Moritz

Moritz, born 1986, the son

Left home at the age of 17, on his first ride, a 125 cc scooter. Managed to turn his love for computers in a respected profession (programmer) and is happy to be able to work where his bike is. Tested speed driving on a Honda Hornet bike, then turned to the offroad section of the motorcycling world. Having spent a volunteer year in Laos, Asia became his second home. Besides the love for traveling he keeps an interest in all kinds of electronics for travel documentation.
Bangkok, Thailand

The traveler sees what he sees, the tourist sees what he has come to see.

 Gilbert K. Chesterton

Tag cloud


current distance: 8817km

Day 71 - 13900 km - Peaceful days in Pakistan

by Moritz 15. June 2012 18:38

 

Wie versprochen, gibt es diesmal etwas mehr Bilder, weniger Text.

Nach ein paar heissen Tagen in Lahore bin ich weiter in die Hauptstadt Pakistans gefahren, Islamabad.
Die 42°, die es hier tagsueber hat, waren schon etwas ertraeglicher als die 48° in Lahore. 
Aber schon nach einer Nacht gings endlich los Richtung Karakorum Highway.
Der Karakorum Highway (kurz: KKH) ist die hoechstgelegene Fernstrasse der Welt, er fuehrt an mehreren Achttausendern vorbei und ist eine wichtige Handelsroute zwischen China und Pakistan.

In der Travelercommunity ist er fuer seine einzigartigen Landschaften bekannt, und allzuoft hoert man auch "Die schoenste Landschaft, die ich je gesehen habe" von anderen Reisenden.

Eigentlich stand der KKH erst nach Indien/Nepal auf meiner Liste, aber ich hatte die letzten Tage/Wochen oft meine komplette Route uebern den Haufen geworfen... ...mehr dazu spaeter, jetzt erstmal ein paar Bilder:

Eins noch vorweg, von den knapp 2000KM die ich in der KKH Region fahren wollte, hab ich bereits nach 200km kapituliert, daher sind die folgenden Bilder nur eine Vorschau auf das was in ein paar Wochen kommt:

...los gings auf perfektem Asphalt und Kurven Kurven Kurven...

KKH, Pakistan

...vorbei an Adlern...

Aus To Asia

...Affen, vielen vielen Affen!...

Aus To Asia

...Massentransportmitteln...

Aus To Asia

...und Abbottabad. Na, klingelts da bei irgendwem? Vermutlich nicht, Abbottabad ist die Stadt, in der der US Staatsfeind Nr.1, Osama Bin Laden sein Versteck hatte. Und wie der Zufall so will, der einzige Waypoint, den mein Kartenmaterial in dieser Stadt anzubieten hatte, hiess "Osama Bin Ladens Hideout Compound". Ich konnte nicht wiederstehen dort mal vorbeizuschauen, muss aber gestehen, dass ich das Haus nicht gefunden habe, die Strassen wurden zu schlammigen Wegen, mit vielen DeadEnds, wie ein Labyrinth. Und die Leute hatten mich auch etwas fragwuerdig angeschaut (das tun sie immer, aber angesichts der Gegend empfand ich das als eher bedrohlich). 

...weiter nach Manshera, wo ich ein spezielles Oel gefunden habe, welches mein Motorrad gerne hat.
Meine Kupplung wird durch das selbe Oel geschmiert wie der Motor, deshalb ist das etwas spezieller.
Und wie mir vom Pakistani Bikersclub erklaert wurde, sollte man bei diesen Temperaturen alle 5000km einen Oelwechsel machen. Hat also gut gepasst, nur wechsel ich nie den Oelfilter, weil es hier keine passenden gibt, bzw. nur grottigste Qualitaet. Hoffentlich macht sich das nicht negativ bemerkbar...

Oilchange in Manshera, Pakistan

...weg von der Hauptstadt bekam ich wieder die gewohnte Aufmerksamkeit...

Aus To Asia

...netter Platz um einen Tee zu geniessen und meine Schuhe zu waschen :)...

Aus To Asia

...so sah das jedes Mal aus, wenn ich irgendwo angehalten habe, das Leben eines Promis...

Aus To Asia

Verschiedenste Hindernisse gilt es zu umfahren/bewaeltigen
...Tiere... 

