Moritz

Moritz, born 1986, the son

Left home at the age of 17, on his first ride, a 125 cc scooter. Managed to turn his love for computers in a respected profession (programmer) and is happy to be able to work where his bike is. Tested speed driving on a Honda Hornet bike, then turned to the offroad section of the motorcycling world. Having spent a volunteer year in Laos, Asia became his second home. Besides the love for traveling he keeps an interest in all kinds of electronics for travel documentation.
Bangkok, Thailand

The traveler sees what he sees, the tourist sees what he has come to see.

 Gilbert K. Chesterton

Tag cloud


current distance: 8817km

Day 95 - 14900 km - KKH Part One

by Moritz 9. July 2012 10:23

Nun ist es also so weit, ich bin näher an den 30 dran als an den 20. 
Geburtstage sind für mich nichts bedeutsames, aber der eine oder andere Gedanke schwebt mir doch im Kopf herum (trotz chinesischem Bier, das ich gestern verwendet habe, um mit 2 Belgiern reinzufeiern). Ich bin froh diese Reise wirklich angetreten zu haben, immer mehr fühle ich mich wie einer von denen, die ich jahrelang so bewundert habe. Leute, die ich in Laos und auf meinen anderen Reisen getroffen habe, Leute, die oft lange Zeit unterwegs waren, meist mit wenig Geld, aber dennoch große Freiheit genossen haben.

Durch den Umstand, dass mein Papa derzeit in UTC-7 und ich in UTC+5 unterwegs sind, war es möglich, sich gegenseitig über Skype Videochat zum Geburtstag zu gratulieren. Bei ihm war es noch der 08.07. abends (sein Geburtstag), bei mir der 09.07. morgens. Das hat man auch nicht alle Tage. 

Nun aber zu dem interessanteren Teil, ich war die letzten Tage fleißig, habe täglich fast 150km zurückgelegt.
"150km fleißig?" denkt ihr euch jetzt... Ja, die Straßen hier sind etwas anspruchsvoller als bisher.
Der KKH schlängelt sich für einen Teil entlang des mächtigen Indus, durch die Gebirge Pamir, Karakorum, Himalaya und Hindukusch. Fertiggestellt wurde der Highway 1978, ~800 Pakistani und ~80 Chinesen haben dafür ihr Leben gelassen. Seitdem wurde die wunderbar geteerte Straße durch schwere Trucks, Landslides, Regen, Fluten und Erdbeben Jahr für Jahr zu einem immer erbärmlicheren "Track". Die Chinesen arbeiten hart daran, die pakistanische Seite wieder zu einem Highway zu machen, die Natur zerstört aber meist schneller als die Chinesen bauen können. 

Wundert euch nicht, dass auf meinen Fotos immer gute Strasse zu sehen ist, es macht einfach keinen Spaß auf staubigem Schotter anzuhalten. 

Along the Karakorum Highway, Northern Pakistan

 

Nice clean blue glacier water flowing into the mighty Indus river, KKH Pakistan

 

 

 

Pakistani truck rolling on the KKH, Northern Pakistan

 

KKH along the Indus river, Northern Pakistan

Ein ca. 100km langer Abschnitt des KKH gilt als gefährlich, da dort oft Überfälle verübt werden. Also haben mich für ein paar KM (bis ich ihnen davongefahren bin) ein paar alte Freunde begleitet:

friendly Pakistani Escorts, Kohistan, Pakistan


Leider habe ich mit meinem Laptop nicht die Möglichkeit, Videos zu schneiden, daher ist immer alles drauf vom klick auf den "Record" Knopf bis zum Ende.

