Moritz

Moritz, born 1986, the son

Left home at the age of 17, on his first ride, a 125 cc scooter. Managed to turn his love for computers in a respected profession (programmer) and is happy to be able to work where his bike is. Tested speed driving on a Honda Hornet bike, then turned to the offroad section of the motorcycling world. Having spent a volunteer year in Laos, Asia became his second home. Besides the love for traveling he keeps an interest in all kinds of electronics for travel documentation.
Bangkok, Thailand

The traveler sees what he sees, the tourist sees what he has come to see.

 Gilbert K. Chesterton

Tag cloud


current distance: 8817km

Day 128 - 19000km - 4 Month on the road

by Moritz 11. August 2012 03:49

Puh, scheinbar habe ich das bloggen etwas vernachlässigt die letzten Wochen. Ich bin 300 km nordwestlich von der Grenze zur Mongolei, habe also inzwischen Kyrgyzstan genossen, Kazachstan durchfahren und Russland fast schon verlassen. Achtung, dies wird vermutlich ein langer Blogeintrag, der gegen Ende hin immer konfuser wird,

...zwischendrin ein kurzer Dank an Familie Schulz für das Brotzeitbrett, welches ich jetzt wieder öfter verwende...

 

Zurück nach Kyrgyzstan Nachdem ich das Unwetter (letztes Foto) unbeschadet überstanden habe (und eine Vodkasession mit 3 Kyrgyzen), bin ich zum zweithöchsten Alpinsee der Welt gefahren, dem Lake Issy-Kyl. Dieser ist ein beliebter Urlaubsort für Russen/Kazachen und auch Kyrgyzen. Ich habe in meinem Leben noch nie solch einen Kulturschock gehabt wie diesmal. Normalerweise wäre es nur eine Art Ballerman gewesen, für mich, nach über 2 Monaten in ersthaft islamischen Ländern (Iran und Pakistan) war es ein ganz komisches Erlebnis, Supermärkte, in denen 4 von 7 Kühlschränken mit verschiedenen Biersorten und Vodka gefüllt waren. Käse, Wurst, Brot. Elektrizität. Nackte Haut, wo man nur hinsieht, die Russen sind ja generell sehr freizügig was das angeht (Ein paar meiner Freunde hoffen jetzt auf ein Foto, ich habe aber leider keines). Ein überfüllter Strand, ein See mit Jetski's, Paraskiern?, Bananen. Knutschende Pärchen, Bar an Bar, Musik... ...all das, was man eigentlich kennt, mir war es so fremd wie selten etwas.

Bevor ich es vergesse, ich hatte ja gesagt ich mache bei allen vollen 10tausend Kilometern ein Foto, damit ihr einen Eindruck bekommen könnt, wie es so aussieht, wenn ich mal nicht die Kamera raushole um etwas "Schönes" zu knipsen.

Hier also die 60.000 km Bilder, kurz nach dem Willkommensgewitter, es hatte gerade nach ca. 100km Schotter perfekter Asphalt angefangen, ich war in Höchststimmung:

Aus To Asia
Aus To Asia
Aus To Asia

 

Ich habe irre wenig Bilder von Kyrgyzstan gemacht, was schade ist, da alles eigentlich recht schön war. Kyrgyzstan's Landschaft besteht nahezu ausschließlich aus Bergen, nicht so hoch wie die im Norden Pakistans, aber trotzdem Launemacher. 2 Bilder entlang des Weges:

Aus To Asia
Aus To Asia
Aus To Asia

 

Weiter gings nach Bishkek, wer sich schonmal gewundert hat, wo all unsere alten Mercedes und Audi's landen, möchte mal Kyrgyzstan besuchen. Wirklich jedes Auto hat noch irgendeine Inschrift von Deutschland, sei es das Autohaus welches sich auf dem Nummernschildhalter verewigt hat, oder die Reklame auf dem LKW. Bishkek hieß für mich Motorradwartung, die über 1000km KKH haben das Bike ordentlich beansprucht.

