Moritz

Moritz, born 1986, the son

Left home at the age of 17, on his first ride, a 125 cc scooter. Managed to turn his love for computers in a respected profession (programmer) and is happy to be able to work where his bike is. Tested speed driving on a Honda Hornet bike, then turned to the offroad section of the motorcycling world. Having spent a volunteer year in Laos, Asia became his second home. Besides the love for traveling he keeps an interest in all kinds of electronics for travel documentation.
Bangkok, Thailand

The traveler sees what he sees, the tourist sees what he has come to see.

 Gilbert K. Chesterton

Tag cloud


current distance: 8817km

25 Noch eine grosse Runde durch den Südwesten

by Rainer 27. August 2012 00:57

Nach Sturgis und Colorado hatte ich ja noch sehr viel Zeit und deshalb wollte ich nochmal einige besondere Plätze im Südwesten aufsuchen. Arizona empfing mich so:

Ich war wieder zu Hause. Und die aufgelassenen Gebäude, in diesem Fall ein indianisches Visitor Center, begrüßten mich ebenfalls.

An diesen Felsen, die es nicht nur im Monument Valley gibt, kann ich mich nicht sattsehen.

Dann wollte ich weiter zum 4 Corners, der einzigen Stelle in den USA, an der 4 Staaten aneinandergrenzen.

Hier bin ich bereits umgekehrt. 3 Dollar für einen Punkt auf der Landkarte und Shop und Cafe besuchen dürfen, das erregte bei mir wieder Skywalkgefühle, nein, muss ich nicht haben. Für 3 Dollar kriegt man ein Bier.

Dann lieber wieder zu meiner Lieblingsbeschäftigung, an einsamen Tankstellen Kaffee trinken. Und sich kostenlose Attraktionen am Wegesrand anschauen, hier zum Beispiel ein Felsen bei Mexican Hat, man kann sich denken, warum der so heisst.

Was nicht passt, wird passend gemacht, immer schöne Strassen.

Auch diese Stelle ist irgendwo, nirgends als besonders sehenswert verzeichnet.

Zu diesem Bild wieder eine kleine Geschichte. Getroffen am McDonalds in Page. Jerry fährt auch eine Shadow, und begründet es damit, dass sie gut handhabbar ist und dass er mit beiden Beinen fest auf dem Boden stehen kann. Jerry kommt aus Salt Lake City, ist 79 (!) Jahre alt und fährt 3 Wochen durch den Südwesten. Zitat:" Wenn ich noch mal Lust auf eine Reise bekomme, fahre ich nach Alaska". Manche Leute nötigen einem Bewunderung ab.

Dann gings zum Grand Canyon, Nordseite, die ich noch nicht kannte und die bei meiner ersten Vorbeifahrt noch wegen Schnees geschlossen war. Haha. Dann wurde es dunkel und Regen und schliesslich Hagel machte ein Weiterfahren nahezu unmöglich. Oben schien dann wieder die Sonne, als wäre nichts gewesen.

Ein paar Eindrücke der Nordseite. Vielleicht nicht ganz so spektakulär wie die Südseite, aber viel weniger besucht, einfach gemütlicher.

Und jetzt noch ein Panorama Später dann diese Landschaften.

Zur Erholung mal wieder ein Blümchen.

Weiter gings nach Nevada auf den Extraterrestrial Highway, bestimmt einer der schönsten.

So was von einsam und alleine.

Diese Strecke war 310 km ohne Tankstelle, und ein bisschen zittert man ja schon, aber vorweg, bei 304 km ist meine Reservewarnlampe angegangen, es hätte also noch gut 40 km weiter gehen können. Und dann - Überraschung! - in der Ferne ein kleiner Ort mit der einzigen Gastwirtschaft auf der ganzen Strecke.

Die Kneipe hiess AleInn, ein kleines Wortspiel, und man hat tapfer das extraterrestrische thematisiert. Und die Dollarscheine an der Decke gehören hier wohl zur Standardausstattung. Noch ein paar Impressionen.

Es wurde immer heisser, und weil ich früh aufgebrochen war, war ich auch schon früh im Zielort Tonopah und bin dann mal in ein Motel gegangen, weil ich nicht mehr wusste, wie ich bei der Hitze den Nachmittag überstehen sollte, hab ich in den kommenden Tagen noch ein paar mal gemacht.

Tonopah war eine Minenstadt, und der alte Friedhof, um 1900 angelegt, ist erhalten als Denkmal.

Und wieder auf die immer heissere Strecke runter zum Death Valley von Norden her.

