Moritz

Moritz, born 1986, the son

Left home at the age of 17, on his first ride, a 125 cc scooter. Managed to turn his love for computers in a respected profession (programmer) and is happy to be able to work where his bike is. Tested speed driving on a Honda Hornet bike, then turned to the offroad section of the motorcycling world. Having spent a volunteer year in Laos, Asia became his second home. Besides the love for traveling he keeps an interest in all kinds of electronics for travel documentation.
Bangkok, Thailand

The traveler sees what he sees, the tourist sees what he has come to see.

 Gilbert K. Chesterton

Tag cloud


current distance: 8817km

Day 10 - 2720 km - The Smell of Asia

by Moritz 14. April 2012 22:14

 

Ich sitze bei einem EFES Pilsen in einer Bar in Istanbul, 
an mir laeuft eine der Bedienungen vorbei und singt "Shisha Shisha Shisha, Shisha Shisha Shiha",
worauf ich gerade auch wirklich Lust habe, aber nicht bereit bin, den Touristenpreis zu zahlen.
Somit gedulde ich mich wohl bis morgen wo mir Achmet die Stadt zeigt :)

Aber wieder zum Ausgangspunkt, nach einer weiteren eisigen Nacht in Rumaenien bin ich weiter nach 
Bulgarien gefahren. Simpler Grenzuebertritt, hat keine 5 Minuten gedauert, es war nur das erste Mal
dass mein Personalausweis nicht mehr gereicht hat. Nach stundenlanger Suche nach einem Campingplatz
hab ich schlussendlich aufgegeben und nach einem Hotel/Hostel/Motel geschaut. Was auch nicht gerade einfach war,aber dank Polizei wurde ich zum wohl einzigen offenen Hotel in Tsarevo, einem kleinen aber schoenen Ort am Schwarzen Meer begleitet. Dort hat wie immer niemand English gesprochen, nur kam ploetzlich wie aus dem Nichts ein Prister daher und sprach ein wenig deutsch, genug um mir einen guten ueberwachten Platz fuer mein Motorrad zu zeigen. Hier ein paar Bilder von Tsarevo:

 

Nach dieser sehr angenehmen Nacht (mit richtigem Bett) bin ich dann ueber eine wohl kaum noch genutzte, und daher sehr holprige Strasse Richtung Turkey gefahren.

 

Dieser Grenzuebertritt hatte mich immerhin schon knapp 2 Stunden gekostet, das lag vor allem daran, dass ich neben Passportkontrolle, Fahrzeuganmeldung und Zollkontrolle auch noch eine Haftpflichtversicherung abschliessen musste. (Gruene Karte gilt hier nicht mehr)
Der Schalter war komplett unbenutzt (im Gegensatz zu den anderen, wo lange Schlangen davor standen) und ein alter Mann sass dahinter, man konnte ihm ansehen dass er dieses Prozedere fuer deutsche Fahrzeugscheine noch nicht oft gemacht hat. Nach ca. 30 Minuten eintippen in die Masken seines Programms, ich hatte zugesehen, hat er statt auf "Abschliessen" auf "Neu" gedrueckt. Es war zwar alles tuerkisch, aber ich konnte es seinem Gesichtsausdruck entnehmen und musste ihm auch die Papiere wieder aushaendigen :)

Dann musste ich noch dem recht jungen Typen der die Fahrzeuganmeldung gemacht hat alles ueber meinen Trip erzaehlen und ueber den FC Bayern, von dem ich ja so viel weiss *haha* und durfte mir anhoeren, wie toll iranische Frauen sind. Hinter mir wurde die Schlange immer laenger und ich kann nur hoffen, dass die Leute kein Englisch verstanden haben.

Ein einfacher Grenzuebergang zu denen die mir wohl bevorstehen...

Nach einigen Kilometern perfektem Racingtrack (da haette ich mir tatsaechlich mal ein Sportsbike ohne Gepaeck gewuenscht) bin ich dann irgendwann in Istanbul angekommen. Es hat ein paar brenzliche Situationen gedauert bis ich kapiert habe, dass nun wirklich andere, asiatische, Verkehrsregeln gelten.
Also keine wirklichen. Aber nach 3 Stunden planlosen herumfahrens durch Istanbul habe ich kapiert:

ICH BIN WIEDER IN ASIEN.