- Der Spritverbrauch ist von ~6l auf ~8l gestiegen
  -> Problem konnte ich noch nicht lösen, Luftfilter neu, Vergaserreinigen, vergasercheck haben keinen Erfolg gebracht.

- Der Gaszug musste neu eingestellt werden
 -> Erledigt

- Ölwechsel mit neuen Ölfilter
 -> Erledigt

- Mir schien als wäre der Vergaser von dem ganzen schlechten Benzin verschmutzt
 -> Vergaser reinigen lassen, Ameise gefunden, aber sonst sah er gut aus.

- Der Tacho war kaputt
 -> konnte ich selber (temporär) fixen

- Ich brauchte einen neuen Vorderreifen, für später...
 -> Chinesischen 40Euro Gummi gekauft

- Der Motor lief unsauber
 -> Satz des Mechanikers: "Because our fuel is donkeypiss"

Dank an meine Mechaniker, die mich bei allem zuschauen/mithelfen haben lassen, ein professionelles Team:

Aus To Asia
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In Bishkek hatte ich 2 SÜdamerikaner mit Ihren 2 BMW's getroffen. Eine hatte einen Motorschaden. Sie waren gerade dabei, einen neuen Motor aus Deutschland zu bestellen. Dagegen waren meine Probleme wirklich Pipifax.

An einem Tag bin ich raus aus Bishkek in ein nahegelegenes Erholungsgebiet. Dort habe ich Heike und Oskar getroffen, die mich dann, (wie ich es von Deutschen fast schon gewohnt bin), gut bekocht haben. Sie waren mit ihrem Sprinter gerade aus der Mongolei zurück und konnten mir gute Tips geben. 

Aus To Asia
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Dann sollte es das auch schon gewesen sein für Kyrgyzstan, weiter ging es nach Kazachstan. An der Grenze habe ich eine Transalp angetroffen, die auch auf dem Weg in die Mongolei war, es aber niemals bis Ulanbaator schaffen wird. So glaube ich zumindest, die Maschine war ca. 20 Jahre alt, wurde von 2 nicht gerade dünnen Italienern gefahren (Ehepaar) und war GUT beladen:

Aus To Asia

Aber ich sollte mal vorsichtig sein was ich sage, Mongolei wird für mich auch kein Zuckerschlecken, vor allem weil ich jetzt vermutlich doch alleine fahre (eine andere lange Geschichte, die hoffentlich noch am Ende dieses Posts Platz findet)

Kazachstan ist ein Land, welches durch seinen Reichtum an Ressourcen einen Standard erlangt hat, der Deutschland in nichts nachsteht. Man denke an meinen letzten Bierpost, wo ich ein 0.5l Guiness für 9 Euro gekauft habe. Somit sind auch die Hotels/Hostels sehr, sehr teuer. Für Almaty habe ich also mal wieder Couchsurfing in Anspruch genommen. Und siehe da, wieder ein gutes, nein vielmehr grandioses Erlebnis. Mein Host war Gaziza, eine 31jährige Kazachin mit Kind, die ihr Geld als Freelancer in der Finanzbranche verdient hat. Sie war zu der Zeit, wo ich in Almaty sein wollte, etwas krank, also wollte Sie mich nicht bei sich zu Hause haben. ABER hat mir eine wunderschöne Dacha (Sommerhaus) in den nahegelegenen Bergen vermittelt. Vermittelt heißt in diesem Fall, wir haben uns an einem einfach zu findenden Hotel getroffen, sind zu dem Haus gefahren/gelaufen, ich habe eine Einweisung und Schlüssel bekommen. WOW. Ein kleines Sommerhaus, "Küche", "Wohnzimmer" und ein Riesen Garten. Einzige Auflage war, dass ich für Pflanzen und Wassermann Sorge trage. Es gab kein fließend Wasser, alle 2 Wochen ist der "Wassermann" gekommen und hat über spezielle uralte Leitungen Wasser ins System gepumpt, welches dann bei mir an einem Schlauch rauskam und in verschiedene Behältnisse gefüllt werden wollte.
Genug der Worte, hier ein Foto und Video:

Aus To Asia
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what's next, achja, 1000km kazachischer Langweile. Die Straßen in Kazachstan sind "beschissen", die Landschaft öde.