 

Landslides happen on a daily basis, KKH, Northern Pakistan

 

Nice green valley, KKH, Northern Pakistan

 

Beautiful impressive mountains, KKH, Northern Pakistan

 

Rakaposhi Zero Point, KKH, Northern Pakistan

 

Schoolclass near Hunza Valley, Northern Pakistan

 

Phenomenal view of the Hunza Valley

 

Praying Mantis

 

Hunza Valley, Northern Pakistan

 

View from my room at Eagle Nest Hotel, Hunza, Northern Pakistan

Nach einem Tag in Hunza mit spektakulären Aussichten wollte ich am darauffolgenden Tag mit dem Islamabad VW Club nach Shandur zu einem international bekannten Polo Match fahren. Es findet auf dem höchsten Polo Spielfeld der Welt statt, auf über 3000 Metern. Um mein Bike nicht weiter zu belasten (es muss unbedingt bis Kyrgyzstan halten), hatte ich beschlossen, es zu parken und mit dem Club mitzufahren.
Die Strecke wäre etwa 8 Stunden OneWay gewesen, vermutlich hauptsächlich Offroad. Es lief leider nicht ganz wie geplant. Nach ein paar Stunden Fahrt erreichte uns die Meldung, dass es einen Landslide auf dem Weg nach Shandur gegeben habe. Landslides sind keine Besonderheit hier, nur ist nie sofort klar wie lange es dauern würde, bis die Armee diesen geräumt hat. Wir fuhren noch weiter bis Gilgit, wo wir dann die Info bekamen, dass ein Gletschersee sich auf der Strasse entleert hat, es würde laut Armee eine Woche dauern, bis die Straße wieder passierbar ist. Der einzige alternative Weg zum abgelegenen Shandur Pass wäre ca. 4 Tage Umweg, somit war dieser Plan leider gestorben und ich habe mich mit öffentlichem Transport auf den Rückweg zu meinem Motorrad gemacht. Der VW Club ist weiter Richtung Süden gefahren.
Trotz des Ausfalls von Shandur hatte ich einen super Tag, in einem 52 Jahre alten VW Beetle den KKH zu fahren ist legendär. Und eine Fahrt mit öffentlichen Bussen, zusammengepfercht auf engstem Raum, mit sehr eingeschränkter Sicht auf die faszinierende Landschaft und keiner Möglichkeit anzuhalten haben mir wieder vor Augen geführt, wieso ich Reisen mit eigenem Transport so liebe und eigentlich nichts anderes mehr machen will.

One of the four beetles driving from Hunza to Gilgit, Northern Pakistan

 

from my seat in a 52 years old beetle

Ich werde mich jetzt wieder chinesischem Bier widmen,
im nächsten Post geht es dann vermutlich um die Überquerung des Attobad Lake.
Voraussichtlich ziemlich abenteuerlich. 

35.93, 74.37

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Moritz | To Asia

Day 86 - 14120km - Lazy Days

by Moritz 1. July 2012 06:45

15 Tage sind vergangen seit meinem letzten Post, und der KM Stand hat sich nur um 200 erhöht.
Ich war faul!

Nachdem ich also entschieden hatte, Indien und Nepal auszulassen (Weil ein 2tes Pakistan Visum zu riskant geworden wäre), bin ich auf Visa Mission in Islamabad gestartet.
Es galt China, Kyrgyzstan und Kazachstan zu bekommen, Mongolei hat hier leider keine Botschaft.

Kyrgyzstan war einfach, ein persönliches Meeting mit dem Botschafter, der es sich nicht nehmen liess ein paar Geschichten aus seinem Land zu erzählen und mir dann das Visum in meinen Passport klebte.

Kazachstan dauerte etwas länger, war aber auch unproblematisch, an der Botschaft stellte man mir noch die Frage, wie ich in deren Land zurechtkommen will, dort wird ausschließlich Kazach und Russisch gesprochen.
Keine Ahnung, ich werds sehen :)

China war dann eine etwas längere Geschichte, Arbeitsnachweise, Hotelbuchungen, Routenplanung und und und. Beim ersten Versuch wurde es dann falsch ausgestellt, aber beim 2ten bekam ich mein 7 Tage gültiges Transit Visum. Zu China muss ich auch noch erwähnen, dass das Visa nur ein winziger Teil des bürokratischen Wahnsinns ist, um mit dem Motorrad durch China zu fahren. Insgesamt werde ich nur 3 Tage in China sein, diese 3 Tage kosten mich ca. 1700$. Kein Witz. Wieso mach ich das? Es gibt keine Alternativen Richtung Norden zu kommen. Das Geld war lange in meinem Reisebudget eingeplant, daher ist das okay (trotzdem krank). Abgesehen von dem Mangel an Alternativen habe ich aber auch die Chance, den kompletten KKH zu fahren, was ein einzigartiges, abenteuerliches Erlebnis sein muss.