Aus To Asia

...Fluesse/Seen/Schmelzwasserstroeme...

Aus To Asia

 

Aus To Asia

Im Winter werden hier einige Ortschaften komplett evakuiert, ich hab so eine Ahnung wieso...

Aus To Asia

...Erdrutsche...

Aus To Asia

Ueberall wird Honig "gesammelt"

Aus To Asia

Dieser nette Herr nahm sogar seinen Imkerhut fuer das Foto ab...

Aus To Asia

Ich schreibe ja oft von der Freundlichkeit der Leute hier, aber diesmal hat es etwas extreme Formen angenommen.
Dinge die mir Leute geschenkt/spendiert haben:
- Simkarte
- 3Liter Benzin (gab einen Benzinstreik, war irre schwer an Benzin zu kommen) 
- jedes Essen! Teilweise hat mich eine Person eingeladen, und eine dritte gezahlt. Mit der Begruendung "Ein Freund meines Freundes ist auch mein Freund"
- Tee

Als ich mal am Strassenrand im Nirgendwo gehalten habe um meine Thermounterwaesche auszuziehen (es hatte teilweise um die 0 Grad) stoppte eine Gruppe Jugendlicher, die mir dann etwas Geld in die Hand gedrueckt haben, weil es dort keine Moeglichkeit gab, mich auf irgendetwas einzuladen. Ich habe natuerlich versucht abzulehnen, vergeblich...

 

Hier mal ein kleines Video ontheroad, welches mir nicht gut gelungen ist da es zu weit nach unten zeigt, aber...:

 

So und nun sollte eigentlich ein Foto zu sehen sein wie mein Motorrad (wieder mal) flach am Boden liegt.
Aber ich habs noch nicht raus, nach einem Sturz zuerst ein Foto zu machen.
Auf jeden Fall habe ich die Erkenntnis gewonnen, dass ich mit meinem vollbeladenen Motorrad nicht auf Schnee fahren sollte. Unbegreiflicherweise habe ich es diesmal geschafft, beide Spiegel zu zerstoeren. Beim linken ist das Metall gebrochen und beim rechten das Glas. 
Zurueck an dem Ort, an dem ich an diesem Tag gestartet war, traf ich den ersten Touristen seit langem.
Ein Englaender, der hier einen pakistanischen Freund besucht hat, Sie wollten gerade mit einem Jeep zum LaLusar See aufbrechen, welcher auch mein Ziel gewesen waere. Also sprang ich kurzerhand mit auf, die folgenden Fotos sind also mal ohne Motorrad im Vordergrund :)

Delicious food along the road from Naran to Lalusar Lake, Pakistan
Lalusar Lake
Lalusar Lake, Pakistan

Auf dem Rueckweg waren wir noch erfolglos Angeln, der Spot war aber genial... 

Aus To Asia

 

Nun bin ich schon seit ein paar Tagen zurueck in Islamabad, um ein paar Dinge zu erledigen, Visas/Maintenance und ich habe es auch endlich geschafft, meinen Bart kuerzen zu lassen. 
Hier ein vorher/nachher Bild: 

Aus To Asia
Aus To Asia

 

Aus diversen (vorallem logistischen) Gruenden habe ich mich entschieden Indien/Nepal auf dieser Tour auszulassen, deshalb steht als naechstes der 2te Versuch KKH an, diesmal mit dem Ziel ueber China nach Kyrgyzstan zu reisen. Ich bin gerade extrem schreibfaul, befuerchte das hat fuer euch keinen wirklichen Zusammenhang. Auf jeden Fall werde ich noch ca. 1 Woche in Islamabad bleiben und dann wieder Richtung KKH starten. so long... 

34.9073, 73.650

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Moritz | To Asia

11 Vernal nach wieder fast nach San Francisco

by Rainer 13. June 2012 03:57

Nun geht es also weiter, wieder Richtung Westen bis zum Pazifik, gewissermassen ein zweiter Versuch, in der Hoffnung, dass sich das Wetter gebessert hat. Der Weg führte über ein Stück Wyoming, dann vorbei an Salt Lake City über die Autobahn wieder nach Nevada, Reno wird gezwungenermassen links liegen gelassen (keine Zeltstellplätze in der Stadt, wir Zelter erscheinen wohl zu arm, um potentielle Spieler zu sein) und dann wieder nach Norden in das sehenswerte Gebiet um den Mount Lassen, dann wieder fast bis San Francisco runter, um ja nichts von der Küstenstrasse zu verpassen, was für eine Fehleinschätzung. Aber erst mal ein paar Impressionen vom Wege.

