Moritz

Moritz, born 1986, the son

Left home at the age of 17, on his first ride, a 125 cc scooter. Managed to turn his love for computers in a respected profession (programmer) and is happy to be able to work where his bike is. Tested speed driving on a Honda Hornet bike, then turned to the offroad section of the motorcycling world. Having spent a volunteer year in Laos, Asia became his second home. Besides the love for traveling he keeps an interest in all kinds of electronics for travel documentation.
Bangkok, Thailand

The traveler sees what he sees, the tourist sees what he has come to see.

 Gilbert K. Chesterton

Tag cloud


current distance: 8817km

Day 95 - 14900 km - KKH Part One

by Moritz 9. July 2012 10:23

Nun ist es also so weit, ich bin näher an den 30 dran als an den 20. 
Geburtstage sind für mich nichts bedeutsames, aber der eine oder andere Gedanke schwebt mir doch im Kopf herum (trotz chinesischem Bier, das ich gestern verwendet habe, um mit 2 Belgiern reinzufeiern). Ich bin froh diese Reise wirklich angetreten zu haben, immer mehr fühle ich mich wie einer von denen, die ich jahrelang so bewundert habe. Leute, die ich in Laos und auf meinen anderen Reisen getroffen habe, Leute, die oft lange Zeit unterwegs waren, meist mit wenig Geld, aber dennoch große Freiheit genossen haben.

Durch den Umstand, dass mein Papa derzeit in UTC-7 und ich in UTC+5 unterwegs sind, war es möglich, sich gegenseitig über Skype Videochat zum Geburtstag zu gratulieren. Bei ihm war es noch der 08.07. abends (sein Geburtstag), bei mir der 09.07. morgens. Das hat man auch nicht alle Tage. 

Nun aber zu dem interessanteren Teil, ich war die letzten Tage fleißig, habe täglich fast 150km zurückgelegt.
"150km fleißig?" denkt ihr euch jetzt... Ja, die Straßen hier sind etwas anspruchsvoller als bisher.
Der KKH schlängelt sich für einen Teil entlang des mächtigen Indus, durch die Gebirge Pamir, Karakorum, Himalaya und Hindukusch. Fertiggestellt wurde der Highway 1978, ~800 Pakistani und ~80 Chinesen haben dafür ihr Leben gelassen. Seitdem wurde die wunderbar geteerte Straße durch schwere Trucks, Landslides, Regen, Fluten und Erdbeben Jahr für Jahr zu einem immer erbärmlicheren "Track". Die Chinesen arbeiten hart daran, die pakistanische Seite wieder zu einem Highway zu machen, die Natur zerstört aber meist schneller als die Chinesen bauen können. 

Wundert euch nicht, dass auf meinen Fotos immer gute Strasse zu sehen ist, es macht einfach keinen Spaß auf staubigem Schotter anzuhalten. 

Along the Karakorum Highway, Northern Pakistan

 

Nice clean blue glacier water flowing into the mighty Indus river, KKH Pakistan

 

 

 

Pakistani truck rolling on the KKH, Northern Pakistan

 

KKH along the Indus river, Northern Pakistan

Ein ca. 100km langer Abschnitt des KKH gilt als gefährlich, da dort oft Überfälle verübt werden. Also haben mich für ein paar KM (bis ich ihnen davongefahren bin) ein paar alte Freunde begleitet:

friendly Pakistani Escorts, Kohistan, Pakistan


Leider habe ich mit meinem Laptop nicht die Möglichkeit, Videos zu schneiden, daher ist immer alles drauf vom klick auf den "Record" Knopf bis zum Ende.

 

Landslides happen on a daily basis, KKH, Northern Pakistan

 

Nice green valley, KKH, Northern Pakistan

 

Beautiful impressive mountains, KKH, Northern Pakistan

 

Rakaposhi Zero Point, KKH, Northern Pakistan

 

Schoolclass near Hunza Valley, Northern Pakistan

 

Phenomenal view of the Hunza Valley

 

Praying Mantis

 

Hunza Valley, Northern Pakistan

 