Irgendwann zu dieser Zeit ist mir auch klar geworden, dass ich den Wechsel meines Hinterreifens nicht mehr aufschieben kann. Die nächsten 500km sind größtenteils ohne Asphalt und mein Profil war zwischen 0 und 5 Millimetern. Ich hatte seit Türkei schon Ausschau nach einem neuen Reifen gehalten, aber es sollte irgendwie immer nicht sein. 

Um die Story kurz zu fassen, es war mir nicht möglich, einen passenden Reifen in Pakistan zu finden, nicht mal in den umliegenden Ländern konnte ich welche lokalisieren. Problem ist, dass es nahezu keine Motorräder über 200cc in diesen Ländern gibt und somit auch keinerlei Ersatzteile.
Also mussten neue Pläne her:

Versuch 1: Besuch der Deutschen Botschaft 
Ich kam an, wurde freundlich begrüßt und mir wurde auch gleich Hilfe angeboten.
Jede Woche bekommt die Botschaft eine Lieferung aus Deutschland, auf der meine Reifen mit Platz finden sollten. Überaus froh und mit 2 eiskalten Bieren verließ ich die Botschaft. Es war Montag, die Reifen mussten bis Freitag früh in Berlin sein und würden dann die Woche drauf am Donnerstag ankommen. Machbar.
Als Deutschland gegen Griechenland gespielt hat, wurde ich von der deutschen Expat Community zum Fußball schauen eingeladen. Ein super Abend mit viel gutem Bier (das lassen sich die Deutschen hier nicht nehmen!) und netten Leuten.
Als mir dann angeboten wurde eine Woche bei dem Gastgeber zu wohnen... 




...könnt Ihr euch die Antwort sicher denken...

Leider wurde mir an diesem Abend auch mitgeteilt, dass die Lieferung der Reifen vermutlich nicht funktionieren würde, da alles über 5kg andere, längere Wege geht. 
Die Woche im Luxus war super, morgens Schokopops, abends Bierchen und sehr interessante Geschichten meines Gastgebers. An einem Sonntag wurde ich zum Brunch mitgenommen, faszinierend was da alles aufgetischt wurde, von Wienern bis hin zu Kassler, alles da. Wo ICH es noch nicht mal geschafft hatte, einen normalen Supermarkt in Islamabad zu finden. Oft wurde ich nach meiner Reise gefragt. Als ich an dem Punkt war, wo ich durch Baluchistan gefahren bin, wurden alle immer etwas "nervös". Klar, ich war mit all denen zusammen, die die Entführungsfälle nicht nur mitbekommen, sondern sich auch noch darum kümmern müssen. Baluchistan ist aus Sicht der Expats extrem gefährlich und sie waren nicht "amused" dass ich dort durchgefahren bin, aber doch froh, dass ich es, ohne ein Fall für die Botschaft zu werden, geschafft habe. Bei der ganzen Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft, die mir die Deutschen entgegengebracht haben, muss ich meine Liste der freundlichsten Länder wohl nochmal neu ordnen...