Aus To Asia
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Zum Glück habe ich ~200km vor der Grenze zu Russland Chris getroffen, ein Motorradfahrer, der schon so ziemlich jedes Land auf diesem Planeten bereist hat. Er ist halb Brite, halb Deutscher. Ein extremerer Fahrer als ich, aber wir hatten ein paar gute Tage zusammen in Barnaul, ich hoffe ich kann ein paar Fotos von ihm klauen, um euch zu zeigen, wovon ich rede. Barnaul war teuer aber super. Hier mal ein Foto von meinem Motorrad, wie es an einem Waschtag aussieht:

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und der besten Motorradkneipe Sibiriens:

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Zwischendrin ein Foto des Bierlevels, um meinen Schreibstil zu erklären. Inzwischen ist es so dunkel geworden, dass ich nur noch meinen Laptop sehe.

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Ist euch schon langweilig?

Folgende Geschichte fällt wieder eher in die Kategorie "Abenteuer". An meinem letzten Tag in Barnaul ist Yan angekommen, welcher mein Reisegefärte für Mongolia sein sollte. Wir hatten uns zuvor über einschlägige Motorradreiseseiten (Horizons Unlimited) verbunden. Yan hat mir noch ein paar Ersatzteile von einem großen Hondashop in Novosibirsk mitgebracht und musste selbst in Barnaul auch noch ein paar Dinge an seinem Bike machen (750ccm Africa Twin).

Nach ein paar Stunden in einer Garage ging es endlich los. Die erste Nacht campten wir an einem Fluss, sehr nett.

Aus To Asia

Am folgenden Tag wollten wir Altai, die Region in Russland, die als besonders schön gilt, etwas mehr erfahren und haben uns entschlossen, einen kleinen Umweg zu fahren. Dieser Umweg war erstmal 100km Schotter, was Yan's Kolaflasche explodieren ließ. Dies gab eine schöne Sauerei auf seinem Gepäck. Er hielt an, um das ganze etwas zu bereinigen. Da es an dieser Stelle verflucht heiss war, sagte ich ihm, ich würde beim nächsten schattigen Spot auf in warten. Eine Tafel Schokolade verging, dann dachte ich mir "so lang kann das ja auch nicht dauern". Ich war gerade dabei, zu Yan zurückzufahren, als ich ihn schon auf mich zukommen sah. Das bedeutete auf jeden Fall, dass er ein Problem hat, was er nicht alleine lösen kann. So war es dann auch, er hatte bei seinen ganzen Umpackaktionen vergessen die Zündung auszumachen, so wurde seine Batterie schön leergesaugt. Als er das festgestellt hatte, versuchte er die ca. 220kg Maschine anzuschieben, was damit geendet hat, dass er in den Straßengraben abgerutscht ist und das Bike zur Seite fiel. Also erstmal den Koloss wieder senkrecht gestellt und dann gingen die Aktionen los. 
.....jetzt wollte ich gerade anfangen alle Aktionen zu beschreiben, aber es hat uns von 2Uhr nachmittags bis 11Uhr Nachts gebraucht bis wir KEINE Lösung gefunden haben. Also zu viel um euch das im Detail zu beschreiben, es hatte viel damit zu tun, seine Batterie mit anderen zu starten (was zwischenzeitlich seine 30Ohm Hauptsicherung explodieren ließ), ich war im nächsten Ort um eine neue Batterie zu bekommen (40km von Yan entfernt), bekam viel Hilfe vom 4Sterne Commandant der Polizei, welcher höchstpersönlich eine neue (aber für Scooter ausglegte) Batterie mit Electrolyten gefüllt hat

Aus To Asia

... aber Yan hatte noch andere Probleme mit seinem Bike, der linke Gepäckträger war durch den Umfaller gebrochen, die neue Benzinpumpe, die er in Barnaul hatte einbauen lassen, hat zu viel Benzin in seinen Vergaser gepumpt... ...so haben wir es selbst mit fremdgestarteter Batterie nicht weit geschafft. 