View from my room at Eagle Nest Hotel, Hunza, Northern Pakistan

Nach einem Tag in Hunza mit spektakulären Aussichten wollte ich am darauffolgenden Tag mit dem Islamabad VW Club nach Shandur zu einem international bekannten Polo Match fahren. Es findet auf dem höchsten Polo Spielfeld der Welt statt, auf über 3000 Metern. Um mein Bike nicht weiter zu belasten (es muss unbedingt bis Kyrgyzstan halten), hatte ich beschlossen, es zu parken und mit dem Club mitzufahren.
Die Strecke wäre etwa 8 Stunden OneWay gewesen, vermutlich hauptsächlich Offroad. Es lief leider nicht ganz wie geplant. Nach ein paar Stunden Fahrt erreichte uns die Meldung, dass es einen Landslide auf dem Weg nach Shandur gegeben habe. Landslides sind keine Besonderheit hier, nur ist nie sofort klar wie lange es dauern würde, bis die Armee diesen geräumt hat. Wir fuhren noch weiter bis Gilgit, wo wir dann die Info bekamen, dass ein Gletschersee sich auf der Strasse entleert hat, es würde laut Armee eine Woche dauern, bis die Straße wieder passierbar ist. Der einzige alternative Weg zum abgelegenen Shandur Pass wäre ca. 4 Tage Umweg, somit war dieser Plan leider gestorben und ich habe mich mit öffentlichem Transport auf den Rückweg zu meinem Motorrad gemacht. Der VW Club ist weiter Richtung Süden gefahren.
Trotz des Ausfalls von Shandur hatte ich einen super Tag, in einem 52 Jahre alten VW Beetle den KKH zu fahren ist legendär. Und eine Fahrt mit öffentlichen Bussen, zusammengepfercht auf engstem Raum, mit sehr eingeschränkter Sicht auf die faszinierende Landschaft und keiner Möglichkeit anzuhalten haben mir wieder vor Augen geführt, wieso ich Reisen mit eigenem Transport so liebe und eigentlich nichts anderes mehr machen will.

One of the four beetles driving from Hunza to Gilgit, Northern Pakistan

 

from my seat in a 52 years old beetle

Ich werde mich jetzt wieder chinesischem Bier widmen,
im nächsten Post geht es dann vermutlich um die Überquerung des Attobad Lake.
Voraussichtlich ziemlich abenteuerlich. 

35.93, 74.37

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Moritz | To Asia

16 Salmon, eine Kleinstadt in Idaho rund um den 4.Juli

by Rainer 8. July 2012 00:05

Am 4. Juli ist bekanntlich der amerikanische Unabhängigkeitstag, und in der Woche laufen so die allgemeinen Festivitäten. Alles eher kleinstädtisch. Aber erst mal ein Rundgang durch die Stadt, das heisst ja wie immer die Main Street entlang.

Auf dem Weg vom Campingplatz überquert man den Salmon River.

Der Blick auf die Main Street.

Immer mal wieder ein schönes Backsteingebäude, das allerdings zumeist hölzern ist. Dass der Quad-Fahrer auf dem Bild ist, ist eher normal, knattern sehr viele hier herum.

Und das ist auch eine Art Klassiker, abseits der Main Street herrscht Öde, viele Anwesen stehen zum Verkauf. Habe heute eine Familie beim Yard Sale gesehen, lauter Ramsch, niemand da, das Haus gehört der Bank, der Versuch, noch ein bisschen Geld zu machen, und dann irgendwohin. Die Leute sahen aber so bedient aus, dass ich keine Ansprache gewagt habe. Hier fast noch extremer, aber das Nagelstudio lebt scheinbar noch, walk-in's welcome heisst nichts anderes als kein Termin erforderlich.

Jetzt noch ein paar Gebäude.

Das pinke Haus ist doch allerliebst, ob das der Maklerin mehr Kunden beschert? Und dann habe ich tatsächlich einen Hondaservice gefunden, in zwei Wochen ist eine Inspektion und zwei neue Reifen fällig. Am Abend dann groß angekündigt ein Brilliantfeuerwerk, das so brilliant war, dass selbst Asbach mehr verfeuert zu Silvester. Die Leute kaufen in solchen Buden auch für sich selbst ein. Am Abend habe ich dann versucht, ein paar Fotos zu machen, nicht wirklich geglückt, deshalb hier nur eine Collage.

So, das war jetzt das grosse Brilliantfeuerwerk. Am Freitag lief dann die große Parade, und da war ich natürlich dabei. Aber erst nochmal ein paar Autos.

Jetzt noch ein paar Strassenszenen, bevor es dann mit der Parade richtig losging.