Versuch 2: ADAC Deutschland
Jemand gab mir den Tip ich könnte es mal über den ADAC versuchen.
Beim ersten Anruf sagte man mir, es gäbe zwar einen Ersatzteillieferservice, der beschränke sich allerdings auf den europäischen Raum, trotzdem gab man mir mal die Durchwahl zu diesem. Ein sehr freundliches Telefonat später waren Hinterreifen und Schlauch vom ADAC bestellt mit einem voraussichtlichen Lieferdatum nach 3 Tagen angekündigt. WOW! Klappte auch alles ganz gut, bis ich dann zum Cargobereich gefahren bin, um meinen Reifen abzuholen. Fazit: 7 Stunden, ca. 30 Unterschriften später und 120Euro ärmer, bekam ich endlich meine Lieferung aus dem Zoll. Das Geld war für den Agenten, der all die Unterschriften mit mir gesammelt hat (30Euro) und der Rest für ImportTax..., ein temporärer Import wurde mir nicht gestattet, obwohl ich mich zwischendrin bis zur oberen Etage durchbeschwert hatte.


Versuch 3:
Gepäckstück eines Diplomaten
Die Idee war gut, einen Reifen zu jemandem in Deutschland schicken, der die nächsten Tage nach Islamabad fliegen würde. Es leben ca. 200 Deutsche in Islamabad, da waren die Chancen gut. So wurde auch schnell jemand ausfindig gemacht, der an diesem Donnerstag hier ankommen sollte. Die Aktion lief parallel zur ADAC Aktion, weil ich auf Nummer sicher gehen wollte, dass ich zumindest einen Reifen bekomme. Leider wurde der Flug verschoben und so muss ich noch bis morgen warten, bin aber guter Dinge, dass diese Aktion auch funktioniert.

 

Jede Menge Text, was im Detail lief ist noch deutlich mehr, aber uninteressant. Alles in Allem ist mir das eine Lehre gewesen, meine Ersatzteile besser einzuplanen. Für die Reifen/Schlauch Aktionen habe ich etwa 300Euro versenkt, ohne Materialwert der Reifen! 
Dann musste ich noch ein paar weitere Dinge an meinem Motorrad erledigen, neue Zündkerzen verbauen und Luftfilter reinigen.  Natürlich gab es meine Zündkerzen nicht, daher musste ich ähnliche verbauen, hoffentlich geht das gut! 

At a repair shop in Islamabad, Pakistan
Whats wrong on this picture?

Wer findet den Fehler?

Zum Ende noch ein Bild von Islamabad:

Aus To Asia

Morgen früh sollte es also endlich weitergehen, ich bin gespannt, kann es kaum erwarten, aus den unangenehmen 40Grad Durchschnittstemperatur herauszukommen.  

Der nächste Post ist dann wirklich dem legendären KKH gewidmet.

33.72, 73.04

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Moritz | To Asia

Day 71 - 13900 km - Peaceful days in Pakistan

by Moritz 15. June 2012 18:38

 

Wie versprochen, gibt es diesmal etwas mehr Bilder, weniger Text.

Nach ein paar heissen Tagen in Lahore bin ich weiter in die Hauptstadt Pakistans gefahren, Islamabad.
Die 42°, die es hier tagsueber hat, waren schon etwas ertraeglicher als die 48° in Lahore. 
Aber schon nach einer Nacht gings endlich los Richtung Karakorum Highway.
Der Karakorum Highway (kurz: KKH) ist die hoechstgelegene Fernstrasse der Welt, er fuehrt an mehreren Achttausendern vorbei und ist eine wichtige Handelsroute zwischen China und Pakistan.

In der Travelercommunity ist er fuer seine einzigartigen Landschaften bekannt, und allzuoft hoert man auch "Die schoenste Landschaft, die ich je gesehen habe" von anderen Reisenden.

Eigentlich stand der KKH erst nach Indien/Nepal auf meiner Liste, aber ich hatte die letzten Tage/Wochen oft meine komplette Route uebern den Haufen geworfen... ...mehr dazu spaeter, jetzt erstmal ein paar Bilder:

Eins noch vorweg, von den knapp 2000KM die ich in der KKH Region fahren wollte, hab ich bereits nach 200km kapituliert, daher sind die folgenden Bilder nur eine Vorschau auf das was in ein paar Wochen kommt:

...los gings auf perfektem Asphalt und Kurven Kurven Kurven...

KKH, Pakistan

...vorbei an Adlern...