Nach einem abenteuerlichen 40km Ritt (wir beide auf meiner Transalp) durch die Dunkelheit und einer zurückgelassenen Africa Twin haben wir es zu einem Hotel geschafft. Dort konnten wir die Lage mit einem Bier nochmal neu überdenken. Wir waren 300km entfernt von einem Ort mit einer Einwohnerzahl über 10.000 (geschätzt). Schlussendlich sind wir heute mit einem Taxi zu seinem Motorrad gefahren, haben meine Batterie eingebaut und er hat es bis nach Ust-Kahn geschafft, wo das MRad einen sicheren Platz vor dem Polizeirevier genießt. Yan ist jetzt per Bus auf der Suche nach einer neuen passenden Batterie. Potenziell wird das einige Zeit dauern, also haben sich unsere Wege wieder getrennt und ich bin nun alleine Richtung Mongolei unterwegs.

Hier mal ein paar Bilder von der faszinierenden Altai Region in Russland:

Aus To Asia
Aus To Asia
Aus To Asia
Aus To Asia

Ich schreibe diesen Post gerade offline und hoffe, ihn noch bevor ich die Mongolei durchquert habe, posten zu können.

Aber Internet zu finden wir immer schwieriger...

Wie das Bier, ist nun auch dieser Post fertig, ich hoffe er war noch "lesbar" und auch für Nicht-Motorradfahrer halbwegs interessant!

Aus To Asia

 

NACHTRAG:

Entering Mongolia...

Aus To Asia

49.64, 89.42

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Moritz | To Asia

Beer Donation by Stefan R.

by Moritz 27. July 2012 13:46

Bevor ich zur eigentlichen Story komme,
eine riesen Dankeschön an alle Spender, aus diesem kleinen Gimmik, mehr sollte es nicht sein, ist eine für mich grandiose Sache geworden. Ich bekomme ab und an, an verschiedenen Orten, die Möglichkeit interessante Dinge zu tun, schlage sie aber immer aus, weil ich zu geizig bin, bzw. immer das Gefühl habe, dass dies in meinem Travelbudget nicht drin ist.
Ich denke da z.B. an einen Tandemsprung im Paragliderparadies Fetye, Türkei.
Oder eine Jeeptour im Karakorum Gebirge. 
Mit euren Spenden (die einen trinkbaren Wert meist übersteigen), kann ich mein Gewissen überwinden und diese Dinge tun, UND dazu auch noch ein Bier trinken :)

Die Story hinter der 10Euro Spende von Stefan ist etwas anders...

Nach ein paar Tagen in Bishkek, Kyrgyzstan bin ich nun weiter nach Almaty, Kazachstan. Andere Reisende hatten mir schon immer erzählt das Almaty nicht ganz billig ist, aber ich dachte mir nicht viel dabei, als ich in ein Pub spazierte, total begeistert einen Guinness Zapfhahn erblickte und auch gleich ein Guinness bestellte. 
Erst dann legte ich meine Motorradklamotten ab und schlug das Menu auf. Der Anblick hat mir schlagartig (bzw. nachdem ich rausgefunden habe wie ich Tenge in Euro umrechne) die Laune verdorben.

9 Euro für das 0.5l Bier, was soeben an meinen Platz gebracht wurde. 

Stinkig habe ich noch 2 Schlücke getrunken, bis mir die Idee kam, dass mir Stefan dieses Bier spendiert haben könnte. 