Dann natürlich auch ""Werbeträger", die hier vor allem dadurch auffallen, dass sie wie wild umherhopsen, gibts immer wieder mal an den Strassenkreuzungen im ganzen Land. Die warten auch auf die Parade, MSG heisst wahrscheinlich Geschmacksverstärker, denk ich mal, oder auch was immer die Amis nicht mögen. Jetzt gehts los, die Polizei regelt den Verkehr. Vorne laufen die Veteranen. Dann kommt ein Militärfahrzeug. Dann die unvermeidliche Feuerwehr. Dann der wilde Westen. dann Frauen zu Pferde. dann noch mehr Pferde... und noch mehr Pferde... noch mehr Pferde, teils mit Wagen... Auch sehr kleine Pferde. Weiter gehts mit... Kindern, die Bonbons werfen. Dann kommt die lokale Wirtschaft...

und verschiedene Vereine, also ganz wie daheim, bloss amerikanisch. Schliesslich auch noch die Hupfdohlen, genannt Cheerleader.

Und das war wohl die Wasserwacht, haben mit Spritzpistolen die Zuschauer nassgemacht. Dieses Bild habe ich nicht verstanden...

dafür dieses, da bewirbt sich einer zum Sheriff.

Dann noch ein paar wilde Autos...

Ja, und das wars dann auch schon mit der Parade, aber die Leute hatten ihren Spass. Und dann hauten wieder alle ab. So, das wars aus Salmon. In 14 Tagen bin ich wieder hier, zum Motorrad herrichten, aber dazwischen fahre ich wieder nach Westen Richtung Seattle und versuche noch einen Teil meiner geplanten Schleife zur kanadischen Grenze. Bis dann.

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Rainer | USA 2012

64

by Rainer 6. July 2012 00:21

8. Juli 1948 - 2012

 

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Rainer | USA 2012

15 Im südlichen Idaho

by Rainer 4. July 2012 23:32

Hallo. Heute mal ein Bericht aus dem südlichen Idaho, das man ja nicht so kennt. Ich habe mich mehr oder weniger dahin geflüchtet, weil ich die Wetterunbilden in Oregon und Washington satt hatte und mal wieder vernünftige Temperaturen erleben wollte. Heute, am 4. Juli, Nationalfeiertag, sitze ich auf einem schönen Campground bei der Stadt Salmon (deutsch: Lachs) am gleichnamigen Fluss und lasse es mir gutgehen. Heute ist ein Feuerwerk angekündigt und am Freitag eine Parade, aber davon im nächsten post. Es ging durch grüne Landschaften, mal hohe. mal niedrige Begleitberge, sehr pittoresk. Im nächsten Foto wird wieder meine Vorliebe für Verfall deutlich, aber solche aufgelassenen Stadel gibts ja in Bayern auch. Hier ist halt so viel Platz, niemand kümmerts, ob irgendwo was verfällt, ist in den Orten auch so. Aber diese gelbe Wiese! Dann gings mal wieder flach dahin, eher langweilig. Das schöne an Amerika ist, du brauchst bloss weiterfahren, es kommt garantiert wieder was herzerwärmendes. Damit meine ich nicht diese Einrichtung für Hunde. Die Anlage dient allen Ernstes dazu, dass sich Hunde austoben dürfen, unter anderem auch bellen. Ob die Hunde das "Hundehaus" auch so lustig finden, weiss ich nicht. Hunde in Amerika wäre einen eigenen post wert. Jeder hat einen oder zwei. Selbst mir als ausgewiesenem Haustiergegner tun sie fast ein bisschen leid. Auf den Camps müssen sie immer an der Leine gehen, überall gibt es ausgewiesene pet areas, wo sie sich erleichtern dürfen. Jeden Morgen, wenn ich vor allen anderen zum Duschen gehen will, sind die Hunde samt Besitzern schon da, und so manche Fäkalie wird im Beutel triumphal zum dumpster = Abfalltonne getragen. Die Pet areas kenne ich in- und auswendig, da die meisten camps die Zeltbereiche dorthin gelegt haben (zur Abschreckung?). Einmal war ich auf einer rest area ohne Hunderegeln, da sah es vielleicht aus. In Kneipen dürfen sie auch nicht, und auch sonst fast nirgends rein. Man könnte sagen, ein Hundeleben. Da lob ich mir die die Wildtiere, habe aber erst zwei Rehe am Wegesrand gesehen, eines konnte ich noch gut "derbremsen", bevor es auf die Fahrbahn lief. Aber weiter die Strassen entlang, Idaho ist richtig schön. Hier die Schlange vor einer einspurigen Streckenführung wg. Baustelle, die sind mir immer besonders lieb, man kommt ins Gespräch, und vor allem lange Wartezeiten. Das hat den Vorteil, dass ich nach Passieren der Engstelle immer den Verkehr vorbeilasse, und dann kann es sein, dass lange Zeit kein Auto mehr von hinten kommt. Aber ich habe jetzt auch schon wieder Abschnitte befahren, wo mir in der Stunde 3 Fahrzeuge entgegenkommen. Sehr beliebt hier ist das Bötchenfahren, gibt unendlich viele Möglichkeiten. Und nichts ist wirklich überlaufen. Manchmal steht da ein Schild "Achtung Staugefahr", und dann ist es da so voll wie der Parkplatz von Aldi morgens um 5. Dieses leider missratene Bild zeigt einen Campingplatz, den ich irgendwo am Wegesrand in 2.200 m Höhe angesteuert habe, sehr nett, kein dog walk in der Nähe, und ein Dach!! Sowas hab ich noch nie gesehen, wäre aber eine Wohltat für Zelter. Habe mich vorsorglich darunter gestellt, aber geregnet hats nicht, dafür war es mal wieder eine Nacht um den Gefrierpunkt. Zitter, fröstel. An diesem Tag beschloss ein giftgeladenes Insekt, Selbstmord in der Form zu begehen, dass es in einer Kamikazeaktion einen deutschen Motorradfahrer eine bleibende Erinnerung mitgab. Es schlug knapp unterhalb des Visiers im Unterkiefer ein, tat einen Moment lang höllisch weh, dann schnell wieder vergessen. Später schwoll der Kiefer dann ganz gewaltig an. Nach ein paar Tagen wars wieder weg, hat auch gar nicht weh getan. Sowas aber auch. Wie ich bei MacDonalds sitzend per skype mein Leid geklagt habe, wurde mir empfohlen, mir Joghurt geben zu lassen und draufzuschmieren, bei McDonalds!! Vielleicht hätte ich es ja versuchen sollen, aber war ja nicht nötig. Weiter auf der Reise gabs dann noch einen kleinen Flohmarkt, das Zeug ist durchwegs anders als bei uns, wenn auch nicht schöner. Natürlich gabs auch die wüstesten Waffen zu kaufen, diese Messer sind noch das harmloseste. Von Boise, Hauptstadt von Idaho, gings dann wieder nordwärts auf einer Route, die sich lyrisch "Peaks to Craters", also "von Bergspitzen zu Kratern" nannte, und da habe ich im Craters of the moon Nationalpark ein paar Aufnahmen gemacht, nicht wirklich gelungen, zu schwarz alles hier. Aber das find ich ganz schön.