Aus To Asia

...Affen, vielen vielen Affen!...

Aus To Asia

...Massentransportmitteln...

Aus To Asia

...und Abbottabad. Na, klingelts da bei irgendwem? Vermutlich nicht, Abbottabad ist die Stadt, in der der US Staatsfeind Nr.1, Osama Bin Laden sein Versteck hatte. Und wie der Zufall so will, der einzige Waypoint, den mein Kartenmaterial in dieser Stadt anzubieten hatte, hiess "Osama Bin Ladens Hideout Compound". Ich konnte nicht wiederstehen dort mal vorbeizuschauen, muss aber gestehen, dass ich das Haus nicht gefunden habe, die Strassen wurden zu schlammigen Wegen, mit vielen DeadEnds, wie ein Labyrinth. Und die Leute hatten mich auch etwas fragwuerdig angeschaut (das tun sie immer, aber angesichts der Gegend empfand ich das als eher bedrohlich). 

...weiter nach Manshera, wo ich ein spezielles Oel gefunden habe, welches mein Motorrad gerne hat.
Meine Kupplung wird durch das selbe Oel geschmiert wie der Motor, deshalb ist das etwas spezieller.
Und wie mir vom Pakistani Bikersclub erklaert wurde, sollte man bei diesen Temperaturen alle 5000km einen Oelwechsel machen. Hat also gut gepasst, nur wechsel ich nie den Oelfilter, weil es hier keine passenden gibt, bzw. nur grottigste Qualitaet. Hoffentlich macht sich das nicht negativ bemerkbar...

Oilchange in Manshera, Pakistan

...weg von der Hauptstadt bekam ich wieder die gewohnte Aufmerksamkeit...

Aus To Asia

...netter Platz um einen Tee zu geniessen und meine Schuhe zu waschen :)...

Aus To Asia

...so sah das jedes Mal aus, wenn ich irgendwo angehalten habe, das Leben eines Promis...

Aus To Asia

Verschiedenste Hindernisse gilt es zu umfahren/bewaeltigen
...Tiere... 

Aus To Asia

...Fluesse/Seen/Schmelzwasserstroeme...

Aus To Asia

 

Aus To Asia

Im Winter werden hier einige Ortschaften komplett evakuiert, ich hab so eine Ahnung wieso...

Aus To Asia

...Erdrutsche...

Aus To Asia

Ueberall wird Honig "gesammelt"

Aus To Asia

Dieser nette Herr nahm sogar seinen Imkerhut fuer das Foto ab...

Aus To Asia

Ich schreibe ja oft von der Freundlichkeit der Leute hier, aber diesmal hat es etwas extreme Formen angenommen.
Dinge die mir Leute geschenkt/spendiert haben:
- Simkarte
- 3Liter Benzin (gab einen Benzinstreik, war irre schwer an Benzin zu kommen) 
- jedes Essen! Teilweise hat mich eine Person eingeladen, und eine dritte gezahlt. Mit der Begruendung "Ein Freund meines Freundes ist auch mein Freund"
- Tee

Als ich mal am Strassenrand im Nirgendwo gehalten habe um meine Thermounterwaesche auszuziehen (es hatte teilweise um die 0 Grad) stoppte eine Gruppe Jugendlicher, die mir dann etwas Geld in die Hand gedrueckt haben, weil es dort keine Moeglichkeit gab, mich auf irgendetwas einzuladen. Ich habe natuerlich versucht abzulehnen, vergeblich...