Hier also dein Bild, Stefan, ein Launeretter!

Beer donation by Stefan R.

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Moritz | To Asia

Day 108 - 16000 km - KKH Part Two

by Moritz 21. July 2012 06:54

Wie im letzten Post erwähnt, ging es nun darum, den Attabad Lake zu überqueren. 
Dieser See ist erst knapp 2 Jahre alt und das Ergebnis eines massiven Erdrutsches in 2010.
Der Hunza River, der hierdurch verschüttet wurde hat einen bis zu 100m tiefen See entstehen lassen und mehrere Dörfer komplett unter Wasser getaucht.
Jegliche Versuche diesen natürlichen "Damm" zu beseitigen sind fehlgeschlagen, es wurden lediglich Teilerfolge erzielt, bei denen der Wasserpegel etwas gesenkt werden konnte. Jetzt überlegt man tatsächlich, einen 6km langen Tunnel zu bauen. Verrückt...

Das Teilstück des KKH, das jetzt nicht mehr existiert, war ca. 20km lang, jeglicher Verkehr, der von China nach Pakistan geht (und umgekehrt) wird jetzt über Boote bewerkstelligt. Das logistische Chaos, die Güter großer Trucks auf kleine Boote umzuladen und auf der anderen Seite wieder aufzuladen kann man sich denke ich vorstellen.

Hier also ein Blick auf den Attabad Lake von der südlichen Seite.

Approaching the Attabad Lake (Hunza Lake), 9km North of Karimabad, Northern Pakistan

Zuerst wollte man mein Motorrad diesen winzigen extrem steilen Abhang hinunterschieben. Da es aber eine viel einfachere Alternative gab (die wegen Erdrutschgefahr und laufenden Bauarbeiten gesperrt war),  konnte ich mit ein wenig Überzeugungskunst die Erlaubnis von Armee und Polizei bekommen.

This is the path they wanted to bring the bike down, Attabad Lake, northern Pakistan

Und hier mal wieder ein Video,
dank Zoheb, einem Pakistani mit MacBookPro konnte ich diesmal etwas an dem Video herumschneiden:

Hier nochmal ein Blick auf die Stelle, wo das Bike ursprünglich aufgeladen werden sollte. Kommt auf dem Foto nicht so gut raus, aber das war wirklich haaresträubend.

Leaving the passanger landing dock, Attabad Lake, Northern Pakistan
Here we go
The Passu Cathedral, that's how some call these spectacular mountains, Attabad Lake, Northern Pakistan


Wenn man sich folgendes Foto anschaut, sieht man, dass es manche Leute noch etwas schwerer, oder zumindest abenteuerlicher haben als ich. Ganz speziell aufgrund der Tatsache, dass bereits 10 Autos auf dem Bodes des Sees schlummern.

...even cars are transported over the lake, 10 of them didn't make it... 
perfect roads and the Passu Cathedral on the other side of the lake

2 Nächte habe ich dann im Glacier Breece Restaurant in Passu, auf der anderen Seite des Sees verbracht. Eine sehr entspannte Zeit.

view from Glacier Breece Restaurant, Passu, Northern Pakistan

Und dann war es auch schon so weit, am 17.07 war mein Termin für China und ich machte mich nach fast 2 Monaten in Pakistan auf Richtung China.
Ich könnte jetzt einen langen Abschlussbericht über Pakistan schreiben, aber ich hoffe mit meinen vorigen Posts schon genug Eindrücke geliefert zu haben. Die Menschen in ganz Pakistan waren unmenschlich nett, er war möglich ernsthafte Konversationen zu führen, da Englisch eine offizielle Landessprache ist. Landschaften im Norden sind atemberaubend, der Süden war für mich eine schwierige und aber doch (rückblickend) interessante Zeit. Es war durchweg traurig mitzuerleben, wie eine Regierung ein Land mit so vielen Resourcen und potentiellem Tourismus so herunterwirtschaften kann. Korruption als gängige Praxis mit einem Präsidenten, der zu den reichsten Politikern der Welt zählt...  ...Aber Pakistan war eine einzigartige Erfahrung und ich würde jederzeit wiederkommen.