Da hinten, das ist ein Zug, kann man aber nicht ganz aufs Foto kriegen, weil kilometerlang. Fuhr eine ganze Zeit neben mir her, wir haben das gleiche Tempo, 80 km/h.

Es wurde dann immer waldreicher, und die Strecken eindrucksvoll.

In einem kleinen Ort wurde ein Oldtimertreffen abgehalten, schicke Fahrzeuge, typisches Sonntagsvergnügen der Amis. Hier ein Auszug dessen, was da so alles rumstand.

Das war mal eine interessante Abwechslung, warum die da alle mit ihren Autos sitzen, hat sich mir nicht wirklich erschlossen, Besucher waren praktisch keine da, aber es war ja auch noch am Sonntagvormittag. Dann wieder schöne Strecken. Kurz danach war ich in Wyoming, da gabs viele Pferde, aber sonst nicht viel Interessantes, spasseshalber habe ich mal an einem der vielen Wegmarker angehalten. Es handelt sich dabei um ein jährliches Treffen der Pelzhändler mit denen, die anderes anzubieten hatten, ich verzichte jetzt mal auf eine Übersetzung. Ich habe noch gar nicht soviele Trucks gezeigt, also hier mal einer der Tankstellenkette Maverik, die meine bevorzugte ist, weil innen irre gestylt und günstige Preise und jede Menge Kaffee. Ich kenne inzwischen alle Arten von Tankstellen, meistens tanke ich gar nicht, sondern trinke nur einen Kaffee oder esse ein Burrito. Leider konnte ich von Salt Lake City keine Fotos machen, weil ich im Highwaygeschlängel und Verkehr keine Möglichkeit hatte, die folgenden Fotos sind im Anschluss daran an der Autobahn nach Westen entstanden. Dann in Bonneville angekommen, wo die Geschwindigkeitsweltrekorde für Landfahrzeuge aufgestellt werden, leider war keine Veranstaltung geplant, finden erst im September statt, vermutlich hat da das Salz die richtige Konsistenz, kanns mir ja noch überlegen, ob ich da nochmal hinfahre. Hier sieht man die ganze Verlassenheit und Hitze, über 35 Grad. Und das bin wieder ich, wie immer auch bei grosser Hitze in vollem outfit. Hier etwas näher dran und man sieht, dass das doch eher uneben aussieht, aber so viel Salz!

Jetzt noch zwei Bilder von Wendover, das ist die Grenze nach Utah nach Nevada, und die Casinos stehen bis an die Staatsgrenze von Utah. Und das hier war das mieseste Camp (für 10 Dollar), in dem ich bisher war, aber man ist ja froh, mal etwas weniger auszugeben. Dort musste ich mich mit einem Campingstuhl behelfen, und internet gabs natürlich auch nicht. Weiter gings dann nach Susanville, und es wurde regnerisch und kalt.

Drohende Wolken, und es hat auch tatsächlich nachts geregnet, meinem Zelt hats nicht geschadet, und meine Ente hatte wieder diesen glücklichen Gesichtsausdruck.

In der zweiten Nacht fiel dann das Thermometer auf 0 Grad, und das weiße auf der Packtasche ist nicht etwa Dreck, sondern Rauhreif. Dann wurde es aber wieder besser, und ich konnte die Tour zum Mount Lassen in Angriff nehmen, der ein noch aktiver Vulkan ist. Hier ein paar Impressionen. Von dieser Stelle sah man auch den ungefähr gleichhohen Mount Shasta, ein seltsames Bild, zwei schneebedeckte Berge im ansonsten grünen Land. Falls sich jemand wundert, dass die Bäume so verbrannt sind, es hat hier in den vergangenen Jahren viel und heftig gebrannt, ganze Landstriche erkennt man nicht wieder. Mag auch damit zusammenhängen, dass durch Blitzschlag verursachte Brände ohne Auswirkungen auf menschliche Ansiedlungen weniger bekämpft werden als früher. Und hier noch eins meiner beliebten Highwayfotos, wenn man nur alle machen könnte, die man beim Fahren so als aufregend erlebt, weil merken kann man sich das auch alles nicht. Mitten im Nirgendwo versucht hier jemand, ein Auto zu verkaufen.