Auf dem Weg liegt Scottys Castle, hat auch mal ein verrückter bauen lassen und kostet heute Eintritt. Bin nicht so neugierig, aber ein Ranger gab mir wichtige Temperaturhinweise.

Noch ein Bild zum Abschied und dann nix wie weiter, um noch bei unter 40 Grad aus dem Death Valley wieder rauszukommen.

Zum nächsten Bild gibts eine kleine Geschichte. In Ballarat wurde die berühmte Startszene aus "Easy Rider" gedreht, wo Peter Fonda und Dennis Hopper mit ihren Motorrädern auf die Reise gehen. Heute eine Ghost Town, 5 km Erdstrasse vom Highway entfernt. Schaff ich leicht, dachte ich mir und fuhr los, obwohl es bereits über 40 Grad hatte. Anfangs gings ja noch, aber dann kam der Sand und beinahe eine Flugeinlage von mir. Habe dann auf halber Strecke betrübt umkehren müssen und mir Moritz' Bike gewünscht.

Und ein bisschen Sand habe ich auch aufgelesen. Da ich ja nie Schuhe putze, wird mich dieses Ereignis noch ne Weile begleiten. Das wars für diesmal. Bis dann.

38.071, -117.229

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Rainer | USA 2012

24 Bierspende von Mathilde H. am Bagdad Cafe, Arizona

by Rainer 22. August 2012 22:59

 

 

Mathilde H., genannt Mathil, hat mir eine schöne Bierspende zukommen lassen und ich musste mir überlegen, wo ich diese besonders einsetzen kann. Einen Bezug zum Bayerischen sollte das ganze schon haben, und was lag da näher, als den Ort aufzusuchen, an dem der Film "Out of Rosenheim" mit Marianne Sägebrecht gedreht wurde. Jetzt ist ja Rosenheim nicht Oberstimm, aber verwandtschaftliche Beziehungen bestehen ja auch dahin.

Das Bagdad Cafe liegt in der Nähe von Newberry Springs an der alten Route 66, und der Ort sieht ja erstmal trostlos wie so viele Orte aus. Aber immerhin schon eine Palme.

Bevor wir den Drehort des Films erreichen, erstmal eine kurze Beschreibung des Films. Quelle Wikipedia.

Jasmin Münchgstettner aus Rosenheim steigt nach einem handfesten Streit mit ihrem Mann aus dem Auto und steht allein in der Wüste Kaliforniens. In ihrem Lodenkostüm mit Handtasche und Koffer begibt sie sich nach Bagdad – einem kleinen Ort, der aus dem heruntergekommenen Bagdad Café mit angeschlossenem Motel und Tankstelle besteht. Hier trifft sie auf Brenda, die ihren Mann kurz zuvor in die Wüste geschickt hat. Bagdad Café in Newberry Springs, Kalifornien (2001) Nachdem sie sich hier ein Zimmer gemietet hat, muss Jasmin feststellen, dass sie den Koffer ihres Mannes durch die Wüste gezogen hat. Die im Zimmer verstreuten Reise-Utensilien samt Rasierpinsel und bayerischer Lederhose verstärken Brendas Vorbehalte gegenüber Jasmin. Doch nach und nach bricht das Eis. Besonders durch Brendas Kinder wird aus anfänglichem Misstrauen allmählich Freundschaft. Im Koffer ihres Mannes findet Jasmin einen Karton mit Anleitungen für Zaubertricks, die sie wenig später im Bagdad Café vorführt. Nachdem sich ihre kleine Zaubershow unter den Truckern herumgesprochen hat, ist das Café immer voll und damit gerettet.

Heute sind noch Reste des Drehortes vorhanden. Der Ort Bagdad ist da aber gar nicht, der ist ein gutes Stück weiter und hat mit dem Drehort nix zu tun.

So nähert man sich von Osten, und am rechten Bildrand ist schon das Motel zu erkennen.

Und da ist es , heisst heute auch wieder Bagdad Cafe und vermarktet seine Bekanntheit nach besten Kräften. Der alte Airstreamer Wohnwagen im Hintergrund stammt auch noch aus dem Film.

Näher ran jetzt.

Der Eingangsbereich, voll mit Aufklebern und Visitenkarten.

Innen schauts dann so aus, mit den üblichen Route 66 Devotionalien. Man hat mir erzählt, dass vor einer Stunde Tourbusse mit 150 Leuten da waren, nicht zu fassen.

Hinter dem Gebäude der übliche Müll, aber das ist er nicht, der Airstreamer aus dem Film.

Das ist er. Da wollen wir doch mal reinschauen. Jack Palance ist leider nicht mehr da.

Völlig ausgeräumt, man sieht im Hintergrund das Motel.

