Moritz

Moritz, born 1986, the son

Left home at the age of 17, on his first ride, a 125 cc scooter. Managed to turn his love for computers in a respected profession (programmer) and is happy to be able to work where his bike is. Tested speed driving on a Honda Hornet bike, then turned to the offroad section of the motorcycling world. Having spent a volunteer year in Laos, Asia became his second home. Besides the love for traveling he keeps an interest in all kinds of electronics for travel documentation.
Bangkok, Thailand

The traveler sees what he sees, the tourist sees what he has come to see.

 Gilbert K. Chesterton

Tag cloud


current distance: 8817km

18 Zurück nach Salmon

by Rainer 23. July 2012 17:22

Es war nun an der Zeit, wieder den Weg nach Salmon, Idaho, einzuschlagen, wo ich ja eine Inspektion mit Reifenwechsel vereinbart hatte. Auf dem Weg nahe der kanadischen Grenze liegen zwei Nationalparks. Aber erstmal noch auf den Highway 20 nördlich von Seattle vorbei, dabei auch ein kleines Stück Fähre. War recht voll, weil das Naherholungsgebiet von Seattle ist.

Im weiteren Verlauf dann einige eindrucksvolle Brücken und Flussmündungen.

Diese Brücke an einem Wasserfall hatte keinen Belag, sondern einen Gitterrost. Wer auf so etwas schon einmal Motorrad gefahren ist, weiss, dass sich das sehr, sehr schwammig anfühlt. Ich war immer froh, drüber zu sein. Noch ein paar Eindrücke vom Cascade Mountains Park, das Wetter wurde dann besser, wie man sieht. Und hier noch eine besonders schöne Stelle, in beiden Richtungen fotographiert. Weil dann wieder Gewitter drohten, bin ich in Winthrop auf einen KOA Campingplatz und habe mir wie so oft das Städtchen angesehen. Nichts besonderes, aber immerhin eine Fussgängerhängebrücke.

Noch ein paar Eindrücke, hier gab es mal die klassischen Holzgehsteige, bekannt aus Western. Im letzten Bild fehlt eine Stütze, statisch nicht erforderlich. Ein Designelement, wie so viele hier, an den Western Style angepasst. Weiter dann habe ich an der Grenze zu Montana einen Campingplatz gefunden, wie ich ihn schätze. Billig, Tankstelle, WiFi, Bar.

Hinten dann ein kleines Grasplätzchen für mich. So eine Gelegenheit hat man hier nicht oft, also bin ich abends in die Bar und habe mich mit den locals unterhalten. Übrigens eine Raucherbar, eine der letzten in Amerika. Die Jugend kann hier nicht viel machen, weil halt alles nur mit dem Auto erreichbar ist. Saufen tun alle, und setzen sich dann ans Steuer, wobei man der Polizei ausweichen muss, die gerne Fallen stellen. Es gibt keine Taxis o.ä., weil eine unheilige Allianz von Stadtverwaltung, Polizei und Rechtsanwälten die Lizensierung so erschwert, dass es keiner macht. Also saufen, schleichwege, und wenn man erwischt wird, von Rechtsanwälten raushauen lassen. Hat mich nicht betroffen, Weg von der Bartheke ins Bett ca. 10m, aber richtig besaufen kann man sich mit dem Fassbier hier nicht.

Hier noch ein Photo von mir vor einem McDonalds.

In Richtung Glacier Nationalpark ging es dann durch schöne Flusstäler, man fragt sich aber schon, wie es der Baum im Fluss bewerkstelligt, stehen zu bleiben.

Die Landschaft wurde dann wirklich sehr dramatisch und schön, ich war recht früh unterwegs, da auf dem Pass Regen und starke Böen bis 90 km/h ab Mittag angekündigt waren. und noch ein Bild Die Wolke, oder der Nebel, der über dem Sattel liegt, war ein sehr belebendes Element in dem Photo. Es ist unglaublich, wieviel in den Staaten verbrannt ist, auch hier im Glacier. Und weiter gings hinauf, und mir wurde langsam klar, dass der pittoreske Nebel auf der Passhöhe lag. Ja, genau, da muss ich durch. Das war dann die letzte Möglichkeit vor der Passhöhe, noch ein Photo zu machen, mit Wasserfall. Anschliessend gings dann im Einrichtungsverkehr meilenweit durch eine Baustelle bergauf,etwas Fahrkunst gefragt, leider konnte man nicht anhalten. Teilweise waren es wirklich dramatische Bilder von Wasserfällen und Erdrutschen. Geht jedes Jahr im Winter wieder kaputt. Und da waren sie auch, die hässlichen Windböen, z.T. heftig.