Und diese Dame (hab ich bei McDonalds gesehen) kann scheinbar nicht auf den Schoßhund verzichten, Gefängnis oder Aussichtswagen, wohl Ansichtssache. Die Frau war so stark tätowiert und gepierct, dass ich auf eine Kontaktaufnahme verzichtet habe, aber es gibt schon Typen hier.

Über die Hundewelt hier könnte ich einen eigenen post schreiben. Jeder hat einen, und wie in Amerika üblich, gibt es viele Verhaltensregeln. An jeder Tankstelle oder Raststelle gibt es ausgewiesene Hundeentleerungsstellen, machmal abgezäunt, immer mit dem Hinweis, die Hinterlassenschaften zu beseitigen. Hier soll man das Gras verschonen und die Palme (?) benutzen. Verstehs wer will.

Und hier wollte ich auf die Schnelle ein Wandgemälde fotografieren, ist aber nur ein ordentliches Foto vom Kupplungshebel geworden. Und nun noch ein paar Impressionen von der Fahrt ans Meer, mit Eseln.

Dann endlich am Meer angekommen, hieß mich kalter Wind willkommen, es hatte sich noch nicht viel geändert. Da waren nette Läden für einen Becher Kaffee immer willkommen. Und da war es, das Meer, sieht so schön aus, ist aber so kalt und unfreundlich. Und zum Abschluss ein Bild vom Campingplatz, wo mich die Amis mit größeren Familienverbünden eingekesselt haben. Das wars erstmal für heute, über die Küste kommt noch etwas mehr, im Moment bin ich froh, dass es landeinwärts, wohin ich geflüchtet bin, schön warm und trocken ist, werde erst mal ein paar Tage ausspannen. Bis dann

40.740, -114.037

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Rainer | USA 2012

Day 63 - 13100 km - Second chance for Pakistan

by Moritz 6. June 2012 10:33

...da bin ich wieder. 
Der letzte Post ist ja schon eine Weile her, das liegt vor allem daran, dass die letzten Wochen nicht so ganz ohne waren.

Zurueck zum Iran, dort habe ich noch ein paar Tage das Land genossen, ohne weitere Probleme mit der Polizei. Nur nochmal kurz zur Klarstellung, nach dem ersten unschoenen Erlebnis, ueber welches ich ja gebloggt habe, bin ich nach Yazd, was am suedlichen Ende der Wueste liegt. Dort hat mich am 2ten Tag die Tourism Police besucht und wieder all meine Sachen beschlagnahmt, mit der Begruendung, ich waere durch die Wuste gefahren und es ist nicht erlaubt dort Bilder zu machen. Die 2 Polizisten waren freundlich, aber es hat mich natuerlich ziemlich genervt, besonders weil ich nicht wusste was das diesmal wird. Aber gut, am naechsten Tag konnte ich meine Sachen wieder abholen und man hat sich bei mir entschuldigt. Sie haben behauptet 5 Bilder geloescht zu haben, vermisse aber keine? Dummerweise wurden alle meine Speichermedien, SD-Karten, USB-Sticks mit fiesen Viren verseucht, sicher nicht mit Absicht, die haben nur ihre Computer nicht im Griff...
Ich hatte meinen Blogpost ueber die Wueste gerade gepostet als sie kamen, daher hielt ich es fuers beste ihn erstmal wieder offline zu nehmen. Lesen, falls ihr nicht wisst worum es hier geht :)