Aber jetzt das wichtigste, Mathils Bierspende. Ich habe mir ein Bier geben lassen und ein Foto gemacht.

Oops, da ist was schiefgegangen, also nochmal.

Jetzt. Auch wenns kein Barthelmarktbier war, hat es doch gut geschmeckt, weil eiskalt, und bei dem Alkoholgehalt kann man auch getrost weiterfahren. Es hat übrigens 4.5 Dollar, ca 3.5 Euro gekostet, und wie Moritz bei seinem teuren Guiness in Almaty kann man das dank der Bierspende locker verschmerzen, also nochmal herzlichen Dank. Und wieder auf den Highway.

34.831, -116.688

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Rainer | USA 2012

23 Durch Colorado

by Rainer 17. August 2012 19:36

Sturgis is over, und der Highway ruft. Zunächst einfach Richtung Süden nach Nebraska, und überall sind noch versprengte Gruppen von Bikern anzutreffen. Zu Sturgis wäre noch zu sagen, dass alles nicht so wild war, weil sich die Menge doch in einem grossen Umkreis ausbreitet, man kann auch immer noch ein Campingplätzchen finden. Aber nun weiter. Hier in einer Geisterstadt, sehr beliebt bei Bikern. Und an der folgenden Tankstelle hatte ich noch Glück, bevor ganze Horden einfielen, und das wars dann aber auch mit den Nachwehen von Sturgis.

Nebraska ist nicht aufregend, lange Meilen mit gar keiner Landschaft. Aber dann gings nach Colorado, und da ist es richtig hoch. Hier sind tatsächlich einmal 4 Hondafahrer zusammengetroffen, eine Seltenheit in Harleyland. Noch ein paar Eindrücke den hohen Pass hinauf.

Und wers nicht glaubt, hier ein Blick auf das Navi, die höchste Stelle war dann über 3.700 m.

Im Grunde bin ich den ganzen Tag in Höhen zwischen 3000 und 3700 m gefahren. Dann auf die Autobahn, auch über 3.000 m hoch. In der Gegenrichtung nach Denver hatte sich an diesem Sonntagabend ein Megastau von 30 km gebildet.

Ein See auf der weiteren Strecke, alles ganz hübsch, nach amerikanischen Maßstäben schon recht dichter Tourismus.

Dann angekommen in einem kleinen Ort namens Leadville, wo ich ein Camp in 3088 m bezog. Ein paar Eindrücke aus diesem Ort sollen nicht fehlen.

Sehr selten in Amerika, ein Kirchturm fast in Ortsmitte. Und auf einem Foto sieht man auch ganz schön, wie sich das Wellblechdach hinter der schönen Fassade versteckt. Der Spaziergang hatte mich durstig gemacht, und ein Bier schien die Lösung. Was lag da näher, als der Anpreisung zu folgen.

Das kleine Heineken kostete 4 Dollar, und ich fühlte mich schon wie in Kazachstan. Also habe ich es bei dem einen Bier belassen, solche Ausgaben sind nicht vorgesehen, wenn ich doch bei der Tankstelle ein 2/3 ltr Kaltgetränk (Bud Light, die nennen das hier auch Bier) für 1.29 Dollar bekommen kann.

Am nächsten Tag nach kühler Nacht dann weiter, und wieder ein aufgelassenes Motel mit stehengelassenen Strassenkreuzern.

Ouray ist ein hübshes kleines Städtchen mit einem Biergarten (?)

Von oben sieht die Stadt dann so aus.

Weiterhin dramatische Landschaften, eher hochalpin. Und schliesslich bin ich zwischen Durango und Cortez auf ein Camp gefahren. Von hier ist es nicht mehr weit bis Arizona. Im Augenblick bin ich wieder mitten im Südwesten, und nach Colorado ist mir zum ersten Mal der Gedanke gekommen, doch etwas früher heimzukehren, mir gehen die Ziele aus. Aber erstmal mache ich noch eine grosse Runde durch den Südwesten, der natürlich das absolute Highlight bleibt, und wenn ich dann in Taos, New Mexiko, bin, werde ich mal meine Heimreise in Angriff nehmen. Bis zum nächsten Mal, es grüsst der Indianer.

37.353, -108.585

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Rainer | USA 2012

22 Sturgis

by Rainer 6. August 2012 18:20

Nach einer Woche Sturgis bin ich jetzt ein wenig erschöpft und plane meine Abreise in 2 Tagen. Es ist nach kurzem Kälteeinbruch wieder sehr heiss geworden, aber mein Zelt steht im Schatten und mit einem leichten Wind gelingt sogar die mittägliche Siesta. Nichtsdestoweniger wächst die Lust auf einsame Strassen, ich muss also wieder auf die Piste. Alles hier ist laut, schrill, manchmal teuer, aber natürlich ein Erlebnis. Machen wir doch einfach mal einen kleinen Rundgang.