Oben dann in der Wolke. Im weiteren Verlauf hörte die Wolke dann auf, und es wurde noch eine schöne Fahrt. Hier noch ein paar Bilder.

Später dann wieder verbrannte Gegend.

 

Nach dieser Fahrt war mal wieder eine Kaffeepause angesagt.  Was sagt uns dieses Bild? 1. Es ist noch genug Essensvorrat (Wampe) da 2. Am Jeanshemd fehlt ein Knopf, seit Reisebeginn.

Dann gabs eine Gewitterfahrt mit Wildwechsel, dann irgendwann den Gewittern entronnen. So, das wars erstmal, als nächstes steht der Yellowstone Nationalpark auf dem Programm, und dann die Annäherung an das größte Motorradtreffen der Welt in Sturgis, South Dakota. Bis dann.

48.799, -113.769

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Rainer | USA 2012

Day 108 - 16000 km - KKH Part Two

by Moritz 21. July 2012 06:54

Wie im letzten Post erwähnt, ging es nun darum, den Attabad Lake zu überqueren. 
Dieser See ist erst knapp 2 Jahre alt und das Ergebnis eines massiven Erdrutsches in 2010.
Der Hunza River, der hierdurch verschüttet wurde hat einen bis zu 100m tiefen See entstehen lassen und mehrere Dörfer komplett unter Wasser getaucht.
Jegliche Versuche diesen natürlichen "Damm" zu beseitigen sind fehlgeschlagen, es wurden lediglich Teilerfolge erzielt, bei denen der Wasserpegel etwas gesenkt werden konnte. Jetzt überlegt man tatsächlich, einen 6km langen Tunnel zu bauen. Verrückt...

Das Teilstück des KKH, das jetzt nicht mehr existiert, war ca. 20km lang, jeglicher Verkehr, der von China nach Pakistan geht (und umgekehrt) wird jetzt über Boote bewerkstelligt. Das logistische Chaos, die Güter großer Trucks auf kleine Boote umzuladen und auf der anderen Seite wieder aufzuladen kann man sich denke ich vorstellen.

Hier also ein Blick auf den Attabad Lake von der südlichen Seite.

Approaching the Attabad Lake (Hunza Lake), 9km North of Karimabad, Northern Pakistan

Zuerst wollte man mein Motorrad diesen winzigen extrem steilen Abhang hinunterschieben. Da es aber eine viel einfachere Alternative gab (die wegen Erdrutschgefahr und laufenden Bauarbeiten gesperrt war),  konnte ich mit ein wenig Überzeugungskunst die Erlaubnis von Armee und Polizei bekommen.

This is the path they wanted to bring the bike down, Attabad Lake, northern Pakistan

Und hier mal wieder ein Video,
dank Zoheb, einem Pakistani mit MacBookPro konnte ich diesmal etwas an dem Video herumschneiden:

Hier nochmal ein Blick auf die Stelle, wo das Bike ursprünglich aufgeladen werden sollte. Kommt auf dem Foto nicht so gut raus, aber das war wirklich haaresträubend.

Leaving the passanger landing dock, Attabad Lake, Northern Pakistan
Here we go
The Passu Cathedral, that's how some call these spectacular mountains, Attabad Lake, Northern Pakistan


Wenn man sich folgendes Foto anschaut, sieht man, dass es manche Leute noch etwas schwerer, oder zumindest abenteuerlicher haben als ich. Ganz speziell aufgrund der Tatsache, dass bereits 10 Autos auf dem Bodes des Sees schlummern.

...even cars are transported over the lake, 10 of them didn't make it... 
perfect roads and the Passu Cathedral on the other side of the lake

2 Nächte habe ich dann im Glacier Breece Restaurant in Passu, auf der anderen Seite des Sees verbracht. Eine sehr entspannte Zeit.