Ab Shiraz war ich sehr mit Vorbereitungen fuer die Strecke durch Baluchistan beschaeftigt. Sie gilt als die haerteste auf dem Landweg nach Indien. Zudem als die gefaehrlichste, da es in Baluchistan mind. 4 laufende Konflikte gibt zwischen verschiedenen Gruppen, Shiiten/Sunniten Government/Seperatisten Taliban/Rest... (schwierig das alles zu verstehen wer dort wen umbringt)  
Ab Bam, wo ich die letzte Nacht in Iran verbrachte, ging es 700km nach Dalbandin, Pakistan. Eigentlich haette ich auf dem groessten Teil dieser Strecke eskortiert werden sollen, die einzigen Eskorten, die ich hatte, waren aber die letzten 10km vor und die ersten 10km nach der Grenze. Allerdings wurde ich an jedem Checkpoint gefrag,t wo mein Guard sei, nach einem Schulterzucken meinerseits gings aber dann immer weiter. Bis hier war alles okay, der Grenzuebertritt war easy, da meine Eskorte alles fuer mich erledigt hat.
In Dalbandin habe ich dann auch mein erstes Bier nach Wochen getrunken. Es ist hier zwar auch nicht das legalste, aber lange nicht so schlimm wie in Iran. Und die Tatsache, dass es mir von der Polizei gereicht wurde, hat die Sache auch etwas entschaerft :)
Noch viel legaler als Bier ist hier Hashisch, diese Jungs habe ich 6 Uhr morgens auf dem Parkplatz meines Hotels gesehen: 

Dalbandin, Baluchistan Province, Pakistan

Ab Dalbandin gings dann mit Eskorte weiter, das muss man sich so vorstellen, dass ein SUV/Auto/Motorrad/sonstiges Fahrzeug mit 1-5 schwer bewaffneten Polizisten und Geschwindigkeiten zwischen 30 und 120km vor oder nach einem herfaehrt. alle paar Kilometer aendert sich die Zustaendigkeit und somit bekommt man auch laufend neue Eskorten, manchmal im fliegenden Wechsel, manchmal muss man einige Zeit an Checkpoints warten. Obwohl alle Polizisten ueberaus freundlich waren, ist es eine sehr nervige Geschichte. Man muss fuer Strecken locker die doppelte Zeit einplanen.

Eskort somewhere in Baluchistan Region, Pakistan

Das Ziel war an diesem Tag Quetta, die Hauptstadt von Baluchistan. Zur Info an Motorradfahrer, die Strecke von Dalbandin nach Quetta ist schlecht, uebersaet von Schlagloechern, Sandduenen auf der Fahrbahn und vorallem unsichtbaren Speedbreakern (Wer mal einen mit 80km/h genommen hat weiss was ich meine). Kurz vor Quetta musste ich laenger an einem Polizeicheckpoint verbringen, da es gerade eine Schiesserei auf dem Weg in die Stadt gegeben hatte. Nachdem 2 Panzerwaegen mit geschaetzten 10Mann an Bord angekommen waren, konnte ich zusammen mit einem Reisebus voller Iraner eskortiert weiterfahren. Am Hotel Bloomstar angekommen, traf ich zu meiner Ueberraschung einen deutschen Touristen (hatte schon sehr lange keine mehr gesehen), der sich laengst haette melden sollen (Heiner??). Nach einer wohltuenden Dusche wollten wir uns ein Restaurant zum Abendessen suchen. Aber schon nach ein paar Metern ausserhalb des Hotels wurde es auffaellig laut, Sirenen, ueberall. Einen Moment spaeter fuhren ploetzlich jede Menge Krankenwagen/Polizeiautos/Sonstiges mit blutueberstroemten Leuten auf der Ladeflaeche vorbei. Zuerst dachte ich nur "huch, das muss aber ein grosser Unfall gewesen sein", aber wie wir sogleich von herumstehenden Leuten aufgeklaert wurden gab es wohl einen "Blast" 500m weiter. Das kannte ich bisher nur aus Berichterstattungen und hat mir etwas klarer gemacht das dies ein etwas anderer Fleck auf Erden ist. Fuer die Leute in Quetta ist das Alltag, alle paar Wochen gibt es Anschlaege, wer dabei wen vernichten will, konnte ich aber bis heute nicht sicher rausfinden. Viele behaupten es ginge um Destabilisierung mit dem Ziel, die pakistanische Regierung unter Druck zu setzen. Am naechsten Tag konnte ich dann in der Zeitung lesen was wirklich passiert war, Unbekannte haben 2 Raketen in die Stadt gefeuert. Abschussort unbekannt. 
Ausgenommen die Sicherheitssituation hat mir Quetta gut gefallen, alles ist sehr sehr schmutzig, lebendig, busy, so wie ich es aus Bangkok kenne und liebe. Ich musste, damit ich weiter durch Baluchistan fahren darf, ein sogenanntes NOC beantragen, welches nur an Wochentagen ging, daher habe ich ganze 4 Tage dort verbracht.