Am nächsten Tag dann eine sagenhafte Fahrt bis zu einem kleinen Canyon.

Und da wars wieder so einsam, dass ich mich unbedingt mal auf die Strasse legen musste, aber ich habe ja eine Warnweste an.

Und überall auf dem weiteren Weg auch vulkanische Element wie dieser Steinhaufen. Dann wieder einmalige Ausblicke. Und hier noch ein Panorama, Fluss, Strasse, Berge Schliesslich bin ich auf einem schönen Camp gelandet, und zum erstenmal auf dieser Reise hatte ich das Gefühl, hier mal ein paar Tage verweilen zu können. Schöner schattiger Rasenplatz (mit WiFi und Steckdose!), 20% Rabatt, also dann noch günstig. Der Besitzer hat auch gleich die deutsche Fahne aufgehängt, habe aus Höflichkeitsgründen so getan, als freue ich mich, habs ja nicht so mit Flaggen und Hymnen. Und dann gibts noch eine schöne Plattform am Fluss, da hat das Bier geschmeckt. So, das solls für heute gewesen sein, im nächsten post erfahrt ihr was über das Städtchen Salmon und die Festivitäten zum Nationalfeiertag. Bis dann.

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Rainer | USA 2012

Rainer

Rainer, born 1948, the father

Being a professional road engineer and traffic and transport planner, Rainer keeps an eye on road details and safety issues. Paradoxically, he loves riding straight road sections more than curved ones, and horsepower of his ride doesn’t mean anything to him, but rather fuel consumption. Presently he happily rides an 11 hp scooter at home. His favourite travel destination remains Southwest USA. Low budget travel, especially for the elderly, is dear to his heart.
Petershausen, Germany

Done with indoor complaints,
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strong and content
I travel the open road.

 Walt Whitman