view from Glacier Breece Restaurant, Passu, Northern Pakistan

Und dann war es auch schon so weit, am 17.07 war mein Termin für China und ich machte mich nach fast 2 Monaten in Pakistan auf Richtung China.
Ich könnte jetzt einen langen Abschlussbericht über Pakistan schreiben, aber ich hoffe mit meinen vorigen Posts schon genug Eindrücke geliefert zu haben. Die Menschen in ganz Pakistan waren unmenschlich nett, er war möglich ernsthafte Konversationen zu führen, da Englisch eine offizielle Landessprache ist. Landschaften im Norden sind atemberaubend, der Süden war für mich eine schwierige und aber doch (rückblickend) interessante Zeit. Es war durchweg traurig mitzuerleben, wie eine Regierung ein Land mit so vielen Resourcen und potentiellem Tourismus so herunterwirtschaften kann. Korruption als gängige Praxis mit einem Präsidenten, der zu den reichsten Politikern der Welt zählt...  ...Aber Pakistan war eine einzigartige Erfahrung und ich würde jederzeit wiederkommen.

on my way to the 4700m high Kunjerab Pass, the border between Pakistan and China

Ich behaupte mal, dass die Grenze genau da ist, wo der Asphalt anfängt, ein sehr lustiger Anblick für mich. Interessant war auch das in China ja wieder auf der rechten Fahrbahnseite gefahren wird, es war aber nicht ganz klar ab welchem Zeitpunkt, also musste man für ein paar Kilometer immer genau schauen wo einem jemand entgegenkommt :)
Mein Motorrad hat schon bei 3000m Höhe angefangen an Leistung zu verlieren, bei den 4700m dachte ich, dass ich jeden Moment zu schieben anfangen muss. Da wünscht man sich dann doch etwas modernere Technik, Einspritzung... 

entering China! 4700m altitude at Kunjerab Pass, Pakistan/China

Der Grenzübertritt war mühsam, zuerst musste ich auf 4700m Höhe komplette Bodychecks und die detaillierteste Inspektion bisher über mich ergehen lassen. Das Motorrad/Gepäck wurde wirklich bis aufs kleinste durchsucht, sogar mein geheimes Dollar Versteck wurde gefunden. 4 Soldaten waren knapp 15 Minuten beschäftigt, mich nach jedem Pulver... zu fragen. Wie ich nachher erfahren habe, wurden vor ein paar Wochen erfolgreich 250kg Heroin über diese Grenze geschmuggelt und dann gab es wohl massiven Ärger, daher sind die alle etwas nervös da oben. Insgesamt musste ich ca. 3 Stunden auf dieser Höhe verbringen, die Luft war merkbar dünn, habe schon nach kurzer Zeit Kopfweh bekommen und atmen war beängstigend. Für ältere Menschen gibt es hier sogar Sauerstoffkissen. 
Nach dem Checkpoint, ca. 100km weiter war dann erst die wirkliche Grenze, wo Dokumente für Bike und mich nötig waren und ich auch meinen Guide Adil getroffen habe.

arriving at the immigration for China, Tashuryan

Weil die Customs Abteilung bereits zuhause war musste mein geliebtes Motorrad eine Nacht im Zollgelände verbringen. Am nächsten Tag konnte ich das Bike dann aber relativ problemlos zurückbekommen. Ich musste nur 30 Minuten darauf warten, dass jemand eine Kamera gebracht hat, um Fotos von dem Motorrad zu machen... ...so dachte ich zumindest. Es stellte sich heraus, dass die Kamera nur für ein Gruppenfoto mit mir herhalten sollte :)

Die Strecke nach Kashgar, wo der KKH sein Ende findet, war wieder mal spektakulär. Und dazu auf perfektem Asphalt! Wenn ich schon einen Babysitter für China brauchte, dachte ich mir, kann er auch etwas für mich arbeiten, also ein paar Fotos schießen. Leider hat er das mit dem Winkel nie wirklich hinbekommen, daher sind die meisten Müll, aber ein paar kann ich doch zeigen:

 
just a picture of me while riding
i'm used to such views now, but the perfect tarmac made it even better, road to Kashgar, China 
sand mountains along the way to Kashgar, China
along the KKH to Kashgar, China
along the KKH to Kashgar, China

Leider habe ich von Kashgar keine Fotos gemacht, war so damit beschäftigt, Bier zu trinken, gutes Essen zu suchen und mein 4Sterne Hotel zu genießen. Aber damit man sieht, dass es sich hier um China handelt, ein Photo aus einem Streetstall auf dem Weg nach Kashgar:

street stall near Kashgar, China

 

Und schon war ich in Kyrgyzstan, aber dazu mehr in einem anderen Post.
Zum Abschluss noch ein Foto von meinen ersten Kilometern in diesem schönen Land. 