Da bin ich bestens untergekommen.

Und hier die typischen Motorhomes, viele haben Anhänger mit Motorrädern dran. Und so gehts dann schonmal los, auf dem Platz.

Diese Kreuzung am Interstate ist für mich deshalb wichtig, da über sie die Flucht aus Sturgis gelingen muss. Hier ist noch nicht viel los, aber der MacDonalds links ist immer meine erste Anlaufstation für Frühstück und internet. Dann weiter in die Stadt hinein, auf die Lazelle Street, eine der beiden Hauptachsen der Veranstaltung. Zur Einstimmung schon mal ein paar Bikerfotos.

Zu dem letzten Bild wäre noch zu sagen, dass Trikes, also dreirädrige "Motorräder", einen beträchtlichen Anteil am Markt hier haben, also jeder, der die dicke Harley nicht mehr schafft, holt sich gewissermassen ein Stützrad.

Ortseingang Sturgis, doch über 6.000 Einwohner.

Überraschung! Einer fährt dasselbe Bike wie ich. Insgesamt ist hier mindestens 95% Harley. Hier beginnt nun die parallel verlaufende Main Street, und man könnte meinen, dass gewisse Fahrergruppen ein einheitliches Farbschema haben.

Am Rande finden sich immer kleine Ecken, wo irgendwelche Bastler aktiv sind.

Um ein gutes Foto von der Main Street zu bekommen, kann man für 5 Dollar auf den Turm steigen und 5 Minuten lang knipsen. Ich habe mir das Geld gespart und hab ganz normal entlang der Strasse fotografiert.

Das ist sie also, die berühmte Main Street, man sieht es zwar nicht, aber sie ist gut1,5km lang, alles voller geparkter Motorräder.

Der Herr auf dem Foto schaut so freundlich, weil er gerade von jemandem, der neben mir steht, fotografiert wird.

Und aus der Bar kann man sich dann alles anschauen. Noch ein paar Impressionen von der Main Street.

Wie man sieht, kann man auf dem Motorrad auch essen, und viele rauchen, man kann das alles schön sehen, weil keiner einen Helm trägt. Dieser Fahrer muss wohl eine Schwäche für Jägermeister haben, ein wirklich dickes bike. Das hier ist ein 8 Zylinder, mit diesen dicken Dingern fahren hier auch einige rum. Tattoos. Ich hätte nicht gedacht, wieviele Leute sich freiwillig entstellen lassen, eigentlich jeder. Seltsam. Attraktive Damen sieht man hier bei Autowaschanlagen, bei Clubs und ... bei Rechtsanwälten, die hier zahlreich vertreten sind, sehr amerikanisch.

Die meisten Biker hier haben Bärte (Männer), sind dick (Frauen und Männer) und haben Tattoos (dto).

Hier wollte man mich die Treppe rauflocken, alles eher harmlos hier.

Auf dem Weg zur Schicht, aber wo?

Anhänger gibts hier in jeder Form und Machart. Und jetzt noch eine collage von verrückten Modellen, die bei Harley für einen Wettbewerb ausgestellt waren.

Zu letzterem Gefährt passt auch noch das folgende.

Und natürlich fuhr auch der eine oder andere Hund mit. Und dann noch das. Am Strassenrand halten Bikinischönheiten Schilder hoch, auf denen für Ölwechsel und Bikewäsche geworben wird. Manchmal wird auch für irgendwelche Homepages geworben.

So, und das ist eine gute Gelegenheit, mit diesem Post aufzuhören, man könnte natürlich ewig weitermachen, aber das wird dann langweilig. Jedenfalls war es ein grosser Spass, trotzdem mach ich mich bald wieder auf den Weg.

Kleines Suchspiel ganz zum Schluss.Bis dann.

44.411, -103.508

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Rainer | USA 2012

Rainer

Rainer, born 1948, the father

Being a professional road engineer and traffic and transport planner, Rainer keeps an eye on road details and safety issues. Paradoxically, he loves riding straight road sections more than curved ones, and horsepower of his ride doesn’t mean anything to him, but rather fuel consumption. Presently he happily rides an 11 hp scooter at home. His favourite travel destination remains Southwest USA. Low budget travel, especially for the elderly, is dear to his heart.
Petershausen, Germany

Done with indoor complaints,
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I travel the open road.

 Walt Whitman