Das absolute Chaos auf den Strassen, die geschaeftigen kleinen Gassen, Essen und Leben ueberall.

Auch wenn ich rein geografisch noch auf der europaeischen Seite bin, es ist Asien!

 

 

Heute habe ich mein Motorrad zum Bikersclub in Istanbul gebracht, dort kann es so lange in der Garage stehen, bis ich es

abhole. Muss die naechsten Tage ein paar Dinge an meinem Bike erledigen, Oelwechsel, neue Bremsbelaege, Aenderungen an der Verkabelung...

Habe auch den ganzen Tag dort verbracht und viele Stories ueber Iran/Pakistan/Indien gehoert.

Viele von den Clubmitgliedern haben selbst schon aehnliche Reisen gemacht.

Von "Im Desert immer unter 80cm bleiben, Soldaten die eine Escorte bewachen feuern immer auf dieser Hoehe mit ihren Maschinengewehren ins Dunkle."

Bis zu Geschichten, wo Leute diese Strecke komplett mit gefaelschten Papieren gemeistert haben war alles dabei.

 

Ich vermute ich muss jetzt aufhoeren ins Detail zu gehen, da das erlebte das weit uebersteigt, was ich hier in Worte fassen kann, welche fuer euch Leser noch interessant sind.

Gute Bilder gibt es hoffentlich sobald ich Istanbul verlassen habe und auf die Tour durch die Tuerkei starte.

 

Ab sofort lohnt es sich wohl oefter auf unseren Blog zu schauen, weil mein Papa ja jetzt auch bald On The Road ist, heute muesste sein Flug gegangen sein, richtig?

41.9679, 27.460

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Day 7 - 2025 km - Freezing in Transilvania

by Moritz 11. April 2012 17:21

Nach einem langem Tag auf der Strasse, ca. 400km, bin ich nun am schwarzen Meer angekommen.

Aber von vorn, nach einer kalten Nacht in Oesterreich bin ich weiter nach Budapest, Ungarn gefahren.
Wie immer war ich der einzige auf dem Campingplatz dort.
Weiter dann nach Arad, Rumaenien wo ich wieder der einzige auf dem Campingplatz war 

Ich hatte keinen guten Start mit Rumaenien, von Arad nach Sibiu hatte ich die schlimmste Strecke bisher,
270km Dauerregen mit Temperaturen zwischen 0 und 7 Grad. Meine Heizgriffe funktionieren zwar gut,
aber bedingt dadurch, wie man den Griff haelt, bleibt immer der Daumen auf der Strecke. auf den 270km musste ich ca. 20 mal anhalten um wieder aufzutauen. Kein Spass.

Bis Sibiu war die ganze Reise eine einzige Qual, keine Sonne, nur Regen, kalt, immer alleine...
Aber dort hat sich dann alles geaendert und ich konnte endlich die Euphorie spueren, auf die ich die ganze Zeit gewartet hatte. Es gab Sonne, guenstiges Essen, nette Leute, gutes Bier, ein sicherer Platz fuer mein Motorrad, interessante Bars, einfach alles. Nur kalt war es immer noch, am Tag nach meiner Ankunft hatte es sogar kurz geschneit.

 

Nach 2 Tagen Sibiu bin ich dann weiter zum Schloss Bren, welches touristisch als das Schloss Drakulas vermarktet wird.

 

(Hier bin ich durch ein Dorf gefahren, wo auf jedem Strommasten ein Storchennest war, ziemlich lustig)

Weiter am selben Tag nach Brashov, wo ich zum ersten mal CouchSurfing probiert habe.
Couchsurfing ist eine Community bei der irgendwelche Leute mehr oder weniger Fremden ihre Couch (Gaestezimmer oder wirklich nur Couch) anbieten (kostenlos). Sicher wird das ganze durch ein durchdachtes Bewertungssystem.  Mein Host war Nicholas, ein Amerikaner, der dort fuer eine Uebersetzungsfirma gearbeitet hat. Gute Erfahrung, werde auch in Zukunft oefter mal Couchsurfing als Unterkunftsalternative verwenden. In Brasov hatte es Nachts ca. 10 Grad, da haette ich ohnehin nicht Zelten wollen :)

Bla bla ich koennte jetzt ewig Sachen erzaehlen aber habe Hunger und sollte mal wieder duschen.