what a welcome, Kyrgyzstan

36.84, 75.41

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Moritz | To Asia

17 Halbzeit

by Rainer 10. July 2012 04:36

Halbzeit, oder Bergfest, oder Talsohle, wie man es nennen will. Ich sitze bei einem Becks Bier aus der Flasche und einem Schokoladendonut in der nordwestlichsten Ecke der USA mit Blick auf Kanada (zumindest zu erahnen). Der Ort heisst Port Angeles. Wie so oft der einzige Zelter hier. Heute nacht hat hier ein Gewitter getobt. Als die Blitzeinschläge auf eine halbe Sekunde heran waren, habe ich vorsichtshalber ein Gebäude aufgesucht. Weil der Ort zu weit weg ist, hab ich also zum ersten Mal auf dieser Reise bei Regen den halben Tag im Zelt verbracht, war auch ganz gemütlich, muss ich aber nicht immer haben. Jetzt ist auch die Zeit gekommen, das Erlebte ein bisschen Revue passieren zu lassen, aber erst noch ein paar Fotos über die Fahrt von Salmon, Idaho, hierher.

Da staunt der Bär, halber Berg Fels, der andere Wald. Hier ein schönes Camp zwischen Autobahn und Fluss, in der dazugehörigen Bar habe ich mit Moritz Geburtstag gefeiert. Man hat mir sogar ein Bier ausgegeben. Das schöne daran, wenn man 64 wird, ist, dass man sich keine Gedanken mehr machen muss, dass man jetzt näher an 30 ist.

So langweilig kann die Landschaft in Idaho sein, und am Camp wars auch nicht anders. Dieses Camp hatte aber neben einem akzeptablen Preis noch ein paar Extras, die sehr willkommen waren, z.B. ein Wachstuch auf dem Tisch (ansonsten habe ich einen speziellen Lappen).

Heulaster donnern vorbei, hörte nachts aber auf.

Aber dann wieder die Überraschung, Eben noch sterbenslangweilig, dann kommt ein Schild "Dry Canyon", dann senkt sich die Strasse ein paar hundert Meter, und dann das da. Und noch ein Panorama Weiter unten dann noch eine Stadt gegenüber am Steilhang und eine Begegnung mit einem Fahrradfahrer. Dann ein Blick auf den mächtigen Columbia River, man sieht auch die Brücke, auf der ich ihn überquert habe. Seit Moritz so blumenreiche Attribute für seine schäbigen Bergflüsse hat, muss ich mal dagegenhalten.

Und wenns dreimal langweilt, das ist eins meiner Lieblingsfotos, westlich von Leavenworth auf dem Weg zum Pazifik. Und wieder ein Camp am Fluss, nahe dem Pazifik. Am Nachmittag bei meiner Ankunft schien noch die Sonne, dann sah man schon den Nebel aufziehen, und am nächsten Morgen war alles quietschnass.

Dann noch ein paar Eindrücke vom Pazifik.

Später wurde es dann wieder sonniger bis Port Angeles, aber richtig warm wird es hier wohl nie.

Die erste Hälfte ist rum, und was kann man sagen?

1. Fahren ist und bleibt meine Leidenschaft, das hört nicht auf. ich habe bisher in 90 Tagen 17.500 km zurückgelegt, also knapp 200 km durchschnittlich am Tag, das passt.

2. Mein kleiner Hausstand ist gut organisiert und einfach zu handhaben. Das Zelt ist top, mein derzeitiges Luftbett scheint länger zu halten. Alles passt soweit, nur die Klamotten werden wohl nicht ganz durchhalten, ich habe ja keine teuren Sachen, z.B. Thermounterwäsche oder einen Pullover. Also fahre ich immer mit bis zu 5 Jacken übereinander, was schon mal zu Kommentaren an der Tankstelle führt. Eigentlich sehe ich aus wie ein Penner.

3. Meine Essensvorräte, die ich mitgebracht habe, sprich Wampe, helfen dabei, mit wenig Geld für Essen auszukommen. Meistens esse ich nach einem McDonalds Muffin o.ä. Apfel und Salat und koch mir abends eine Kartoffel oder Nudelsuppe oder mache mir eine kleine Konserve warm.

4. Langweilig ist mir eigentlich nie. Ich lese meine Nachrichten im Internet, spiele das Zeit -Sudoku, schreibe auch mal Leserbriefe. Ohne internet wärs mir wohl zu langweilig. Und skypen mit zuhause oder Moritz ist ja etwas, was man früher auf Reisen so gar nicht hatte, da musste eine Postkarte reichen. Videochat mit Christine ist lustig und macht Spass, grad dass man sich nicht hauen kann. Was ich entgegen der Planung gar nicht mache, sind Wanderungen in der Natur. Ich laufe lieber durch Orte, aber das ist eher begrenzt. Als Naturfreak hat man natürlich andere Optionen.