...jetzt ist es wieder an der Zeit etwas Detail zu ignorieren, sonst koennte ich hier noch Stunden tippen.
Die 5 Tage nach Quetta waren fuer mich der absolute Albtraum, da ich am ersten dieser Tage gezwungen wurde 13 Stunden zu fahren, bei teilweise ueber 50 Grad. Obwohl ich 3 Liter Wasser mit mir hatte (welches ich teilweise nicht mehr trinken konnte, da es so heiss war das ich mir die Zunge verbrannt haette) musste ich ab und an auf das Wasser aus staubigen Tonkruegen in den Checkpoints zurueckgreifen. Ende der Geschichte ist, dass ich dehydriert und mit explosivem Durchfall weitere 5 Tage bis nach Lahore gefahren bin, bei weiterhin ueber 50Grad. Teilweise war es so heiss, dass sogar meine Transalp versagt hat (im Stau auf der Suche nach einem Hotel). 
Ich merke gerade das es keine gute Idee ist 17 aktionsreiche Tage in einem Blog zusammenzufassen, also hier mal zur Abwechslung ein paar Bilder:


Nicely painted Trucks in Pakistan

 

Sufi Night, Lahore, Pakistan

 

Like in Germany, just a bit different

 

One of the only non-real guns around, Lahore, Pakistan

 

Kids of Pakistan

 

Biggest Mosq in Lahore, Pakistan


Die letzten 4 Tage habe ich in Lahore nahe der indischen Grenze verbracht, tagsueber 47 Grad im Schatten, keine Aircon, 50% der Zeit kein Strom, konnte es nicht geniessen und meine Magenprobleme bin ich auch noch nicht ganz losgeworden.

An dieser Stelle sollte ich mal erwaehnen dass meine urspruenglich geplante Route,
naemlich Pakistan -> Indien -> Nepal -> Indien -> Pakistan -> KKH -> CHINA -> ... -> Mongolei -> Japan -> Malaysia nicht mehr hinhaut, da ich zu lange mit dem China Papierkram gewartet habe und ich mir sehr unsicher bin ueber das 2te Pakistan Visa, das ich braeuchte. Somit brauche ich jetzt einen neuen Plan, momentan denke ich ueber Luftfracht in Kathmandu nach, entweder direkt nach Suedostasien oder aber nach Russland hoch, um doch noch Mongolei machen zu koennen.

Aber jetzt bin ich erstmal fuer 1-x Wochen in den noerdlichen Regionen Pakistans, um den KKH, unterwegs. Fuer viele die unglaublichsten Landschaften, die sie je gesehen haben. Pakistan, das ist deine Chance mir deine schoenen Seiten zu zeigen! Morgen gehts vermutlich los, werde wohl eher selten Internet in diesen Regionen finden. Aber beim naechsten Post habe ich dann hoffentlich weniger zu erzaehlen und mehr Fotos! 

Moritz aus Islamabad, Ende!

30.206, 67.015

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Moritz | To Asia

10 Die grosse Runde, Green River, UT, nach Vernal, UT

by Rainer 6. June 2012 00:11

Nach den Ruhetagen in Green River, UT, sollte es dann auf eine grosse Runde gehen, vorbei an all den schönen Stellen, die ich von meiner ersten Motorradreise hier und der späteren Autofahrt mit Felix schon kannte. Also zurück nach Hanksville, dann weiter nach Süden auf der 95 bis Blanding, dann wieder nordwärts nach Moab, dann am Arches Nationalpark vorbei und durch das Coloradotal in den Bundesstaat Colorado, dann nordwärts auf der 139 und 64 nach Vernal, UT. Von da ist es nicht mehr weit nach Salt Lake City. Die Strecken waren wunderschön, traumhaft. Aber erst mal einen Salat, nachdem ich endlich alle Zutaten zusammen hatte,

Aus Ely nach Vernal

Und so gehts durch den Fry Canyon.