Noch ganz kurz, Rumaenien ist super! Wenn es waermer waere, wuerde ich noch bleiben und ein paar Offroadstrecken ausprobieren. Die naechsten Tage wirds wieder nur noch regnen, versuche so schnell wie moeglich nach Istanbul zu kommen.

 

 

Black See, juhuuu

45.789, 24.14

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Moritz | To Asia

Day 1 - 400km - The Adventure started

by Moritz 5. April 2012 20:54

Ich wollte zwar Abenteuer, aber es haette nicht unbedingt am ersten Tag anfangen muessen.

20:30 Uhr, nach ca. 430km sitze ich nun in meinem Zelt auf einem Campingplatz in  St. Pölten, ca. 80km vor Wien.
Geplant war heute bis Wien zu fahren, hat aber leider nicht hingehauen:

Das Gelaechter von manchen Personen, die meinten ich wuerde nicht weit kommen, kann ich mir lebhaft
vorstellen :)

Tatsaechlich hatte ich heute nach 230km mitten auf der A8 meinen ersten Platten!
Die Stelle auf der Autobahn war etwas unguenstig und der Reifen hatte keine Luft mehr, um auch nur einen Meter weiterzukommen. Passend in dem Moment, als ich auf den Standstreifen mein Motorrad abstelle, faengt es *natuerlich* zu regnen an. Ich war schon am abmontieren des Reifens, als ich mir dachte,
ich koennte ja auch einfach den ADAC anrufen. (An den ADAC: Ist das euer Ernst, dass ich bei der Notrufnummer erst eine Bandansage bekomme, wo ich auch noch die richtige Zahl druecken muss?)
Es war hoellisch laut weil ich ja direkt an der Autobahn stand, habe nichts verstanden aber es dann doch irgendwie hinbekommen, dass der nette Herr von oben mich abholen kam und zur naechsten Werkstatt gebracht hat.

Neuer Schlauch inkl. Arbeitszeit 25 Euro, wow!

So, jetzt aber zu der spannenden Frage, wieso ist mein Neuer 40Euro verstaerkter Enduroschlauch gerissen? 

DESHALB:

Diese Nuss (eine 9er!) war in meinem Reifen gelegen.
Leider kann ich dafuer niemandem anderen als MIR die Schuld geben. Als ich die neuen Offroad-Reifen
draufgezogen habe, hatte ich diese Nuss als Halterung bzw. Abstandshalter verwendet.
Dabei ist sie wohl im Reifen gelandet, Lesson learned, immer pruefen was so im Reifen rumliegt bevor man ihn fertig aufzieht. 

Und dann kam noch dazu, dass heute irgendwie keine supermaerkte in Oesterreich offen hatten und ich jetzt ohne irgendwas gegessen zu haben in der Pampa rumsitze.

48.2025, 15.636

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Moritz ist unterwegs. Viel Glück!

by Rainer 5. April 2012 13:45

Soeben ist Moritz Richtung Osten gestartet.

 

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Moritz | To Asia | Rainer

Rainer

Rainer, born 1948, the father

Being a professional road engineer and traffic and transport planner, Rainer keeps an eye on road details and safety issues. Paradoxically, he loves riding straight road sections more than curved ones, and horsepower of his ride doesn’t mean anything to him, but rather fuel consumption. Presently he happily rides an 11 hp scooter at home. His favourite travel destination remains Southwest USA. Low budget travel, especially for the elderly, is dear to his heart.
Petershausen, Germany

Done with indoor complaints,
libraries and querulous criticisms,
strong and content
I travel the open road.

 Walt Whitman