5. Meine Erlebnisse mit (wilden) Tieren sind eher wenig, 1 Bär aus der Ferne, Eichhörnchen und Stinktiere, lebend oder überfahren, eine Schlange, 3 mal Rehe auf der Fahrbahn, einmal bisschen kritisch. Ansonsten nicht eine brenzlige Fahrsituation, das darf gerne so bleiben. Fahre aber auch langsam und vorsichtig. Gab aber auch schon kopfgrosse Felsen auf der Fahrbahn.

6. Mit Moritz' Reise kann man keine Vergleiche anstellen, ich glaube, durch die posts kommt ganz gut heraus, wie sich die Reisen unterscheiden, war ja in gewisser Weise auch der Sinn des gemeinsamen 1world2go. Natürlich eine Sache des Alters. Den Karakorum Highway würde ich mir auch zutrauen, aber das ganze Drumherum wär mir dann zu schwer. Ted Simon, Urvater aller Motorradweltreisenden, hat mit 70 Jahren seine bekannte Reise (Jupiters Fahrt) wiederholt, gesponsort von diversen Firmen, na ja. Wenn ich Firmensupport hätte, würde ich mich vielleicht auch noch einmal auf eine "wilde" Reise wagen.

7. Die nächste Hälfte? Ich freu mich schon auf Sturgis, nur noch gut 3 Wochen. Und dann bleiben noch Colorado und New Mexico, wo ich die Reise ausklingen lassen will. Ich hoffe, dort noch einen Ort zu finden, an dem ich gerne ein oder zwei Wochen bleiben kann. Jetzt erstmal entlang der kanadischen Grenze zu zwei Nationalparks hoch oben, wo ich dann hoffentlich ein paar aufregende Fotos schiessen kann.

8. Motivation? Morgens den Motor anlassen und auf den Highway, ich kenne nichts besseres, Moritz versteht, was ich meine. Freiheit, vielleicht nur eine kleine, aber eine Freiheit. Viel mehr braucht es nicht, um mich glücklich zu sehen. So, das war die erste Hälfte meiner posts, ich hoffe, ihr findet auch zukünftig etwas interessantes darin.

Get your motor running, head out on the highway, searching for adventure....

Bis dann!

48.121, -123.430

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Rainer | USA 2012

Day 95 - 14900 km - KKH Part One

by Moritz 9. July 2012 10:23

Nun ist es also so weit, ich bin näher an den 30 dran als an den 20. 
Geburtstage sind für mich nichts bedeutsames, aber der eine oder andere Gedanke schwebt mir doch im Kopf herum (trotz chinesischem Bier, das ich gestern verwendet habe, um mit 2 Belgiern reinzufeiern). Ich bin froh diese Reise wirklich angetreten zu haben, immer mehr fühle ich mich wie einer von denen, die ich jahrelang so bewundert habe. Leute, die ich in Laos und auf meinen anderen Reisen getroffen habe, Leute, die oft lange Zeit unterwegs waren, meist mit wenig Geld, aber dennoch große Freiheit genossen haben.

Durch den Umstand, dass mein Papa derzeit in UTC-7 und ich in UTC+5 unterwegs sind, war es möglich, sich gegenseitig über Skype Videochat zum Geburtstag zu gratulieren. Bei ihm war es noch der 08.07. abends (sein Geburtstag), bei mir der 09.07. morgens. Das hat man auch nicht alle Tage. 

Nun aber zu dem interessanteren Teil, ich war die letzten Tage fleißig, habe täglich fast 150km zurückgelegt.
"150km fleißig?" denkt ihr euch jetzt... Ja, die Straßen hier sind etwas anspruchsvoller als bisher.
Der KKH schlängelt sich für einen Teil entlang des mächtigen Indus, durch die Gebirge Pamir, Karakorum, Himalaya und Hindukusch. Fertiggestellt wurde der Highway 1978, ~800 Pakistani und ~80 Chinesen haben dafür ihr Leben gelassen. Seitdem wurde die wunderbar geteerte Straße durch schwere Trucks, Landslides, Regen, Fluten und Erdbeben Jahr für Jahr zu einem immer erbärmlicheren "Track". Die Chinesen arbeiten hart daran, die pakistanische Seite wieder zu einem Highway zu machen, die Natur zerstört aber meist schneller als die Chinesen bauen können. 