 

Hier mal ein kleines Video ontheroad, welches mir nicht gut gelungen ist da es zu weit nach unten zeigt, aber...:

 

So und nun sollte eigentlich ein Foto zu sehen sein wie mein Motorrad (wieder mal) flach am Boden liegt.
Aber ich habs noch nicht raus, nach einem Sturz zuerst ein Foto zu machen.
Auf jeden Fall habe ich die Erkenntnis gewonnen, dass ich mit meinem vollbeladenen Motorrad nicht auf Schnee fahren sollte. Unbegreiflicherweise habe ich es diesmal geschafft, beide Spiegel zu zerstoeren. Beim linken ist das Metall gebrochen und beim rechten das Glas. 
Zurueck an dem Ort, an dem ich an diesem Tag gestartet war, traf ich den ersten Touristen seit langem.
Ein Englaender, der hier einen pakistanischen Freund besucht hat, Sie wollten gerade mit einem Jeep zum LaLusar See aufbrechen, welcher auch mein Ziel gewesen waere. Also sprang ich kurzerhand mit auf, die folgenden Fotos sind also mal ohne Motorrad im Vordergrund :)

Delicious food along the road from Naran to Lalusar Lake, Pakistan
Lalusar Lake
Lalusar Lake, Pakistan

Auf dem Rueckweg waren wir noch erfolglos Angeln, der Spot war aber genial... 

Aus To Asia

 

Nun bin ich schon seit ein paar Tagen zurueck in Islamabad, um ein paar Dinge zu erledigen, Visas/Maintenance und ich habe es auch endlich geschafft, meinen Bart kuerzen zu lassen. 
Hier ein vorher/nachher Bild: 

Aus To Asia
Aus To Asia

 

Aus diversen (vorallem logistischen) Gruenden habe ich mich entschieden Indien/Nepal auf dieser Tour auszulassen, deshalb steht als naechstes der 2te Versuch KKH an, diesmal mit dem Ziel ueber China nach Kyrgyzstan zu reisen. Ich bin gerade extrem schreibfaul, befuerchte das hat fuer euch keinen wirklichen Zusammenhang. Auf jeden Fall werde ich noch ca. 1 Woche in Islamabad bleiben und dann wieder Richtung KKH starten. so long... 

34.9073, 73.650

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Moritz | To Asia

Day 63 - 13100 km - Second chance for Pakistan

by Moritz 6. June 2012 10:33

...da bin ich wieder. 
Der letzte Post ist ja schon eine Weile her, das liegt vor allem daran, dass die letzten Wochen nicht so ganz ohne waren.

Zurueck zum Iran, dort habe ich noch ein paar Tage das Land genossen, ohne weitere Probleme mit der Polizei. Nur nochmal kurz zur Klarstellung, nach dem ersten unschoenen Erlebnis, ueber welches ich ja gebloggt habe, bin ich nach Yazd, was am suedlichen Ende der Wueste liegt. Dort hat mich am 2ten Tag die Tourism Police besucht und wieder all meine Sachen beschlagnahmt, mit der Begruendung, ich waere durch die Wuste gefahren und es ist nicht erlaubt dort Bilder zu machen. Die 2 Polizisten waren freundlich, aber es hat mich natuerlich ziemlich genervt, besonders weil ich nicht wusste was das diesmal wird. Aber gut, am naechsten Tag konnte ich meine Sachen wieder abholen und man hat sich bei mir entschuldigt. Sie haben behauptet 5 Bilder geloescht zu haben, vermisse aber keine? Dummerweise wurden alle meine Speichermedien, SD-Karten, USB-Sticks mit fiesen Viren verseucht, sicher nicht mit Absicht, die haben nur ihre Computer nicht im Griff...
Ich hatte meinen Blogpost ueber die Wueste gerade gepostet als sie kamen, daher hielt ich es fuers beste ihn erstmal wieder offline zu nehmen. Lesen, falls ihr nicht wisst worum es hier geht :)