on my way to the 4700m high Kunjerab Pass, the border between Pakistan and China

Ich behaupte mal, dass die Grenze genau da ist, wo der Asphalt anfängt, ein sehr lustiger Anblick für mich. Interessant war auch das in China ja wieder auf der rechten Fahrbahnseite gefahren wird, es war aber nicht ganz klar ab welchem Zeitpunkt, also musste man für ein paar Kilometer immer genau schauen wo einem jemand entgegenkommt :)
Mein Motorrad hat schon bei 3000m Höhe angefangen an Leistung zu verlieren, bei den 4700m dachte ich, dass ich jeden Moment zu schieben anfangen muss. Da wünscht man sich dann doch etwas modernere Technik, Einspritzung... 

entering China! 4700m altitude at Kunjerab Pass, Pakistan/China

Der Grenzübertritt war mühsam, zuerst musste ich auf 4700m Höhe komplette Bodychecks und die detaillierteste Inspektion bisher über mich ergehen lassen. Das Motorrad/Gepäck wurde wirklich bis aufs kleinste durchsucht, sogar mein geheimes Dollar Versteck wurde gefunden. 4 Soldaten waren knapp 15 Minuten beschäftigt, mich nach jedem Pulver... zu fragen. Wie ich nachher erfahren habe, wurden vor ein paar Wochen erfolgreich 250kg Heroin über diese Grenze geschmuggelt und dann gab es wohl massiven Ärger, daher sind die alle etwas nervös da oben. Insgesamt musste ich ca. 3 Stunden auf dieser Höhe verbringen, die Luft war merkbar dünn, habe schon nach kurzer Zeit Kopfweh bekommen und atmen war beängstigend. Für ältere Menschen gibt es hier sogar Sauerstoffkissen. 
Nach dem Checkpoint, ca. 100km weiter war dann erst die wirkliche Grenze, wo Dokumente für Bike und mich nötig waren und ich auch meinen Guide Adil getroffen habe.

arriving at the immigration for China, Tashuryan

Weil die Customs Abteilung bereits zuhause war musste mein geliebtes Motorrad eine Nacht im Zollgelände verbringen. Am nächsten Tag konnte ich das Bike dann aber relativ problemlos zurückbekommen. Ich musste nur 30 Minuten darauf warten, dass jemand eine Kamera gebracht hat, um Fotos von dem Motorrad zu machen... ...so dachte ich zumindest. Es stellte sich heraus, dass die Kamera nur für ein Gruppenfoto mit mir herhalten sollte :)

Die Strecke nach Kashgar, wo der KKH sein Ende findet, war wieder mal spektakulär. Und dazu auf perfektem Asphalt! Wenn ich schon einen Babysitter für China brauchte, dachte ich mir, kann er auch etwas für mich arbeiten, also ein paar Fotos schießen. Leider hat er das mit dem Winkel nie wirklich hinbekommen, daher sind die meisten Müll, aber ein paar kann ich doch zeigen:

 
just a picture of me while riding
i'm used to such views now, but the perfect tarmac made it even better, road to Kashgar, China 
sand mountains along the way to Kashgar, China
along the KKH to Kashgar, China
along the KKH to Kashgar, China

Leider habe ich von Kashgar keine Fotos gemacht, war so damit beschäftigt, Bier zu trinken, gutes Essen zu suchen und mein 4Sterne Hotel zu genießen. Aber damit man sieht, dass es sich hier um China handelt, ein Photo aus einem Streetstall auf dem Weg nach Kashgar:

street stall near Kashgar, China

 

Und schon war ich in Kyrgyzstan, aber dazu mehr in einem anderen Post.
Zum Abschluss noch ein Foto von meinen ersten Kilometern in diesem schönen Land. 