Wundert euch nicht, dass auf meinen Fotos immer gute Strasse zu sehen ist, es macht einfach keinen Spaß auf staubigem Schotter anzuhalten. 

Along the Karakorum Highway, Northern Pakistan

 

Nice clean blue glacier water flowing into the mighty Indus river, KKH Pakistan

 

 

 

Pakistani truck rolling on the KKH, Northern Pakistan

 

KKH along the Indus river, Northern Pakistan

Ein ca. 100km langer Abschnitt des KKH gilt als gefährlich, da dort oft Überfälle verübt werden. Also haben mich für ein paar KM (bis ich ihnen davongefahren bin) ein paar alte Freunde begleitet:

friendly Pakistani Escorts, Kohistan, Pakistan


Leider habe ich mit meinem Laptop nicht die Möglichkeit, Videos zu schneiden, daher ist immer alles drauf vom klick auf den "Record" Knopf bis zum Ende.

 

Landslides happen on a daily basis, KKH, Northern Pakistan

 

Nice green valley, KKH, Northern Pakistan

 

Beautiful impressive mountains, KKH, Northern Pakistan

 

Rakaposhi Zero Point, KKH, Northern Pakistan

 

Schoolclass near Hunza Valley, Northern Pakistan

 

Phenomenal view of the Hunza Valley

 

Praying Mantis

 

Hunza Valley, Northern Pakistan

 

View from my room at Eagle Nest Hotel, Hunza, Northern Pakistan

Nach einem Tag in Hunza mit spektakulären Aussichten wollte ich am darauffolgenden Tag mit dem Islamabad VW Club nach Shandur zu einem international bekannten Polo Match fahren. Es findet auf dem höchsten Polo Spielfeld der Welt statt, auf über 3000 Metern. Um mein Bike nicht weiter zu belasten (es muss unbedingt bis Kyrgyzstan halten), hatte ich beschlossen, es zu parken und mit dem Club mitzufahren.
Die Strecke wäre etwa 8 Stunden OneWay gewesen, vermutlich hauptsächlich Offroad. Es lief leider nicht ganz wie geplant. Nach ein paar Stunden Fahrt erreichte uns die Meldung, dass es einen Landslide auf dem Weg nach Shandur gegeben habe. Landslides sind keine Besonderheit hier, nur ist nie sofort klar wie lange es dauern würde, bis die Armee diesen geräumt hat. Wir fuhren noch weiter bis Gilgit, wo wir dann die Info bekamen, dass ein Gletschersee sich auf der Strasse entleert hat, es würde laut Armee eine Woche dauern, bis die Straße wieder passierbar ist. Der einzige alternative Weg zum abgelegenen Shandur Pass wäre ca. 4 Tage Umweg, somit war dieser Plan leider gestorben und ich habe mich mit öffentlichem Transport auf den Rückweg zu meinem Motorrad gemacht. Der VW Club ist weiter Richtung Süden gefahren.
Trotz des Ausfalls von Shandur hatte ich einen super Tag, in einem 52 Jahre alten VW Beetle den KKH zu fahren ist legendär. Und eine Fahrt mit öffentlichen Bussen, zusammengepfercht auf engstem Raum, mit sehr eingeschränkter Sicht auf die faszinierende Landschaft und keiner Möglichkeit anzuhalten haben mir wieder vor Augen geführt, wieso ich Reisen mit eigenem Transport so liebe und eigentlich nichts anderes mehr machen will.

One of the four beetles driving from Hunza to Gilgit, Northern Pakistan

 

from my seat in a 52 years old beetle

Ich werde mich jetzt wieder chinesischem Bier widmen,
im nächsten Post geht es dann vermutlich um die Überquerung des Attobad Lake.
Voraussichtlich ziemlich abenteuerlich. 

35.93, 74.37

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Moritz | To Asia

Rainer

Rainer, born 1948, the father

Being a professional road engineer and traffic and transport planner, Rainer keeps an eye on road details and safety issues. Paradoxically, he loves riding straight road sections more than curved ones, and horsepower of his ride doesn’t mean anything to him, but rather fuel consumption. Presently he happily rides an 11 hp scooter at home. His favourite travel destination remains Southwest USA. Low budget travel, especially for the elderly, is dear to his heart.
Petershausen, Germany

Done with indoor complaints,
libraries and querulous criticisms,
strong and content
I travel the open road.

 Walt Whitman