Ab Shiraz war ich sehr mit Vorbereitungen fuer die Strecke durch Baluchistan beschaeftigt. Sie gilt als die haerteste auf dem Landweg nach Indien. Zudem als die gefaehrlichste, da es in Baluchistan mind. 4 laufende Konflikte gibt zwischen verschiedenen Gruppen, Shiiten/Sunniten Government/Seperatisten Taliban/Rest... (schwierig das alles zu verstehen wer dort wen umbringt)  
Ab Bam, wo ich die letzte Nacht in Iran verbrachte, ging es 700km nach Dalbandin, Pakistan. Eigentlich haette ich auf dem groessten Teil dieser Strecke eskortiert werden sollen, die einzigen Eskorten, die ich hatte, waren aber die letzten 10km vor und die ersten 10km nach der Grenze. Allerdings wurde ich an jedem Checkpoint gefrag,t wo mein Guard sei, nach einem Schulterzucken meinerseits gings aber dann immer weiter. Bis hier war alles okay, der Grenzuebertritt war easy, da meine Eskorte alles fuer mich erledigt hat.
In Dalbandin habe ich dann auch mein erstes Bier nach Wochen getrunken. Es ist hier zwar auch nicht das legalste, aber lange nicht so schlimm wie in Iran. Und die Tatsache, dass es mir von der Polizei gereicht wurde, hat die Sache auch etwas entschaerft :)
Noch viel legaler als Bier ist hier Hashisch, diese Jungs habe ich 6 Uhr morgens auf dem Parkplatz meines Hotels gesehen: 

Dalbandin, Baluchistan Province, Pakistan

Ab Dalbandin gings dann mit Eskorte weiter, das muss man sich so vorstellen, dass ein SUV/Auto/Motorrad/sonstiges Fahrzeug mit 1-5 schwer bewaffneten Polizisten und Geschwindigkeiten zwischen 30 und 120km vor oder nach einem herfaehrt. alle paar Kilometer aendert sich die Zustaendigkeit und somit bekommt man auch laufend neue Eskorten, manchmal im fliegenden Wechsel, manchmal muss man einige Zeit an Checkpoints warten. Obwohl alle Polizisten ueberaus freundlich waren, ist es eine sehr nervige Geschichte. Man muss fuer Strecken locker die doppelte Zeit einplanen.

Eskort somewhere in Baluchistan Region, Pakistan

Das Ziel war an diesem Tag Quetta, die Hauptstadt von Baluchistan. Zur Info an Motorradfahrer, die Strecke von Dalbandin nach Quetta ist schlecht, uebersaet von Schlagloechern, Sandduenen auf der Fahrbahn und vorallem unsichtbaren Speedbreakern (Wer mal einen mit 80km/h genommen hat weiss was ich meine). Kurz vor Quetta musste ich laenger an einem Polizeicheckpoint verbringen, da es gerade eine Schiesserei auf dem Weg in die Stadt gegeben hatte. Nachdem 2 Panzerwaegen mit geschaetzten 10Mann an Bord angekommen waren, konnte ich zusammen mit einem Reisebus voller Iraner eskortiert weiterfahren. Am Hotel Bloomstar angekommen, traf ich zu meiner Ueberraschung einen deutschen Touristen (hatte schon sehr lange keine mehr gesehen), der sich laengst haette melden sollen (Heiner??). Nach einer wohltuenden Dusche wollten wir uns ein Restaurant zum Abendessen suchen. Aber schon nach ein paar Metern ausserhalb des Hotels wurde es auffaellig laut, Sirenen, ueberall. Einen Moment spaeter fuhren ploetzlich jede Menge Krankenwagen/Polizeiautos/Sonstiges mit blutueberstroemten Leuten auf der Ladeflaeche vorbei. Zuerst dachte ich nur "huch, das muss aber ein grosser Unfall gewesen sein", aber wie wir sogleich von herumstehenden Leuten aufgeklaert wurden gab es wohl einen "Blast" 500m weiter. Das kannte ich bisher nur aus Berichterstattungen und hat mir etwas klarer gemacht das dies ein etwas anderer Fleck auf Erden ist. Fuer die Leute in Quetta ist das Alltag, alle paar Wochen gibt es Anschlaege, wer dabei wen vernichten will, konnte ich aber bis heute nicht sicher rausfinden. Viele behaupten es ginge um Destabilisierung mit dem Ziel, die pakistanische Regierung unter Druck zu setzen. Am naechsten Tag konnte ich dann in der Zeitung lesen was wirklich passiert war, Unbekannte haben 2 Raketen in die Stadt gefeuert. Abschussort unbekannt. 
Ausgenommen die Sicherheitssituation hat mir Quetta gut gefallen, alles ist sehr sehr schmutzig, lebendig, busy, so wie ich es aus Bangkok kenne und liebe. Ich musste, damit ich weiter durch Baluchistan fahren darf, ein sogenanntes NOC beantragen, welches nur an Wochentagen ging, daher habe ich ganze 4 Tage dort verbracht.