what a welcome, Kyrgyzstan

36.84, 75.41

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Moritz | To Asia

Beer Donation by Steffen

by Moritz 20. July 2012 05:43

Wie vermutlich niemand mitbekommen hat, habe ich ein neues Feature in unseren Blog eingebaut. Wenn man etwas nach unten scrollt findet man auf der rechte Seite eine Möglichkeit, Rainer oder mir ein Bier zu spendieren. Im Grunde handelt es sich nur um einen Geldtransfer via PayPal, der dort auf einfachem Weg gemacht werden kann. 

Der Clou ist, dass das gespendete Geld für Bier ausgegeben wird, sollte die Spende einen trinkbaren Wert übersteigen, versuchen wir die Location, wo das Bier getrunken wird, etwas exklusiver ausfallen zu lassen.
Es können auch gerne Wünsche geäußert werden, wie z.B. "Trinke ein Bier auf einem Elefanten" 
Als Gegenleistung für jede Spende gibt es ein Foto auf dem das Bier/die Biere konsumiert werden.

Anfang Juli gab es die erste Spende von Steffen über 20Euro.

Zu dieser Zeit habe ich mich noch im islamischen Pakistan aufgehalten, wo es zuerst etwas schwer war, an Bier zu kommen. Als ich dann meinen Geburtstag auf dem Helikopter Landeplatz des Prinzen von Hunza gefeiert habe, dachte ich es wäre der richtige Zeitpunkt, um die 20Euro in Bier umzuwandeln. In Hunza, im nördlichen Pakistan wird das mit dem Islam nicht so ganz genau genommen und es gibt einen Shop, in dem es chinesisches Bier zu kaufen gibt. Etwa 3Euro pro Dose. Mit einigen Bieren und ein paar trinkfreudigen Pakistanis habe ich dann unter sagenhaftem Sternenhimmel gefeiert. 

fantastic sky from the helipad of the prince of hunza, northern Pakistan

Nur leider habe ich bei meinen Versuchen, ein gutes Bild vom Sternenhimmel zu machen, vollkommen übersehen, dass die lange Belichtungszeit meinen Kameraakku leergesaugt hat und als ich dann das Foto für Steffen knipsen wollte, wurde mir der Blitz wegen zu geringer Akkuleistung verweigert. 

Dumm gelaufen, ich musste mir also eine neue Story überlegen.

2 Tage später habe ich mich dann mit Bier im Gepäck zum Basecamp eines der 7tausender aufgemacht. Der Track nach oben war nicht immer der ungefährlichste, aber dafür immer wieder spektakulär. 

it's possible to walk on these waterchannels you see on both sides
climbing up to Ultar Sar (7388m) basecamp, Hunza, Northern Pakistan
reached the basecamp @3152m

 

Oben angekommen, wurde das Bier dann durch eiskaltes Gletscherwasser gekühlt

cooling Steffen's beer with ice cold glacier water

...Hier also deine Bilder Steffen...








 

Beim Abstieg habe ich mich dann etwas verlaufen und bin an diesem grandiosen Pfad herausgekommen, der zum etwa 700 Jahre alten Baltit Fort geführt hat:

track leading to the Baltit Fort
Baltit Fort, Hunza, Northern Pakistan

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Moritz | To Asia

Rainer

Rainer, born 1948, the father

Being a professional road engineer and traffic and transport planner, Rainer keeps an eye on road details and safety issues. Paradoxically, he loves riding straight road sections more than curved ones, and horsepower of his ride doesn’t mean anything to him, but rather fuel consumption. Presently he happily rides an 11 hp scooter at home. His favourite travel destination remains Southwest USA. Low budget travel, especially for the elderly, is dear to his heart.
Petershausen, Germany

Done with indoor complaints,
libraries and querulous criticisms,
strong and content
I travel the open road.

 Walt Whitman