen Rundgang.

Da bin ich bestens untergekommen.

Und hier die typischen Motorhomes, viele haben Anhänger mit Motorrädern dran. Und so gehts dann schonmal los, auf dem Platz.

Diese Kreuzung am Interstate ist für mich deshalb wichtig, da über sie die Flucht aus Sturgis gelingen muss. Hier ist noch nicht viel los, aber der MacDonalds links ist immer meine erste Anlaufstation für Frühstück und internet. Dann weiter in die Stadt hinein, auf die Lazelle Street, eine der beiden Hauptachsen der Veranstaltung. Zur Einstimmung schon mal ein paar Bikerfotos.

Zu dem letzten Bild wäre noch zu sagen, dass Trikes, also dreirädrige "Motorräder", einen beträchtlichen Anteil am Markt hier haben, also jeder, der die dicke Harley nicht mehr schafft, holt sich gewissermassen ein Stützrad.

Ortseingang Sturgis, doch über 6.000 Einwohner.

Überraschung! Einer fährt dasselbe Bike wie ich. Insgesamt ist hier mindestens 95% Harley. Hier beginnt nun die parallel verlaufende Main Street, und man könnte meinen, dass gewisse Fahrergruppen ein einheitliches Farbschema haben.

Am Rande finden sich immer kleine Ecken, wo irgendwelche Bastler aktiv sind.

Um ein gutes Foto von der Main Street zu bekommen, kann man für 5 Dollar auf den Turm steigen und 5 Minuten lang knipsen. Ich habe mir das Geld gespart und hab ganz normal entlang der Strasse fotografiert.

Das ist sie also, die berühmte Main Street, man sieht es zwar nicht, aber sie ist gut1,5km lang, alles voller geparkter Motorräder.

Der Herr auf dem Foto schaut so freundlich, weil er gerade von jemandem, der neben mir steht, fotografiert wird.

Und aus der Bar kann man sich dann alles anschauen. Noch ein paar Impressionen von der Main Street.

Wie man sieht, kann man auf dem Motorrad auch essen, und viele rauchen, man kann das alles schön sehen, weil keiner einen Helm trägt. Dieser Fahrer muss wohl eine Schwäche für Jägermeister haben, ein wirklich dickes bike. Das hier ist ein 8 Zylinder, mit diesen dicken Dingern fahren hier auch einige rum. Tattoos. Ich hätte nicht gedacht, wieviele Leute sich freiwillig entstellen lassen, eigentlich jeder. Seltsam. Attraktive Damen sieht man hier bei Autowaschanlagen, bei Clubs und ... bei Rechtsanwälten, die hier zahlreich vertreten sind, sehr amerikanisch.

Die meisten Biker hier haben Bärte (Männer), sind dick (Frauen und Männer) und haben Tattoos (dto).

Hier wollte man mich die Treppe rauflocken, alles eher harmlos hier.

Auf dem Weg zur Schicht, aber wo?

Anhänger gibts hier in jeder Form und Machart. Und jetzt noch eine collage von verrückten Modellen, die bei Harley für einen Wettbewerb ausgestellt waren.

Zu letzterem Gefährt passt auch noch das folgende.

Und natürlich fuhr auch der eine oder andere Hund mit. Und dann noch das. Am Strassenrand halten Bikinischönheiten Schilder hoch, auf denen für Ölwechsel und Bikewäsche geworben wird. Manchmal wird auch für irgendwelche Homepages geworben.

So, und das ist eine gute Gelegenheit, mit diesem Post aufzuhören, man könnte natürlich ewig weitermachen, aber das wird dann langweilig. Jedenfalls war es ein grosser Spass, trotzdem mach ich mich bald wieder auf den Weg.

Kleines Suchspiel ganz zum Schluss.Bis dann.

44.411, -103.508

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Rainer | USA 2012

21 Moritz Bierspende

by Rainer 4. August 2012 23:42

Selbst Moritz hat es für nötig befunden, mir eine Bierspende zukommen zu lassen, dabei trink ich fast gar nichts, wenn man von den Frühschoppen in Sturgis einmal absieht. Die Spende wurde in diesem Fall mit einem konkreten Anliegen verbunden, nämlich unser 1world2go logo in Übergröße an mein Zelt zu heften. Gar nicht so leicht, wie man vielleicht denkt, denn alle "normalen" Läden in Sturgis werden für die bike week ausgeräumt und vermietet, es gab also keinen print shop. Ich habe dann einen in Rapid City ausfindig gemacht, und so konnte ich eine schöne Tour zum Mount Rushmore damit verbinden. Der Weg dahin war sehr schön, die Black Hills, viele kleine Orte, die mit Motorrädern voll waren. Dann der Mount Rushmore.

Dann noch etwas näher dran.

Näher bin ich dann nicht mehr gefahren, weil der offizielle Parkplatz wieder mal fee area war, was heisst, ich soll dafür bezahlen, dass ich mir den Berg anschaue, mach ich nicht. Also wieder zurück und in Richtung Crazy Horse Denkmal,das erst ein ganz bisschen fertig ist. hab einen getroffen, der mir das Abzocksystem erklärt hat. Erstmal Eintritt zahlen, bevor man was sieht. Dann nochmal Eintritt, damit man näher ran darf. Mich erinnert das ganze an den skywalk, an dem ich mit Felix das Abzocksystem der Indianer schon kennenlernen durfte. Holen sich alles zurück, was der weisse Mann ihnen geklaut hat, ich fühle mich allerdings nicht angesprochen. Also kein Crazy Horse. Stattdessen eine Pause in einem der kleinen Städtchen, hier ein paar Eindrücke.