Aus Ely nach Vernal

An diese Stelle wird sich Felix A. vielleicht auch noch erinnern, hier gibts auch Felszeichnungen. Der Colorado wird dann überquert. Dramatische Aussichten von ganz oben, und bei allerbestem klaren Wetter sieht man auch wieder das Monument Valley, in der Ferne. Unglaublich, wie weit man manchmal schauen kann.

So gings die ganze Zeit, man kann das gar nicht ausreichend beschreiben. Hier aber nochmal ein Selbstportrait ohne Selbstauslöser. Der Helm ist nicht immer so sauber. Und dieser Felsen steht da ganz allein in der Landschaft rum. Herrlich. Nicht weit von hier ist mir mal endlich ein besseres Foto von einer Echse geglückt, muss so eine Art Gecko gewesen sein. Schliesslich habe ich "Hole in the Rock" erreicht, gerade recht für eine Pause. Hier ist alles an Skurrilem und Merkwürdigem zusammengetragen, was man sich nur vorstellen kann.

Hab mich sehr wohl hier gefühlt bei meinem Kaffee, und gestaunt, was man sich so alles ausdenken kann im Zusammenhang mit Autos.

Deutschland ist ja sooo weit weg. Und da gings wieder raus auf die Strecke. Jetzt Richtung Moab wurde die Landschaft immer röter. Moab ist inzwischen so eine Art Großstadt geworden, wie South Lake Tahoe kaum noch zu ertragen, also schnell weiter in den Arches Nationalpark. Von dort habe ich nur wenige Aufnahmen.

Das ist das bekannte Courthouse, sprich Gericht, wie man an den Mützchen unschwer erkennen kann.

Und hier eine Impression insgesamt von der Landschaft. Diesen Felsen kennt nun wirklich jeder, den "balancing rock", man staunt wirklich immer wieder, wieso der nicht runterfällt.

Und hier habe ich unfreiwillig den Dornbusch fotografiert, jedenfalls wollte das mein Autofocus so. Der Bogen im Hintergrund ist aber auch ganz berühmt. Dann noch Impressionen vom Weg wieder raus.

Zum Abschluss dieses Teils noch ein Blick aus der Höhe ins Tal, im Hintergrund erkennt man Moab. Den nun folgenden Streckenabschnitt im Tal des Colorado habe ich noch nicht befahren, und ich kann nicht verstehen, warum er in den Karten nicht als sehenswert gekennzeichnet ist. Einen schöneren kann ich mir kaum vorstellen, wie ein kleiner Grand Canyon, nur dass man unten lang fahren kann. Die Steilufer traten dann langsam zurück, und die Strasse wurde zur gottverlassensten Strecke, die ich je gefahren bin. Kein Mensch unterwegs. Schliesslich endet die Strasse in der Nähe der Autobahn, auf der ich dann zu meinem Nachtlager in Grand Junction gefahren bin. Sehr, sehr einsame Kreuzung. Am nächsten Tag gings dann auf schönen Paßstrassen weiter nach Norden. Hier hatte ich dann ein kleines Zusammentreffen mit einem Hörnchen, das ich beim Weiterfahren erst verscheuchen musste, sonst hätte es sich wahrscheinlich vor mein Vorderrad gelegt. Bisher habe ich ja außer Millionen von Insekten noch kein Tier auf der Strasse erlegt, auch wenn manche es wohl als Mutprobe betrachten, noch vor mir über die Strasse zu kommen. Gelegentlich hat mich auch ein Reh vom Waldrand betrachtet. So, das wars dann wieder, das nächste Mal berichte ich von meiner Durchquerung der grossen Salzwüste und weiter nach Westen. Bis dann. PS: Hat wer meinen kleinen Betrug mit Eidechsen bemerkt?

40.457, -109.528

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Rainer | USA 2012

Rainer

Rainer, born 1948, the father

Being a professional road engineer and traffic and transport planner, Rainer keeps an eye on road details and safety issues. Paradoxically, he loves riding straight road sections more than curved ones, and horsepower of his ride doesn’t mean anything to him, but rather fuel consumption. Presently he happily rides an 11 hp scooter at home. His favourite travel destination remains Southwest USA. Low budget travel, especially for the elderly, is dear to his heart.
Petershausen, Germany

Done with indoor complaints,
libraries and querulous criticisms,
strong and content
I travel the open road.

 Walt Whitman