...jetzt ist es wieder an der Zeit etwas Detail zu ignorieren, sonst koennte ich hier noch Stunden tippen.
Die 5 Tage nach Quetta waren fuer mich der absolute Albtraum, da ich am ersten dieser Tage gezwungen wurde 13 Stunden zu fahren, bei teilweise ueber 50 Grad. Obwohl ich 3 Liter Wasser mit mir hatte (welches ich teilweise nicht mehr trinken konnte, da es so heiss war das ich mir die Zunge verbrannt haette) musste ich ab und an auf das Wasser aus staubigen Tonkruegen in den Checkpoints zurueckgreifen. Ende der Geschichte ist, dass ich dehydriert und mit explosivem Durchfall weitere 5 Tage bis nach Lahore gefahren bin, bei weiterhin ueber 50Grad. Teilweise war es so heiss, dass sogar meine Transalp versagt hat (im Stau auf der Suche nach einem Hotel). 
Ich merke gerade das es keine gute Idee ist 17 aktionsreiche Tage in einem Blog zusammenzufassen, also hier mal zur Abwechslung ein paar Bilder:


Nicely painted Trucks in Pakistan

 

Sufi Night, Lahore, Pakistan

 

Like in Germany, just a bit different

 

One of the only non-real guns around, Lahore, Pakistan

 

Kids of Pakistan

 

Biggest Mosq in Lahore, Pakistan


Die letzten 4 Tage habe ich in Lahore nahe der indischen Grenze verbracht, tagsueber 47 Grad im Schatten, keine Aircon, 50% der Zeit kein Strom, konnte es nicht geniessen und meine Magenprobleme bin ich auch noch nicht ganz losgeworden.

An dieser Stelle sollte ich mal erwaehnen dass meine urspruenglich geplante Route,
naemlich Pakistan -> Indien -> Nepal -> Indien -> Pakistan -> KKH -> CHINA -> ... -> Mongolei -> Japan -> Malaysia nicht mehr hinhaut, da ich zu lange mit dem China Papierkram gewartet habe und ich mir sehr unsicher bin ueber das 2te Pakistan Visa, das ich braeuchte. Somit brauche ich jetzt einen neuen Plan, momentan denke ich ueber Luftfracht in Kathmandu nach, entweder direkt nach Suedostasien oder aber nach Russland hoch, um doch noch Mongolei machen zu koennen.

Aber jetzt bin ich erstmal fuer 1-x Wochen in den noerdlichen Regionen Pakistans, um den KKH, unterwegs. Fuer viele die unglaublichsten Landschaften, die sie je gesehen haben. Pakistan, das ist deine Chance mir deine schoenen Seiten zu zeigen! Morgen gehts vermutlich los, werde wohl eher selten Internet in diesen Regionen finden. Aber beim naechsten Post habe ich dann hoffentlich weniger zu erzaehlen und mehr Fotos! 

Moritz aus Islamabad, Ende!

30.206, 67.015

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Moritz | To Asia

Rainer

Rainer, born 1948, the father

Being a professional road engineer and traffic and transport planner, Rainer keeps an eye on road details and safety issues. Paradoxically, he loves riding straight road sections more than curved ones, and horsepower of his ride doesn’t mean anything to him, but rather fuel consumption. Presently he happily rides an 11 hp scooter at home. His favourite travel destination remains Southwest USA. Low budget travel, especially for the elderly, is dear to his heart.
Petershausen, Germany

Done with indoor complaints,
libraries and querulous criticisms,
strong and content
I travel the open road.

 Walt Whitman