Und hier noch ein paar Blumen.

Dann weiter nach Rapid City, wo mein Navi den Laden auch finden konnte.

Leider konnte ich dann von den 15 Euro Bierspende nur eine kleine Ausgabe des Logos bezahlen, doppelt so groß hätte über 50 Dollar gekostet.

Es war ein Hagelsturm angekündigt, der dann nicht kam, und so habe ich 4 Bier a 2 Dollar getrunken, damit habe ich das Budget fast erschöpft. Hat gut geschmeckt, danke, Moritz.

44.091, -103.228

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Rainer | USA 2012

20 Der Weg nach Sturgis

by Rainer 2. August 2012 22:58

Hallo, da bin ich wieder. Ich sitze vorzeitig auf dem Campingplatz in Sturgis, und das kam so: Ich war früh dran und dachte, ich könnte nachfragen, ob meine Reservierung und Zahlung auch angekommen war, und das tat ich dann auch, und siehe da, die Unterlagen waren weg. Ich hatte aber die Bestätigung dabei, und so war das wieder aufzufinden. 4 Nächte für je 27 Dollar. man hat mir dann angeboten, wenn ich 12 Tage buche, dann kostet es bloss 70 Dollar insgesamt mehr, und meine Zahlung wird als Anzahlung verrechnet. Damit komme ich viel billiger weg, und je nachdem, wann ich wieder abhaue, zahl ich in jedem Falle weniger als 20 Dollar. Das hat mich überzeugt, und ich kann ja von hier aus auch noch Ausflüge machen. Und so krieg ich jetzt hier die ganze Vorbereitung mit, wandere jeden Tag zweimal in die Stadt und fahr auch ein bisschen rum. Die Stadt hat 5.000 Einwohner und es werden bis zu 500.000 Menschen erwartet. Noch ist der Campingplatz ziemlich leer, und im Biergarten (!) verlieren sich nur wenige Leute. Ich weiss noch gar nicht, wie ich euch Sturgis näherbringen soll, muss mir noch was überlegen. Einstweilen deshalb noch ein kleiner Beitrag von der Fahrt hierher mit dem Höhepunkt Devils Tower.

Auf dem Weg zwischen Buffalo und Gillette einige schöne Streckenabschnitte, und dann habe ich auch ein paar originelle Biker/innen getroffen.

Sehr nette Damen, viele Tattoos. Weiter dann zum Devils Tower, ein Monolith, bekannt aus dem Film "First Encounter of the third kind" von Steven Spielberg. Steht wirklich sehr alleine und eindrucksvoll rum. Vorher gabs aber noch was zu feiern.

Kilometerstand 40.000+ Eigentlich wollte ich bei 40.000 genau anhalten, bei meinem Glück war ich genau in einer Autobahnbaustelle, kein Anhalten möglich. Also hat mich mein Bike, das ich jetzt Bikie nenne, im übertragenen Sinne einmal um die Erde getragen, und das ohne jeden Muckser, das ist doch eine Erwähnung wert.

Da steht er, der Berg, und ich hatte das Glück, ein Camp mit Blick auf ihn zu finden.

Dazu Musik von Mike Oldfield (New Age) und viele viele Dosen Bier. Jetzt versteh ich auch, warum die vielen Esoteriker hierherströmen, hat was magisches. Dann waren da noch Leute, die ein Bettlaken aufgespannt haben und einen Computer und Projektor dabei hatten, und es sollte für uns paar Camper der Film laufen, was mich dazu bewogen hat, den anderen Bier zu spendieren.

Aber es sollte nicht sein, Computer streikte, also kein Film, schade. Also noch ein paar Stimmungsbilder vom Abend.

Wirklich ein schöner Sonnenuntergang.

Am nächsten Tag bin ich dann noch etwas näher hingefahren.

So, das war der kurze Bericht, jetzt muss ich erstmal Sturgis in den Griff kriegen, und dann melde ich mich wieder. Schon jetzt kann ich sagen, dass ich praktisch der einzige ohne Tattoo und Harley und mit Helm bin. Also ich werde mal versuchen, die Sache etwas zu strukturieren, damit jeder auf seine Kosten kommt. Bis dann..

44.296, -105.502

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Rainer | USA 2012

Rainer

Rainer, born 1948, the father

Being a professional road engineer and traffic and transport planner, Rainer keeps an eye on road details and safety issues. Paradoxically, he loves riding straight road sections more than curved ones, and horsepower of his ride doesn’t mean anything to him, but rather fuel consumption. Presently he happily rides an 11 hp scooter at home. His favourite travel destination remains Southwest USA. Low budget travel, especially for the elderly, is dear to his heart.
Petershausen, Germany

Done with indoor complaints,
libraries and querulous criticisms,
strong and content
I travel the open road.

 Walt Whitman